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Alles andere ist Sozialismus!

Ich hegemanne mal an dieser Stelle:

»Wer arbeitet, muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet. Das muss man sagen dürfen. Alles andere ist Sozialismus.« Guido Westerwelle

Stalin (Rede auf dem ersten Unionskongress der Stossarbeiter der Kollektivwirtschaften):

“Manchmal sagt man: Wenn wir den Sozialismus haben – wozu dann noch arbeiten? Wir haben früher gearbeitet, arbeiten jetzt – ist es nicht an der Zeit, mit dem Arbeiten aufzuhören? Solche Reden sind grundfalsch, Genossen. Das ist die Philosophie von Faulenzern, nicht aber von ehrlichen Arbeitsleuten. Der Sozialismus verneint durchaus nicht die Arbeit. Im Gegenteil, der Sozialismus ist auf Arbeit begründet. Sozialismus und Arbeit sind voneinander untrennbar.

Lenin, unser großer Lehrer, sagte: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Was heißt das, gegen wen sind Lenins Worte gerichtet? Gegen die Ausbeuter, gegen diejenigen, die selbst nicht arbeiten, aber andere zum Arbeiten zwingen und sich auf Kosten anderer bereichern.

Und gegen wen noch? Gegen diejenigen, die selber faulenzen und auf Kosten anderer Vorteile ergattern wollen. Der Sozialismus erfordert nicht Faulenzerei, sondern ehrliche Arbeit von allen Leuten, Arbeit nicht für andere, nicht für Reiche und Ausbeuter, sondern Arbeit für sich, für die Gesellschaft. Und wenn wir ehrlich arbeiten, für uns, für unsere Kollektivwirtschaften – dann werden wir erreichen, dass wir in zwei, drei Jahren alle Kollektivbauern, sowohl die früheren armen Bauern als auch die früheren Mittelbauern, auf das Niveau von Wohlhabenden, auf das Niveau von Leuten heben, die Produkte in Fülle haben und ein kulturvolles Leben führen.

Das ist jetzt unsere nächste Aufgabe. Das können wir erreichen, und das müssen wir um jeden Preis erreichen. (Anhaltender Beifall.)”

(via: Pedrogranata)

Es ist Deutschland hier (Nachtrag)

Ich will mich auch kurz im Nachgang zu Guido Westerwelle und seiner Weigerung, einem BBC Reporter auf englisch zu antworten, äußern. Im ersten Augenblick war ich schon schockiert, dass er so wenig gut englisch kann. Aber ich erinnere mich nur zu gut, dass Joschka Fischer da auch so seine Probleme hatte anfangs – das hat ihn auch nicht abgehalten ein guter Außenminister zu sein – auch weil so gute Unterstützung durch meinen Prof hatte.

Was allerdings gar nicht geht, und was mich nachhaltig ärgert ist die Art und Weise wie Guido Westerwelle nachtritt und mit welchen Plattitüden.

Und damit das nur gleich klar ist, wir können auch außerhalb einer Pressekonferenz fabelhaft auch uns zum Tee treffen und dann sprechen wir nur Englisch. Aber … es ist Deutschland hier.

Anatol Stefanowitsch vom Bremer Sprachblog hat das ganz richtig zusammen gefasst:

Auf jeden Fall hat Westerwelles Weigerung einen gewissen (wenn auch typisch jungliberal verklemmten) Stil — allerdings nur, bis er in stereotypisierte Vorstellungen von teetrinkenden Engländern abgleitet, nachdem die Frage auf Deutsch gestellt und auf Deutsch beantwortet ist und es eigentlich keinen Grund mehr gibt, auf der Sache weiter herumzureiten
(…)
Das sollte er noch ein bisschen üben, damit er bei seinem Antrittsbesuch in Paris den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nicht aus Versehen als käsefressenden Kapitulationsaffen bezeichnet…