Google Street View startet endlich auch in Deutschland. Ab 14. September werden die größten 20 Städte online gestellt. Endlich!
Und während die Fortschrittspessimisten und Häuslebesitzer den Untergang des Abendlandes herbei reden (sorry Robin) hält Sascha Lobo ein Plädoyer für die Innovationskraft der digitalen Öffentlichkeit. Auf zwei Punkte möchte ich genauer eingehen:
1) schreibt Robin: “Ein wichtiger Punkt wird hierbei sein, dass jeder ein Recht auf einen Blick in ALLE! Straßen hat.”
Robin, ganz ehrlich. Das ist schon heute so. Gib mir doch mal bitte mal einen Grund, warum es mir als Person nicht erlaubt sein sollte auf dein Haus zu schauen. Und jetzt überleg dir mal die rechtlichen Konsequenzen, wenn dies wirklich verboten wäre.
Dann dürfte keine mehr irgendwelche Fotos online stellen, ohne die Hausbesitzer zu fragen. Nur weil Google alle Häuser fotografiert hat ist das noch überhaupt kein qualitativer Unterschied zu einer realen Person, die ein Foto macht.
Ich sehe ein, dass es ein Recht am eigenen Bild gibt. Denn mein Bild ist ein Teil meiner Persönlichkeit als Individuum. Ein Recht am Bild meines Eigentums kann es meiner Meinung nach nicht geben. Ich finde sogar, dass es kein Recht am Bild von Kunstwerken geben sollte, solange diese in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Denn was öffentlich ist, ist nun mal öffentlich.
2) carta.info schreibt: “Anders als Sascha Lobo vermutet, ist die digitale Öffentlichkeit also gar nicht so öffentlich, sie befindet sich in Privatbesitz einer Firma. Wenn es eine echte Öffentlichkeit wäre, müssten die Bilder unter einer CC-Lizenz stehen.”
Right. Das ganze ist tatsächlich der wunde Punkt. Erst vor ein paar Tagen ging eine Studie durch das Netz, dass Deutschland im 19. Jahrhundert gerade weil es kein Urheberrecht kannte, so einen großen Fortschrittssprung gemacht hat. Das ist tatsächlich kaum wissenschaftlich zu belegen und daher eher ein Credo, aber eines an das ich glaube.
Andererseits, wissen wir auch, wie Google mit seinen Daten (z.B. bei Google Maps) umgeht – großzügig. Man kann sie leicht und einfach verwenden und sie sind mashable. Eigentlich sind sie großartig aufbereitet für jeden, der sie nutzen will. Warum sollte es mit diesen Daten anders sein. Diese Daten mögen im Besitz einer Privatfirma sein, sie sind aber dank der speziellen Ethik Googles dennoch teil der digitalen Öffentlichkeit.
Dass dahinter Geschäftsmodelle stehen, die die Kosten des Vorhaltens der Daten wieder monetarisieren sollen, das kann man Google nun nicht wirklich böse nehmen. Ich sehe dennoch nicht gegen welches grundlegende Recht Google da verstoßen soll, das Persönlichkeitsrecht ist es ja wohl mal nicht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch nicht (steht ja nirgends wer da wohnt, oder wem es gehört).
UPDATE:
Passend dazu auch der Lacher des Tages von Fefe.
Google Street View startet endlich auch in Deutschland. Ab 14. September werden die größten 20 Städte online gestellt. Endlich!
Und während die Fortschrittspessimisten und Häuslebesitzer den Untergang des Abendlandes herbei reden (sorry Robin) hält Sascha Lobo ein Plädoyer für die Innovationskraft der digitalen Öffentlichkeit. Auf zwei Punkte möchte ich genauer eingehen:
1) schreibt Robin: "Ein wichtiger Punkt wird hierbei sein, dass jeder ein Recht auf einen Blick in ALLE! Straßen hat."
Robin, ganz ehrlich. Das ist schon heute so. Gib mir doch mal bitte mal einen Grund, warum es mir als Person nicht erlaubt sein sollte auf dein Haus zu schauen. Und jetzt überleg dir mal die rechtlichen Konsequenzen, wenn dies wirklich verboten wäre.
Dann dürfte keine mehr irgendwelche Fotos online stellen, ohne die Hausbesitzer zu fragen. Nur weil Google alle Häuser fotografiert hat ist das noch überhaupt kein qualitativer Unterschied zu einer realen Person, die ein Foto macht.
Ich sehe ein, da
Tags: Datenschutz, Google, Sascha Lobo, Street View
12. August 2010 | Netzwelt, Politics | 2 Kommentare

Was waren die Stopp-Schild-Debatten doch leicht und die böse Seite schnell und einfach zu erklären. Warum jetzt die relativ abstrakte Netzneutralität zum Thema der Netzaktivisten wird, ist nicht immer so einfach zu erklären.
Klar ist, dass wir alle im Sinne der Meinungsfreiheit ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe wollen. Wenn sich jetzt Google/Youtube in den USA beim ISP Verizon eine Vorfahrt ihrer Daten sichert, welche Auswirkungen hat das, wenn man das weiter denkt? Kann es sein, dass eine Telekom oder ein O2 einen Premium-DSL Zugang zum Internet anbietet, der dann auch Youtube und Facebook beinhaltet – ohne ist es günstiger. Und was kommt dann als nächstes: das gefilterte Internet ohne vermeintliche Pornographie und Gewaltdarstellungen? Da gehen einem natürlich die Alarmglocken an.
Unter pro-netzneutralitaet.de/infos gibt es noch eine ganze Menge Internetressourcen zu dem Thema, das ich jedem ans Herz lege. Ich habe die Erklärung der Initiative Pro Netzneutralität unterzeichnet, weil ich glaube, dass Deutschland – genau wie Chile – eine gesetzliche Garantie braucht, dass wir auch in Zukunft ein freies Internet haben. Nur so kann eine freiheitliche und innovationsfähige progressive Gesellschaft möglich ist.
Was waren die Stopp-Schild-Debatten doch leicht und die böse Seite schnell und einfach zu erklären. Warum jetzt die relativ abstrakte Netzneutralität zum Thema der Netzaktivisten wird, ist nicht immer so einfach zu erklären.
Klar ist, dass wir alle im Sinne der Meinungsfreiheit ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe wollen. Wenn sich jetzt Google/Youtube in den USA beim ISP Verizon eine Vorfahrt ihrer Daten sichert, welche Auswirkungen hat das, wenn man das weiter denkt? Kann es sein, dass eine Telekom oder ein O2 einen Premium-DSL Zugang zum Internet anbietet, der dann auch Youtube und Facebook beinhaltet - ohne ist es günstiger. Und was kommt dann als nächstes: das gefilterte Internet ohne vermeintliche Pornographie und Gewaltdarstellungen? Da gehen einem natürlich die Alarmglocken an.
Unter pro-netzneutralitaet.de/infos gibt es noch eine ganze Menge Internetressourcen zu dem Thema, das ich jedem ans Herz lege. Ich habe die Erklärung der Initiative Pro Netzneutra
Tags: Datenschutz, Google, Netzneutralität, Youtube
11. August 2010 | Netzwelt, Politics | Kein Kommentar
Huch, eben noch über die 2,8 GB Facebook-Profildaten gebloggt. Jetzt ist schon getrackt worden, welche Firmen sich den Torrent gezogen haben.
A.C. Nielsen
Agilent Technologies
Apple
AT&T – möglicherweise Macrovision
Baker & McKenzie
BBC
Bertelsmann
Boeing
Cisco Systems
Cox Enterprises
Davis Polk & Wardwell
Deutsche Telekom
Disney
Duracell
Ernst & Young
Fujitsu
Goldman Sachs
Halliburton
HBO & Company
Hilton Hospitality
Hitachi
HP
IBM
Intel
Intuit
Levi Strauss & Co.
Lockheed-Martin Corp
Lucasfilm
Lucent
Lucent Technologies
Matsushita Electric Industrial Co
Mcafee
MetLife
Mitsubishi
Motorola
Northrop Grumman
Novell
Nvidia
O’Melveny & Myers
Oracle Corp
Pepsi Cola
Procter and Gamble
Random House
Raytheon
Road Runner RRWE
Scientology
Seagate
Sega
Siemens AG
SONY CORPORATION
Sprint
Sun Microsystems
Symantec
The Hague
Time Warner Telecom
Turner Broadcasting system
Ubisoft Entertainment
Unisys
Univision
USPS
Vereinte Nationen
Viacom
Vodafone
Wells Fargo
Xerox PARC
Gut man muss sagen, die haben wohl nur die IPs aufgelöst. Das können natürlich auch einfach “interessierte” Mitarbeiter gewesen sein. Interessant aber, wer sich so alles unter den Facebook-Profil-Snatchern befindet … und wer nicht: Google.
(via: gulli)
Huch, eben noch über die 2,8 GB Facebook-Profildaten gebloggt. Jetzt ist schon getrackt worden, welche Firmen sich den Torrent gezogen haben.
A.C. Nielsen
Agilent Technologies
Apple
AT&T - möglicherweise Macrovision
Baker & McKenzie
BBC
Bertelsmann
Boeing
Cisco Systems
Cox Enterprises
Davis Polk & Wardwell
Deutsche Telekom
Disney
Duracell
Ernst & Young
Fujitsu
Goldman Sachs
Halliburton
HBO & Company
Hilton Hospitality
Hitachi
HP
IBM
Intel
Intuit
Levi Strauss & Co.
Lockheed-Martin Corp
Lucasfilm
Lucent
Lucent Technologies
Matsushita Electric Industrial Co
Mcafee
MetLife
Mitsubishi
Motorola
Northrop Grumman
Novell
Nvidia
O'Melveny & Myers
Oracle Corp
Pepsi Cola
Procter and Gamble
Random House
Raytheon
Road Runner RRWE
Scientology
Seagate
Sega
Siemens AG
SONY CORPORATION
Sprint
Sun Microsystems
Symantec
The Hague
Time Warner Telecom
Turner Broadcasting system
Ubisoft Entertainment
Unisys
Univision
USPS
Vereinte Nationen
Viacom
Vodafone
Wells F
Tags: Datenschutz, Facebook
3. August 2010 | Netzwelt | Kein Kommentar
Ups, sind da etwa 2,8 gb Daten aus Facebook gefallen? Naja, jetzt gibt es sie als torrent. Aber was macht man damit? Ganz klar: Die Liste der häufigsten Vornamen und Nachnamen der Facebook User – hier zumindest mal die Top 10:
977014 michael
963693 john
924816 david
819879 chris
640957 mike
602088 james
584438 mark
515686 jason
503658 robert
484403 jessica
913465 smith
571819 johnson
512312 jones
503266 williams
471390 brown
386764 lee
360010 khan
355639 singh
343220 kumar
324972 miller
Das Torrent enthält übrigens:
- Die URLs aller searchable Facebook User-Profile
- Die Namen jedes searchable Facebook Users (unique and by count – perfect for post-processing, datamining, etc.)
- Errechnete Listen, inklusive Vornamen, Nachnamen mit jeweiliger Anzahl etc.
- Die Programme und Tools die notwendig waren, um das alles zu erstellen
Ups, sind da etwa 2,8 gb Daten aus Facebook gefallen? Naja, jetzt gibt es sie als torrent. Aber was macht man damit? Ganz klar: Die Liste der häufigsten Vornamen und Nachnamen der Facebook User - hier zumindest mal die Top 10:
977014 michael
963693 john
924816 david
819879 chris
640957 mike
602088 james
584438 mark
515686 jason
503658 robert
484403 jessica
913465 smith
571819 johnson
512312 jones
503266 williams
471390 brown
386764 lee
360010 khan
355639 singh
343220 kumar
324972 miller
Das Torrent enthält übrigens:
Die URLs aller searchable Facebook User-Profile
Die Namen jedes searchable Facebook Users (unique and by count - perfect for post-processing, datamining, etc.)
Errechnete Listen, inklusive Vornamen, Nachnamen mit jeweiliger Anzahl etc.
Die Programme und Tools die notwendig waren, um das alles zu erstellen
Tags: Datenschutz, Facebook
30. July 2010 | Netzwelt | Kein Kommentar
Habe wohl Glück gehabt, denn keine Email bekommen von WISO, die gestern massenhaft Mails verschickten, an User deren Daten sie von einem chinesischen Server geladen hatten. Verantwortlich scheint eine Registrierung bei einer Wirtschaftprüfung zu sein bei der sich die Betroffenen beworben hatten. Die hatten ihre Daten wohl nicht verschlüsselt.
Jedenfalls warnt die Mail von WISO davor das Passwort weiter zu verwenden. Und die Aufmerksamkeit der Empörer hat sie jedenfalls. Lesenswerter als die Artikel sind jedoch die Kommentare.
Edit: Mittlerweile kann man den Namen verraten. Die Wirtschaftsprüfer, die sich ihre Bewerberdatenbank haben klauen lassen sind PricewaterhouseCooper, ein Big-4 Unternehmen. Zur Pressemitteilung geht’s hier.
Habe wohl Glück gehabt, denn keine Email bekommen von WISO, die gestern massenhaft Mails verschickten, an User deren Daten sie von einem chinesischen Server geladen hatten. Verantwortlich scheint eine Registrierung bei einer Wirtschaftprüfung zu sein bei der sich die Betroffenen beworben hatten. Die hatten ihre Daten wohl nicht verschlüsselt.
Jedenfalls warnt die Mail von WISO davor das Passwort weiter zu verwenden. Und die Aufmerksamkeit der Empörer hat sie jedenfalls. Lesenswerter als die Artikel sind jedoch die Kommentare.
Edit: Mittlerweile kann man den Namen verraten. Die Wirtschaftsprüfer, die sich ihre Bewerberdatenbank haben klauen lassen sind PricewaterhouseCooper, ein Big-4 Unternehmen. Zur Pressemitteilung geht's hier.
Tags: Datenschutz
4. September 2008 | Politics | 1 Kommentar
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