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Polizeiwillkür in Sachsen

Ja, unten in dem Film kann man die Polizei ja noch loben, wie sie mit den englischen Hooligans umgegangen sind hat sicherlich zu einer vorläufigen Deeskalation der Lage geführt. Allerdings wird auch dort schon angedeutet, dass der Umgang mit den deutschen Fans (ich betone hier Fans, nicht Hooligans) weit weniger zimperlich ist. Gestern ist jetzt wieder zu einem Akt staatlicher Polizeiwillkür gekommen, bei einem Zweitligaspiel zwischen dem 1.FC Köln und Aue. Während des Spiels in Sachsen wurden wohl einige Rauchbomben gezündet. Ein Umstand, der zwar nur bedingt gutzuheißen ist, jedoch nicht allzu ungewöhnlich und relativ ungefährlich. Was danach folgte, fasst in diesem Blog ein Kölner Rechtsanwalt zusammen.

In einem Artikel des Kölner Stadtanzeigers klingt es schon ein wenig an. Eine Polizistin, die in zivil Augenzeugen wurde schreibt im Kölner Forum, in dem durchaus kontrovers über die Vorgänge diskutiert wird, folgendes:

Ich war heute im Stadion. Ich habe nichts abbekommen. Da lag aber auch nur daran, dass ich keine super Stewardess bin, sondern zu den “Feinden” gehöre. Mein Dienstausweis hat mich heute davor gerettet, nicht voll was auf die Fresse zu bekommen. Dadurch, dass ich den dabei hatte, konnte ich mir 2 Frauen und 1 Kind schnappen und durch eine Absperrung verschwinden. Als ich zurück wollte, obwohl ich meinen Ausweis gezeigt, wurde mir der Knüppel vors Gesicht gehalten. Hätte ich den nicht dabei gehabt, wär dieser Knüppel hundertpro in meinem Gesicht gelandet, da bin ich mir tot sicher. Willkür gibts nicht? Tja, das hab ich selber bis vor ein paar Tagen behauptet, aber heute musste ich ansehen, dass die Welt doch ein wenig anders aussieht. Wie gesagt ich hab schon sehr viel gesehen, aber sowas ist mir noch nicht passiert. Es wurde wirklich wahllos auch auf Frauen und Kinder!!! drauflosgeprügelt. Von Deeskalation, was man tagtäglich von seinen Vorgesetzten eingetrichtert bekommt, keine Spur. Ich werde nie wieder Kollegen in Schutz nehmen, die ich nicht kenne. Das war heute nur einen gewaltgeile Horde Irrer in Uniform. Ich schäme mich abgrundtief für die Personen

WM 2006 Hooligan-Nachlese

Ich muss zugeben, es sind beeindruckende Bilder, die diese BBC-Dokumentation (“Hooligans – The Untold Story”) auch in Frankfurt gemacht hat. Sie vermitteln einen Eindruck den ich so gar nicht hatte. Einerseits denke ich zurecht, dass dieser Bericht ein wenig zugespitzt ist, andererseits kann man auch deutlich von einem Versagen der Vierten Gewalt während der WM sprechen. Den Medien war es wohl eindeutig wichtiger nationale Gefühle zu erwecken und Deutschtum zu heroisieren, als diesen Auseinandersetzungen, an denen zu jedem Zeitpunkt auch Deutsche beteiligt zu sein schienen, ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Achtung: Nachfolgende Dokumentation ist ca. eine Stunde lang, aber äußerst sehenswert (und man lernt was über den britischen Akzent).

Fußballfans sind keine Verbrecher

Ich habe mich entschlossen doch einen eigenen Post zu tätigen. Auch in Anlehnung an die Thematik “File-Sharer sind keine Verbrecher“.
Jetzt steht also der Vorschlag im Raum ein mit Fußballhooligans aller Welt einzuführen. Die Personalausweis- /Reisepassnummer reicht also nicht mehr aus. Man muss Hooligans auch an den Kratzspuren ihrer Opfer identifizieren können. Und es ist wie immer, die Argumente dagegen fallen einem zunächst schwer. ABER: Wenn man sich in der Fankultur Deutschlands auskennt, so kann man fest halten, dass es bis auf einige Ausnahmen zum Beispiel von den Eintracht Fans der überwiegende Teil aller ausgesprochenen Stadionverbote wieder aufgehoben werden, weil diese vor allem durch Polizeiwillkür entstanden. Diese Leute sind aber die ersten, die in dieser Kartei stehen werden. Und wie schwer man aus solchen Datenbanken rauskommt, davon kann ich euch ein Lied singen.
Zudem sei daran erinnert, dass nach den tragischen Ausschreitungen deutscher Hooligans bei der WM 1998 in Frankreich eine Aufhebung des Schengener Abkommens zu sportlichen Großereignissen eingerichtet wurde, nur um diese dann einige Zeit später auch auf politisch engagierte Globalisierungsgegner auszuweiten, die nach Frankreich, in die Schweiz oder nach Italien wollten. Sollte ähnliches auch mit dieser Datenbank geschehen, dann sehe ich schwarz für die Bürgerrechte in Deutschland.
Ich muss zugeben, dass mich die Bilder die gerade vor allem aus Polen nach Deutschland komme, mit schlimmen Ausschreitungen und einer Großzahl von (unerfassten) Hooligans, kann man schon Angst bekommen. Und diese blödsinnige Angst wird auch noch von Medien wie dieser gepusht, die doch tatsächlich behaupten die Frankfurter Ultras hätten sich schon mit Engländern und Polen zum Schlagabtausch verabredet. Erstens, nie im Leben, und zweitens, na und. Die meisten verabredeten sind brutal finden aber jenseits der Öffentlichkeit statt. Da stören sie niemanden.
Wirklich problematisch ist die Gewaltbereitschaft im allgemeinen. Und die wird man mit DNA-Erfassung wohl kaum besiegen.