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Recap: Conversion Summit 2014

Die Conversion Summit 2014: Vielen Dank an André Morys und sein ganzes WebArts-Team für dieses wirklich tolle Event in der Union-Halle in Frankfurt. Die Speaker waren super, und das Essen auch, so muss es sein. Ich versuche mal zusammenzufassen, wie ich die Veranstaltung erlebt habe. Da ich bisher noch keinen anderen Recap gesehen habe, bleiben diese erstmal unverlinkt, aber vielleicht tut sich da ja noch was.

Der Godfather of Optimization

Als erstes sprach Bryan Eisenberg über das Erfolgsmodell Amazon, von dem man natürlich weiß, dass man es nicht wirklich nachahmen kann. Aber zum Staunen über die konsequente user-centricity Amazons. Eisenberg zitierte einen Wutanfall Jeff Bezos’ vor seinen Managern mit den Worten: “We are not in te business of selling books. We are in the business of helping the customer buying books.” Was, wie ich finde, für ein großes Unternehmen sehr bemerkenswert ist und das gedankliche Einstellung klar macht, mit der man als Unternehmen die Welt verändern kann. Eisenberg berichtete dann noch über die knapp 2.000 Tests, die Amazon jährlich auf ihren Seiten macht, und dass im Prinzip jedes cross-funktionale Team solche Tests anstoßen kann, außer der Test soll above-the-fold auf der Produktdetailseite stattfinden – denn hier gibt Jeff Bezos persönlich jeden Test frei.

Bryan Eisenberg mit einem Jeff Bezos-Zitat
Bryan Eisenberg mit einem Jeff Bezos-Zitat

Content is Conversion?

Im Anschluss gab es mehrere Vorträge, in denen versucht wurde zu fassen, welchen Einfluss gute Inhalte a.k.a. Content Marketing auf die Conversion hat oder haben kann. Dieses Jahr wurde aber bewusst auf übermäßig viele Fallbeispiele verzichtet. Stattdessen versuchten alle Redner die Prinzipien zu vermitteln, mit denen man selbst und für seine eigene Zielgruppe, die richtigen Testszenarios identifizieren kann. John Ekman alias der Conversionista hat natürlich wie immer einen tollen und überaus lustigen Vortrag gehalten und Danny Nauth von WebArts zeigte dann doch an einem Fallbeispiel, wie hoch die Potenziale guter Inhalte für einen E-Commerce Shop sind. Und den Vortrag von Mirko Lange gibt es sogar bei Slideshare.

John Ekman über Marketing Automation
John Ekman über Marketing Automation

Nach einer Pause zeigte Scott Brinker wie man agile Entwicklungsmethoden, wie sie vor allem in der Software-Entwicklung eingesetzt werden, auch für Marketing nutzbar machen kann. Allerdings glaube ich, dass alle Conversion-Optimierer soowieso schon agil arbeiten – und ich selbst arbeite nun seit 3 Jahren in meinen Marketing-Abteilungen mehr oder weniger agil – da war der Neuigkeitswert leider nicht so hoch. Chris Goward von Widerfunnel war natürlich auch eine Wucht mit seinem Vortrag über die Zukunft der Marketing Optimierung – ich hoffe diese Folien gibt es auch bald online.

Lars Giere von mobile.de zeigte in einem kurzem Vortrag wie man in Apps testet, was ich persönlich sehr spannend fand. Das hätte gerne auch deutlich ausführlicher sein können, denn die Fallstricke sind nicht unerheblich und es gibt wenige Frameworks oder Tools, mit denen man hier arbeiten kann.

Im Anschluss gab es zwei Vorträge zum Buzz-Thema “Big Data”. Dennis Heinbokel bemühte sich die Angst vor dem Thema zu nehmen, denn spätestens mit Webanalysedaten, arbeiten wir alle schon längst mit großen Datenmengen. Und Karl Kratz bemühte sich redlich, nur für die zu sprechen, die ihm folgen können, und postulierte, dass es nicht auf “Big Data” ankomme (eher sogar im Gegenteil), sondern um “Smart Data” – also gute Sensoren mit guten und effizienten Reaktionen.

Der Este Tajo Oja war der Mann der Minderheitenmeinung auf der Conversion Summit 2014 mit seinem Vortrag über emotionales Design. Mein Lieblings-Statement des Tages: “You can not A/B test yourself to Shakespeare.” Ich denke auch, dass Design oder auch Textkreation sich fast immer pareto-optimal ergibt, wenn man nur durch testen optimiert. Deshalb glaube ich auch nicht, dass Redesigns, wie schon seit Jahren behauptet, zu Gunsten des kontinuierlichen Testens aussterben. Im besten Falle kann man auch beides haben.

Guy Kawasaki beschwört den Geist von Steve Jobs

Guy Kawasaki auf der Converion Summit 2014
Guy Kawasaki auf der Converion Summit 2014
Und dann kam der Headliner des Tages: Guy Kawasaki – ein Mann mit Wikipedia-Eintrag! Der Business Evangelist aus dem Silicon Valley, der vier Jahre im engsten Kreis von Steve Jobs bei Apple gearbeitet hat und der immer super tolle Vorträge hält beschwor den Geist von Steve Jobs. Mal ernst und auch die dunklen Seiten, dann wieder jovial, es war wirklich ein Fest ihn zu live sehen. Weil er so ehrlich wirkt: auf eine Frage aus dem Publikum, wie er sich denn bei Meinungsverschiedenheiten gegen Steve Jobs durchsetzen konnte, antwortet er einfach damit, dass er sich nie durchsetzen konnte.

Seine zehn Weisheiten aus seiner Apple-Zeit waren jetzt nicht gänzlich neu. Aber er ist einfach einer der ganz großen Redner des Marketings. Seine Themen und Thesen bleiben einfach hängen. Und ich war sehr froh, dass wir im Anschluss an seinen Vortrag noch ein schönes Foto machen konnten. Und so hatte die Conversion Summit 2014 am Ende nochmal einen unvergesslichen Höhepunkt. *freu*

Guy Kawasaki und ich.
Guy Kawasaki und ich.

Communication Camp in HoffART-Theater

Fünf Studenten der Hochschule Darmstadt, an der ich ja auch gerade einen Lehrauftrag habe, organisieren gerade eine Veranstaltung für die ich gerne die Werbetrommel rühre.

Zusammen mit der PR Agentur Quäntchen + Glück organisieren die Studenten am 07. und 08. Juli 2012 ein Communication Camp, rund um das alteingesessene HoffART-Theater, das im Martinsviertel in der Vergangenheit ums Überleben kämpfen musste, obwohl es immer einen Besuch wert ist. Ziel ist es, kreative Köpfe aus der Kommunikationsbranche zusammmen zu bringen und den Online-Auftritt des Theaters zu verfeinern. Es soll programmiert, gewerkelt und designt werden. Und es sollen Fotos und Videos entstehen, die den Charme des kleinen Theaters einfangen und das Projekt dokumentieren.

LEider kann ich uralubsbedingt nicht selbst an dem Communication Camp teilnehmen. Aber vielleicht findet ja jemand diesen Artikel und will mithelfen.

Affiliate Networkxx & Affiliate Conference

Ende vergangener Woche war ich auf der von Markus Kellermann Affiliate Conference in München mit dem anschließendem Klassiker Affiliate Networkxx. Das war natürlich mal wieder ein tolle Gelegenheit nette Menschen kennenzulernen aus meiner Branche, deren Wachstum niemand so richtig aufhalten kann, so scheint es mir manchmal.

Die Affiliate Conference war mal wieder ein etwas neues Konzept. Eigentlich ging sie nur einen guten Nachmittag lang und dennoch quetschten sich 12 Speaker in kurzen 15 Minuten-Slots hinein auf das Podium des Municon am Münchner Flughafen. Das war natürlich recht knackig, aber so richtig reichte die Zeit nicht, um eine Interaktion zu kontroversen Themen aufkommen zu lassen. Deshalb liege ich glaube ich nicht falsch, wenn ich wie Daniel Frerichmann behaupte, dass die Affiliate Conference vor allem für Neueinsteiger in dieser Form eine tolle Veranstaltung ist.

Eigentlich waren wir nur auf der Conference gelandet, weil die Tickets für die 12. Affiliate Networkxx noch schwieriger zu bekommen waren. Klar, die 80 Conference Teilnehmer haben ja auch ein Ticket für die Networkxx sicher gehabt. Letztendlich steht das Networken an so Tagen natürlich im Vordergrund – und das kann man in der Äirbräu Tenne natürlich vorzüglich. Schade, dass da nicht mehr reinpassen.

Trikoteinnahmen und Fanbasis in Europa

Es gibt mal wieder tolle Studien zur Wirtschaftlichkeit der Bundesliga von der Agentur SPORT+MARKT. Zum einen den European Jersey Report 2010/2011, in dem Bayern München als einziger Bundesliga Klub unter den Top5 Vereinen in Europa auftaucht. Wir erinnern uns: Die Deutsche Telekom kaufte für über 100 Millionen Euro die Sponsorrechte auf den Bayern-Trikots für fünf Jahre. (In der gleichen Woche kündigte Audi an 9,09% der Bayern-Aktien zu kaufen für “nur” 90 Millionen Euro. Nagut.)

Dabei nehmen die deutschen Vereine der 1. Bundesliga im Schnitt mehr Geld über Trikotsponsoring ein, als der Rest Europas. Rund 6,6 Millionen Euro haben die 18 deutschen Erstligisten in diesem Jahr im Schnitt eingenommen. Auf Rang zwei liegen die Klubs aus der englischen Premier League. Sie nehmen durchschnittlich 6,4 Millionen Euro ein.

www.fussball.de

Interressant ist auch die Studie zur Fanbasis in Europa. Es ist ja schon ein lange zu beachtendes Phänomen, dass deutsche Klubs im europäischen Ausland nicht wirklich Fans anziehen. Zu unkonstant die Leistungen, zu unsympathisch der Auftritt, zu uninspirierend das Fußballspiel – so meine These. Und dann ist da noch die Sprachbarriere.

Zum Teil ändert sich das ja gerade etwas im deutschen Fußball und die ersten Argumente fallen mehr und mehr weg, aber das wird wohl noch lange, lange Zeit dauern, bis sich dies auch auf die europäischen Fans auswirkt. Deshalb ist die folgende Statistik über die “Football Top 20” 2010 vermutlich mehr als nur eine Momentaufnahme.