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Der Kreationismus der Karin Wolff (2)

Sie hat es wieder getan. Die Kultusministerin Hessens Karin Wolff glaubt an den lieben Gott. Soviel steht wohl fest. Sie glaubt wohl auch, dass das Universum und die Erde in sieben Tagen entstanden. Mir bleiben ja bei sowas immer fast die Worte weg, aber Frau Wolff hat allen Ernstes in einem FAZ-Interview vorgeschlagen im Biologie-Unterricht (!) auch theologische Fragen zu erörtern.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass Geisteskranke nicht unbedingt Ministerämter bekleiden müssen, sollte doch zumindest unser Bildungsminister Corts und der sonst so auf Technologieträger bedachte Roland Koch (es gibt ein Foto von uns beiden auf der 100-Jahr-Feier des Georg-Speyer-Hauses – muss ich mal posten) öffentlich auf den Standortnachteil hinweisen, wenn dies tatsächlich durchgesetzt würde. Fundamentalisten in der Regierung zu haben ist echt nicht nett.

Was aber sei wichtiger als die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Ursprung des Seins? “Solche Fragen müssen in der Schule nicht nur zugelassen, sondern provoziert werden”, sagt Frau Wolff. Deshalb sollten nicht nur Biologielehrer, sondern alle Pädagogen in ihrem Unterricht über die Deutungen der Welt und des Menschwerdens reflektieren, und hier kämen Wissenschaft und Religion unweigerlich zusammen. “Die Wissenschaft allein gibt auf solche Fragen nämlich keine befriedigende Antwort.”

In Mathematik, so munkelt man, wird demnächst auch Zahlenmystik behandelt. Und das fliegende Spaghettimonster im Hauswirtschaftsunterricht. (Mist, den gibt’s nicht mehr.)