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Prison Break

Ich hab mich also auf Anraten einer Freundin, die derzeit in den USA lebt und arbeitet und eine gewisse latente Abscheu gegenüber meiner Lieblingsserie Lost zeigt, an die Serie Prison Break gemacht, die dort schon gegen Ende der zweiten Staffel geht und hier in Deutschland bestimmt in auch nicht allzu ferner Zukunft zu sehen sein wird. Um die Story – zumindest der ersten Staffel – kurz anzureißen: Michael Scofield begeht einen unblutigen, sinnlosen Banküberfall und wird zu einer Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis – wo sonst – Fox River verurteilt. Dort hält sich nicht ganz zufällig sein zum Tode verurteilter (Halb?-)Bruder Lincoln Burrows auf. Dieser ist mutmaßlich unschuldig am Mord des Bruders der Vize-Präsidenten. Wittert das jemand eine Verschwörung? Der Plan ist Burrows zu befreien und höchst artifiziell und verschlüsselt auf Scofields Körper eintätowiert.

Soweit so gut! Nette Idee, aber im Vergleich zu Lost geht das hochproduzierte Spektakel tatsächlich als Verlierer vom Feld. Vor allem aus zwei Gründen:

1. Was bei Lost schon ein wenig nervig ist, nämlich die überzeichnet stylischen Charaktere, wirkt in Prison Break schon ziemlich absurd. Fox River sollte eine Modellagentur aufmachen, da könnten dann die meisten Insassen – vor allem die Schwarzen und Latinos – noch ein Zubrot verdienen. Und die Weißen, also die Südstaatler sehen aus wie aus einem Musikvideo zu Sweet Home Alabama und dann sind da noch die Italiener, bei denen ich mit meiner Kritik doch Abstriche machen muss.

2. Ich bin ja jetzt schon auf dem Stand der zweiten Staffel und kann nur feststellen, dass man die Drehbuchschreiber immernoch nicht gefeuert hat. Die Charaktere in der Serie wechseln ihre Seiten und Meinungen im Minutentakt. Das macht tatsächlich in den allerwenigsten Situationen Sinn. Außerdem merkt man ganz genau – und damit im krassen Gegensatz zu Lost – wie Leute am Leben gelassen werden, weil man sie im Plot drei Folgen später, und nachdem sie gefühlte 5 Mal die Seiten gewechselt haben und zweimal verschwunden und wieder aufgetaucht sind, noch braucht um eine Information herauszugeben oder sonst irgendeine entscheidende – erneute – Wendung beizutragen. Ermüdend. Und ich befürchte, dass die Autoren dies nicht nur machen (mussten), weil die Marketingabteilung von Fox die Serie kurzfristig von 13 auf 22 Folgen ausbaute. Immerhin geht es in der zweiten Staffel genauso bescheuert weiter – zumindest in dieser Hinsicht.

Letztendlich ist die Serie aber wirklich gut produziert, erstaunlich liberal und gewalttätig. Und ich hab nur noch zwei Folgen, bis zum Ende der zweiten Staffel.