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Milliarden für Steuer / Millionen für Anwalt

Da hat N24 mal wieder eine Story an die Angel bekommen. Und es hat noch nicht mal was mit Doping zutun.

Wegen eines aberwitzigen Mißgeschicks bei einem Steuerbescheid für eine Imbissbudenbesitzerin in Höhe von über zwei Milliarden Euro droht dem Freistaat Bayern eine Schadenersatzzahlung in Millionenhöhe.
Das Finanzamt München hatte irrtümlicherweise von einer Imbissbudenbetreiberin eine Umsatzsteuervorauszahlung in Höhe von exakt 2.129.062.104 Euro und 16 Cent gefordert, wie das Landgericht München am Mittwoch mitteilte. Tatsächlich fällig wäre jedoch nur ein Betrag von 108,82 Euro fällig gewesen.

Das alleine find ich schon ganz witzig. Ich meine die Bayern müssen ja derzeit auch den Stoiber ertragen, da kann so ne Steuerbehörde nur geringfügig enervierend sein. Kathartisch kommt aber jetzt der Steuerberater der “Imbissbudenbesitzerin” ins Spiel, den sie sich logischerweise sofort nahm, nachdem das Finanzamt den Bescheid nicht sofort innerhalb der selbst von ihm gesetzten Zahlungsfrist korrigierte, obwohl die völlig schockierte Kleinunternehmerin noch am gleichen Tag die Sacharbeiter telefonisch über die Panne informierte hatte. Das Honorar eines Steuerberaters für einen simplen Brief an das Finanzamt errechnet sich gemäß der geltenden Gebührenordnung nach dem Streitwert: So müsste die Imbissbudenbesitzerin deshalb ihrem Steuerberater über 2,5 Millionen Euro plus Mehrwertsteuer zahlen und fordert nun Schadenersatz.

Clevererweise hat sie die Schadensersatzansprüche schon an zwei Rechtsanwälte abgetreten. Das spart Nerven und das hat die gute Frau bestimmt nötig.