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Kino 2.0

Ich hab ja den Wahnsinnstrailer vor ein paar Tagen schon gebloggt. Jetzt schreibt sogar der Spiegel über den Film, der aktuell unter dem vermeintlichen Fake-Namen “Cloverfield” firmiert. Der Lost-Produzenten J.J.Abrams zieht aktuell alle Register des viralen Marketing.

Nur so viel weiß die Branchen-Webseite IMDB.com: “Es dreht sich um eine Monster-Attacke auf New York aus der Sicht einer Handvoll Menschen.”
Die Geheimnistuerei hat zu einer entfesselten Schnitzeljagd im Internet geführt, der die Fachzeitschrift “Advertising Age” bereits zu der pikierten Bemerkung veranlasste: “Wir, das Filmpublikum, sind nun aufgefordert, Informationen über den Inhalt eines Films zu finden? Ist dafür nicht die Marketingabteilung zuständig?”

Haha! Die haben was nicht verstanden …

Als sorgsam dosierter Klatsch wurde “Cloverfield” prompt zum Selbstläufer. Amerikanischen Fernsehstationen, die von dem Phänomen berichten wollten, wurde eine Kopie des Trailers verweigert, Handy-Video-Mitschnitte auf YouTube wurden auf Verlangen von Paramount gesperrt, dann aber über die Apple-Website veröffentlicht. Findige Detektive hatten da bereits das Startdatum 1-18-08 gegoogelt, und siehe da: So gelangt man zu einer Webseite, die zunächst eines, dann zwei, dann drei Standbilder mit Timecode aus dem “Cloverfield”-Trailer zeigt. Die Fotos lassen sich per Mausklick drehen und wenden und auf geheimnisvolle Hinweise untersuchen. Die Fotos lassen sich per Mausklick drehen und wenden und auf geheimnisvolle Hinweise untersuchen – zum Beispiel die Zahlenkombination, die die Worte “We”ll Miss You” auf dem einen Foto bilden, wenn man sie auf den Kopf dreht. Oder die seltsame Teufelsgestalt im Haar der beiden Frauen auf einem anderen.

cloverfieldJ.J.Abrams meldete sich bisweilen kurz zu Wort und vermeldete geheimnisvoll, es gäbe noch weitere Webseiten, die sich auf den Film beziehen – und die Schnitzeljagd war eröffnet. Inzwischen hat men die Webseite slusho.jp als solche identifiziert, hier wird ein Getränk beworben, das einst in Abrams’ Fernseh-Serie “Alias” und nun auf einem T-Shirt im “Cloverfield”-Trailer auftauchte.

Das Ganze – also diese virale Marketing-Kampagne – erinnert doch stark an das Alternate Reality Game (ARG) The Lost Experience (zwischen der Staffeln 1 und 2 der Serie Lost), das damals weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Ist das Kino 2.0?