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Lost: The beginning of the end

Achja, da war doch was. Lost ist zurück in den USA. Während hier die dritte Staffel demnächst in Doppelfolgen versendet ein eher unrühmliches Ende auf Prosieben findet, sind die folgenden Staffeln in den USA ja schon in trockenen Tüchern.

Nach Sichtung der neuen Folge muss ich sagen, dass ich nun endgültig sicher bin, dass viele Handlungsfäden lose Enden haben werden. Lost wird bewusst fragmentarisch bleiben und das ist ja auch nicht soo schlimm, denkt man an andere so angelegte Welten wie Herr der Ringe.

Gut angelaufen ist die vierte Staffel scheinbar. Mir bleibt es allerdings fraglich, ob der wehmütige Abschied, der schon in der letzten Folge der dritten Staffel heraufbeschworen wird, tatsächlich noch als Spannungsbogen für 3 Staffeln taugt. Bin irgendwie doch ein wenig enttäuscht, weil ich glaube, dass viele Lost-Geheimnisse in der Serie nicht gelüftet werden.

Andererseits ist da halt noch Spin-Off-Potential.

Kino 2.0

Ich hab ja den Wahnsinnstrailer vor ein paar Tagen schon gebloggt. Jetzt schreibt sogar der Spiegel über den Film, der aktuell unter dem vermeintlichen Fake-Namen “Cloverfield” firmiert. Der Lost-Produzenten J.J.Abrams zieht aktuell alle Register des viralen Marketing.

Nur so viel weiß die Branchen-Webseite IMDB.com: “Es dreht sich um eine Monster-Attacke auf New York aus der Sicht einer Handvoll Menschen.”
Die Geheimnistuerei hat zu einer entfesselten Schnitzeljagd im Internet geführt, der die Fachzeitschrift “Advertising Age” bereits zu der pikierten Bemerkung veranlasste: “Wir, das Filmpublikum, sind nun aufgefordert, Informationen über den Inhalt eines Films zu finden? Ist dafür nicht die Marketingabteilung zuständig?”

Haha! Die haben was nicht verstanden …

Als sorgsam dosierter Klatsch wurde “Cloverfield” prompt zum Selbstläufer. Amerikanischen Fernsehstationen, die von dem Phänomen berichten wollten, wurde eine Kopie des Trailers verweigert, Handy-Video-Mitschnitte auf YouTube wurden auf Verlangen von Paramount gesperrt, dann aber über die Apple-Website veröffentlicht. Findige Detektive hatten da bereits das Startdatum 1-18-08 gegoogelt, und siehe da: So gelangt man zu einer Webseite, die zunächst eines, dann zwei, dann drei Standbilder mit Timecode aus dem “Cloverfield”-Trailer zeigt. Die Fotos lassen sich per Mausklick drehen und wenden und auf geheimnisvolle Hinweise untersuchen. Die Fotos lassen sich per Mausklick drehen und wenden und auf geheimnisvolle Hinweise untersuchen – zum Beispiel die Zahlenkombination, die die Worte “We”ll Miss You” auf dem einen Foto bilden, wenn man sie auf den Kopf dreht. Oder die seltsame Teufelsgestalt im Haar der beiden Frauen auf einem anderen.

cloverfieldJ.J.Abrams meldete sich bisweilen kurz zu Wort und vermeldete geheimnisvoll, es gäbe noch weitere Webseiten, die sich auf den Film beziehen – und die Schnitzeljagd war eröffnet. Inzwischen hat men die Webseite slusho.jp als solche identifiziert, hier wird ein Getränk beworben, das einst in Abrams’ Fernseh-Serie “Alias” und nun auf einem T-Shirt im “Cloverfield”-Trailer auftauchte.

Das Ganze – also diese virale Marketing-Kampagne – erinnert doch stark an das Alternate Reality Game (ARG) The Lost Experience (zwischen der Staffeln 1 und 2 der Serie Lost), das damals weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Ist das Kino 2.0?

Wenn Spielfilme aussehen wie Ego-Shooter

Gerade habe ich den neuen Film des Lost-Erfinders und Produzenten J.J. Abrams gesehen. Der Film heißt Cloverfield und startet im Januar 2008 in amerikanischen Kinos. In der IMBD steht noch fast nichts. Aber noch einer aus dem Lost/Alias-Team arbeitet wohl an dem Projekt, Drew Goddard als Schreiber. Und was soll ich sagen … ein Blogger aus den USA schreibt

This was seriously the craziest and coolest trailer I have EVER seen!

und – verdammt – er hat recht.

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Bitte schaut euch den Trailer auch nochmal in groß und scharf an.

Was mir jetzt eigentlich an dem Trailer aufgefallen ist, neben dem Umstand, dass das ziemlich geil aussieht, ist, dass das doch sehr der Stimmung von modernen Ego-Shootern á la Half-Life 2 erinnert. Und dabei meine ich jetzt nicht nur die Ich-Perspektive (obwohl die zugegeben viel dazu beiträgt). Auch die Geräuschkulisse orientiert sich definitiv an interaktiven Vorbildern. Bin mal gespannt ob es zu dem Film auch ein Spiel gibt. Will nicht ausschließen, dass mich interessieren könnte.

(via: www.firstshowing.net)

Prison Break

Ich hab mich also auf Anraten einer Freundin, die derzeit in den USA lebt und arbeitet und eine gewisse latente Abscheu gegenüber meiner Lieblingsserie Lost zeigt, an die Serie Prison Break gemacht, die dort schon gegen Ende der zweiten Staffel geht und hier in Deutschland bestimmt in auch nicht allzu ferner Zukunft zu sehen sein wird. Um die Story – zumindest der ersten Staffel – kurz anzureißen: Michael Scofield begeht einen unblutigen, sinnlosen Banküberfall und wird zu einer Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis – wo sonst – Fox River verurteilt. Dort hält sich nicht ganz zufällig sein zum Tode verurteilter (Halb?-)Bruder Lincoln Burrows auf. Dieser ist mutmaßlich unschuldig am Mord des Bruders der Vize-Präsidenten. Wittert das jemand eine Verschwörung? Der Plan ist Burrows zu befreien und höchst artifiziell und verschlüsselt auf Scofields Körper eintätowiert.

Soweit so gut! Nette Idee, aber im Vergleich zu Lost geht das hochproduzierte Spektakel tatsächlich als Verlierer vom Feld. Vor allem aus zwei Gründen:

1. Was bei Lost schon ein wenig nervig ist, nämlich die überzeichnet stylischen Charaktere, wirkt in Prison Break schon ziemlich absurd. Fox River sollte eine Modellagentur aufmachen, da könnten dann die meisten Insassen – vor allem die Schwarzen und Latinos – noch ein Zubrot verdienen. Und die Weißen, also die Südstaatler sehen aus wie aus einem Musikvideo zu Sweet Home Alabama und dann sind da noch die Italiener, bei denen ich mit meiner Kritik doch Abstriche machen muss.

2. Ich bin ja jetzt schon auf dem Stand der zweiten Staffel und kann nur feststellen, dass man die Drehbuchschreiber immernoch nicht gefeuert hat. Die Charaktere in der Serie wechseln ihre Seiten und Meinungen im Minutentakt. Das macht tatsächlich in den allerwenigsten Situationen Sinn. Außerdem merkt man ganz genau – und damit im krassen Gegensatz zu Lost – wie Leute am Leben gelassen werden, weil man sie im Plot drei Folgen später, und nachdem sie gefühlte 5 Mal die Seiten gewechselt haben und zweimal verschwunden und wieder aufgetaucht sind, noch braucht um eine Information herauszugeben oder sonst irgendeine entscheidende – erneute – Wendung beizutragen. Ermüdend. Und ich befürchte, dass die Autoren dies nicht nur machen (mussten), weil die Marketingabteilung von Fox die Serie kurzfristig von 13 auf 22 Folgen ausbaute. Immerhin geht es in der zweiten Staffel genauso bescheuert weiter – zumindest in dieser Hinsicht.

Letztendlich ist die Serie aber wirklich gut produziert, erstaunlich liberal und gewalttätig. Und ich hab nur noch zwei Folgen, bis zum Ende der zweiten Staffel.