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Street View – Reclaim the Streets

Coole Aktion von Jens Best. Um der Street View Panikmache der Politik etwas entgegenzusetzen hat er ein Projekt entworfen, mit dem er die verpixelten Gebäude von Streetview doch noch in die digitale Welt holt. Einfach indem er sie abfotografiert und online stellt. (Alles weitere dürfte dann durch ein Mashup möglich sein.)

Die Aktion “Verschollene Häuser” findet man unter http://streetview.mixxt.de/. Argumentiert wird mit dem Recht auf einen digitalen Raum – was natürlich eine verquere Logik ist. Ich bleibe jedoch dabei, dass Privateigentum nicht mit Persönlichkeitsrechten geschützt werden kann und die Politik einmal mehr ein Sommerlochthema braucht, um von den eigentlichen Problemen abulenken und unsere Rechte ganz nebenbei weiter einzuschränken.

(via: SpOn)

Weitere Meinungen:
sprachkonstrukt.de – warum Street View wichtig ist
parkrocker.com
gunnarsohn.wordpress.com – Burka für Fassaden

Street View und die digitale Öffentlichkeit [Update]

Google Street View startet endlich auch in Deutschland. Ab 14. September werden die größten 20 Städte online gestellt. Endlich!

Und während die Fortschrittspessimisten und Häuslebesitzer den Untergang des Abendlandes herbei reden (sorry Robin) hält Sascha Lobo ein Plädoyer für die Innovationskraft der digitalen Öffentlichkeit. Auf zwei Punkte möchte ich genauer eingehen:

1) schreibt Robin: “Ein wichtiger Punkt wird hierbei sein, dass jeder ein Recht auf einen Blick in ALLE! Straßen hat.”

Robin, ganz ehrlich. Das ist schon heute so. Gib mir doch mal bitte mal einen Grund, warum es mir als Person nicht erlaubt sein sollte auf dein Haus zu schauen. Und jetzt überleg dir mal die rechtlichen Konsequenzen, wenn dies wirklich verboten wäre.

Dann dürfte keine mehr irgendwelche Fotos online stellen, ohne die Hausbesitzer zu fragen. Nur weil Google alle Häuser fotografiert hat ist das noch überhaupt kein qualitativer Unterschied zu einer realen Person, die ein Foto macht.

Ich sehe ein, dass es ein Recht am eigenen Bild gibt. Denn mein Bild ist ein Teil meiner Persönlichkeit als Individuum. Ein Recht am Bild meines Eigentums kann es meiner Meinung nach nicht geben. Ich finde sogar, dass es kein Recht am Bild von Kunstwerken geben sollte, solange diese in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Denn was öffentlich ist, ist nun mal öffentlich.

2) carta.info schreibt: “Anders als Sascha Lobo vermutet, ist die digitale Öffentlichkeit also gar nicht so öffentlich, sie befindet sich in Privatbesitz einer Firma. Wenn es eine echte Öffentlichkeit wäre, müssten die Bilder unter einer CC-Lizenz stehen.”

Right. Das ganze ist tatsächlich der wunde Punkt. Erst vor ein paar Tagen ging eine Studie durch das Netz, dass Deutschland im 19. Jahrhundert gerade weil es kein Urheberrecht kannte, so einen großen Fortschrittssprung gemacht hat. Das ist tatsächlich kaum wissenschaftlich zu belegen und daher eher ein Credo, aber eines an das ich glaube.

Andererseits, wissen wir auch, wie Google mit seinen Daten (z.B. bei Google Maps) umgeht – großzügig. Man kann sie leicht und einfach verwenden und sie sind mashable. Eigentlich sind sie großartig aufbereitet für jeden, der sie nutzen will. Warum sollte es mit diesen Daten anders sein. Diese Daten mögen im Besitz einer Privatfirma sein, sie sind aber dank der speziellen Ethik Googles dennoch teil der digitalen Öffentlichkeit.

Dass dahinter Geschäftsmodelle stehen, die die Kosten des Vorhaltens der Daten wieder monetarisieren sollen, das kann man Google nun nicht wirklich böse nehmen. Ich sehe dennoch nicht gegen welches grundlegende Recht Google da verstoßen soll, das Persönlichkeitsrecht ist es ja wohl mal nicht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch nicht (steht ja nirgends wer da wohnt, oder wem es gehört).

UPDATE:
Passend dazu auch der Lacher des Tages von Fefe.

Ist das noch der Überwachungsstaat oder ist das schon Kunst? (Update)

Manch einer regt sich ja über Google Street View auf, und das, obwohl die sich ja – bei aller Gefahr – immerhin noch recht verantwortungsbewusst mit ihren Daten zeigen. So hat man sowohl auf Kritik reagiert, zudem hat man die WLAN-Daten wohl wirklich unbeabsichtigt gesammelt. Und als drittes muss man Google zu gute halten, dass man diesen Vorfall nicht unter den Teppich gekehrt hat.

Also klagen nun zahlreiche Gemeinden gegen die Überwachung durch Fotografie. Hamburg geht da einen ganz anderen Weg: Sie machen da Kunst draus: www.sounds-of-hamburg.de

(via: Anne)

UPDATE: Hysterischer als die SPD-Ortsgruppen ist dann nur noch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Google Street View in Deutschland generell verbieten will. Und dass mit einer überraschenden Begründung: “auch ein internationaler Konzern kann nicht im rechtsfreien Raum agieren”. ROFL

Immer Ärger mit diesem Google – heute: Street View

Es ist ja schon ein wenig länger her, als ich das erste Google Street View Auto in Darmstadt gesehen habe. Seitdem scheint einigen Politikern das Thema Datenschutz in den Sinn gekommen zu sein. (Selten genug.) Und während in anderen Ländern Europas schon längst auf die Inhalte von Street View zugegriffen werden kann, diskutiert man hierzulande nun also, wie man Google möglichst in die Schranken weisen kann.

Neuester Clou: Die Stadt Hamburg will eine Lex Google verabschieden, denn “Regeln zum Abfilmen müssen rechtlich bindend sein”, denn diese Daten erleichten schließlich “die Planung derartiger Straftaten ganz erheblich, wenn man sich im Detail das Gebäude ansehen und (…) planen kann wie man vielleicht eine Fassade erklimmen kann.” So zumindest Hamburger Senator Till Steffen.

Und nun wird also auch noch bekannt, dass Google sämtliche WLAN-Netze mitdokumentiert (das ist etwas, was sicherlich früher oder später sowieso über die Vernetzung mobiler Endgeräte gekommen wäre, und dass das Fraunhofer Institut in Deutschland schon längst gemacht hat). Die Daten, die Google StreetView da misst, sind in keinem Fall personenbezogen – es sind Hardware-IDs, MAC-Adressen und SSID-Daten, Payload-Daten werden nicht erfasst.

Daran sieht man wiedermal, wie schwammig sich der gesunde Menschenverstand und Gesetzestexte zueinander verhalten. Ich glaube tatsächlich auch nicht, dass ein MAC-Adressen-Netzwerk jetzt unbedingt eine wünschenswerte Geschichte ist. Allerdings haben die Telkos sowieso schon Bewegungs- und Nutzerprofile von uns, von denen Google nur träumen kann. Allein schon deshalb wollen sie ja auch zum Telekommunikationsunternehmen werden.

(via: GoogleWatchBlog)