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Schwarz und Weiß

Die FAZ hat ja heute über Grönemeyers WM-Song “Zeit, dass sich was dreht” geschrieben. Ok, wem das nicht klar war, dass “Uns Herbert” keinen WM-Song schreiben kann, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Viel interessanter ist jedoch, dass es sogar in die Feullito-Redaktion der FAZ Redaktion vorgedrungen ist, dass DIE WM-Hymne (bzw. offizielle DFB-Fanhymne) dieses Jahr vom Komiker Oliver Pocher stammt und “Schwarz auf Weiß” heißt. Es gibt ja Leute die schon angenervt sind, ich finde sie passt in jedes deutsche Fußballstadion, und davon gibt es nicht viele Songs. Die FAZ schreibt also:

Das Lied ist saudämlich und ein schamloses Plagiat von „Football’s Coming Home“, aber Pocher weiß all das auch, es ist die Parodie eines Fußball-Songs samt „Jetzt geht’s los“ und aller denkbaren Moderatorenklischees wie der „Turniermannschaft“ Deutschland und den Fans als „zwölftem Mann“ im Rücken. Aber wenn man „Schwarz und Weiß“ gegen den überpolitisierten Grönemeyer-Song hält, der auch von Schwarz und Weiß handelt, wird das Lied einem doch wieder sympathisch. Weil Oliver Pocher begriffen hat, daß (sic!) Fußball nur Fußball ist und keine Weltformel. Pocher will nur spielen, wie jeder Fußballer, wie jeder Fußballfan auf der ganzen Welt. Da sieht man mal, wie leicht die Deutschen die Dinge nehmen können.

Seit Tagen frage ich mich nun und nerve auch meine Mitmenschen damit, dass ich gerne wissen würde, wer den Titel geschrieben hat, der inzwischen mein Handy-Klingelton ist, und wie er zu Oliver Pocher gelangt ist. Ich stellte mir das in etwa so vor: DFB fragt local Plattenfirma (ich vermute jetzt mal BMG steckt da in dem DFB-Moloch gut drin), was man denn so machen könnte um noch einen Extragroschen zu verdienen. Musikmanager kramt einen alten Song aus der Schublade, macht Wirtschaftlichkeits- oder HR-Analyse, wer denn wohl am meisten Credibility für so einen Song besitzt, und anders als beim WM-Organisationskomitee, kommt man natürlich nicht auf Grönemeyer oder die “Drei Tenöre”. Pocher, angerufen und versichert nicht ernsthaft singen können zu müssen, erklärt sofort für Geld tue er alles und geritzt ist das Ding.

So wird es wohl tatsächlich gewesen sein, bemerkenswert aber ist, dass der Song alt ist. Als ich ihn in der Main Arena in englischer Sprache hörte, dachte ich das sei halt eine Version von der Maxi. Aber mit ein wenig Googlen fand ich heraus, dass die Band Frameless aus dem Westerwald diesen Song (“Black and White”) als offizielle (!) DFB-Fanhymne zur EM 2004 in Portugal beigetragen hat. Ok, da hat sich der DFB wenigstens gespart zweimal die Song-Rechte zu bezahlen. Meine Neugier ist zwar immer noch nicht gänzlich befriedigt, aber ich kann zumindest beruhigt schlafen gehen. Gute Nacht!