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Germanismen II

Weil sich immernoch ab und zu ein paar Internet-Surfer auf meine Seite zum Thema Germanismen verirren, dokumentiere ich an dieser Stelle einen Artikel der Frankfurter Rundschau vom 08.10.2001, der mir heute beim häuslichen Ausmisten in die Hände gefallen ist.

“Obercharming” finden Briten einfach “zeitgeisty”
Immer mehr deutsche Wörter und Begriffe halten Einzug ins Englische / Besonders beliebt ist das Wort “Diesel”
Von Christoph Driessen (London / dpa)

Seit den Terroranschlägen in den USA sind viele Briten “angst-ridden”, von der Angst geritten, also angstgeplagt. Die Romanheldin Bridget Jones findet neue Trends “zeitgaisty”. Und Tony Blairs Berater Peter Mandelson wird von seinen Gegnern als “spin-meister” kritisiert, als Meister der PR-Intrige.
An manchen Tagen könnte man beim Lesen britischer Zeitungen meinen, so mancher Journalist hätte Germanistik studiert. Deutsche Wörter, oft in Zusammenhang mit englischen, sind “ober-in”. Bisher konnte man sie an einer Hand abzählen, den “blitzkrieg”, den “kindergarten” oder das “fräulein”.
Um bei “ober-” zu bleiben: Dieser Vorsatz tauchte erst 1993 zum ersten Mal auf und ist seitdem zum Modewort geworden, das in zahllosen Zusammensetzungen verwendet wird: obercharming, obercool, oberblond. Bill Gates wird als “obernerd”, als Ober-Streber(sic!), die USA sind “oberpowerful” (übermächtig). “Man könnte stattdessen oft auch das englische “over” verwenden, aber “ober” klingt in unseren Ohren noch stärker”, sagt Jeremy Butterfield, Direktor der Wörterbuch-Sparte des Verlags Harper-Collins in Glasgow.
Eine Neuentdeckung für die Briten ist auch das altdeutsche Wort “Meister”. Inzwischen gibt es auf der Insel rock meister, culture meister, gag meister, horror meitser und puzzle meister. “Das greift um sich”, sagt Butterfield. “Meist sind es Journalisten, die diese Wortschöpfungen als Erste benutzen, weil sie interessant schreiben wollen.” Butterfield hat für die Deutsche Presse-Agentur in Zusammenarbeit mit der Datenbank der englischen Sprache auch herausgefunden, was die am meisten verwendeten deutschen Wörter sind: An erster Stelle steht “Diesel”, gefolgt von “Blitz”, “Alzheimer” und “Angst”.
“Angst” wurde 1849 erstmals von der englischen Schriftstellerin George Eliot benutzt. “Fear” (Furcht) haben die Briten heute vor dem Fliegen oder dem Zahnarzt, “Angst ist existenzieller, dunkler”, erläutert Michael Clark vom Wörterbuch-Verlag Oxford University PRess.
1852 fand das Wort “Schadenfreude” Eingang in die englische Sprache. Inzwischen ist es soweit verbreitet, dass es sogar in der US-Zeichentrickserie “Die Simpsons” vorkommt. “In diesem Fall ist das recht einfach zu erklären”, sagt Butterfield. “Wir haben dafür einfach keine Entsprechung im Englischen.” Das gleiche gilt für “glockenspiel”, “rollmop” (Rollmops), “kohlrabi”, “dirndl”, “flak”, “doberman”, “rucksack” und “wunderkind”. Andere Begriffe sind einfach wörtlich übersetzt worden, etwa “foreword” (Vorwort) und der ominöse “G-spot” (G-Punkt). Dagegen ist die “hausfrau” nicht das beziehungsweise die Gleiche wie ein(e) “house wife”; die Erste ist ein biederes Heimchen am heimischen HErd.
Einen intellektuellen Einschlag gibt man sich mit Begriffen wie “leitmotiv”, “hinterland”, “kulturkampf”, “realpolitik”, “putsch”, “weltanschauung” und “götterdämmerung”.
“Oft wirken Leute, die solche Wörter benutzen, allerdings eher anmaßend als gescheit”, meint Redakteur Michael Clark. “Ich habe mal eine Rede gehört, in der der Referent ständig das deutsche Wort ‘Gesellschaft’ benutzte. Das Problem war: In Wirklichkeit meinte er ‘Gemeinschaft’.”

Germanismen

Der Spiegel berichtet von lustigen in Südkorea. Hat auch eine schöne Fotostrecke zusammengebastelt. Mich persönlich wundern dies jedoch nicht, schließlich hat die (GFDS) erst vor gut einem Jahr seine Mitglieder aus aller Welt aufgefordert Germanismen zu sammeln und einzuschicken. Hier das Ergebnis. (PDF)
So richtig witzig find ich da nämlich das frz. vasistdas (bezeichnet ein Kellerfenster) oder aber das pln. fajerwerk (Feuerwerkskörper) über das ich schon persönlich in einem polnischen Supermarkt gestolpert bin.