Tag Archives: Bundestagswahl

Bundestagswahl 2013 (jetzt auch auf Google)

Umfangreiche Informationen zur bevorstehenden Bundestagswahl in Deutschland stellt jetzt auch Google unter google.de/wahlen zu Verfügung. Das Portal soll als digitaler Treffpunkt für Bürger, Kandidaten, Medien und Parteien fungieren. Neben aktuellen Nachrichten stehen natürlich auch Suchtrends zum politischen Interesse in Deutschland. Inhaltlich arbeitet Google mit politik-digital.de zusammen.
google-btw13

Auch 2009 hatte es zur Bundestagswahl ein Google Spezial gegeben. Leider hat Google dieses offline genommen, aber soweit ich mich erinnere, gab es damals nur eine Seite von Google Trends mit aufbereiteten Darstellungen zur Suchnachfrage der einzelnen Parteien und Politiker. Da steht dieses Jahr doch eine deutlich stärkere inhaltliche Auseinandersetzung im Vordergrund. Das ist spannend, denn so neutral ist Google in den letzten Monaten ja politisch nicht aufgetreten. Immerhin hat Google gegen das Leistungsschutzrecht ganz schön öffentlich die Werbetrommel gerührt. Und das ging ja implizit gegen CDUSPDFDP.

Auch interessant, wie Google versucht die Themen, die für die Bundestagswahl interessant sind, zu strukturieren. Sie haben ein Visual mit einer Stadt, in der sie Sprechblasen verorten:
google-btw13-banderole

Wahlrecht-Vergleich in der Zeit

Zusammen mit den großartigen Machern der Seite wahlrecht.de hat die Zeit mal das Experiment gewagt und das Bundestagswahlergebnis von 2009 in andere Wahlrechte übertragen. Anlass ist die Reform das bundesdeutschen Wahlrechts, dass ja verfassungswidrig war (und wahrscheinlich nach der Neuregelung immernoch ist). Deshalb werden auch das neue Wahlrecht und die Vorschläge der einzelnen Oppositionsparteien miterrechnet.

Andere Länder, andere Wahlsysteme

Natürlich ist Großbritannien mit ihrem “First-Past-the-Post“-Mehrheitswahlrecht bitter. Auch wenn es in deren regional stark fragmentierten Gesellschaft mehr Sinn macht.
Spannend finde ich aber insbesondere auch die Darstellung der Wahlsysteme, die man nicht so häufig zu sehen bekommt. So bekommt man z.B. in Griechenland als stärkste Fraktion 50 Zusatzmandate, was ich bis zur letzten Wahl dort gar nicht wusste. Oder: In Italien gruppieren sich jeweils zur Wahl Rechts- und Linksbündnisse und ich fragte mich schon immer, warum eigentlich. Jetzt weiß ich es. Das Wahlbündnis mit den meisten Stimmen erhält automatisch 54% der Mandate im Parlament. Verrückt. Aber natürlich nur in unseren Ohren.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie entsetzt mich eine Österreicherin (hallo Christina) während meiner Eramsuszeit fragte, wer denn in Deutschland entscheidet, wer Bundeskanzler ist, wenn das nicht der Bundespräsident macht. 😉

Bundestagswahl wieder offen / Emnid-Umfragen

Hui, Emnid veröffentlicht an zwei aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Umfrage zur Bundestagswahl – eine mit einem Erhebungszeitraum von vor den Landtagswahlen am 30.08. und eine danach – und siehe da:

Datum CDU SPD  GRÜNE FDP  LINKE And. Befragte Zeitraum
02.09.09 35 % 24 % 11 % 14 % 11 % 5 % 3.195 24.08.–31.08.
03.09.09 34 % 26 % 11 % 14 % 11 % 4 % 1.833 31.08.–02.09.

Da schiebt sich das Lager von 49% CDU/FDP – 46% SPD/Grüne/Linkspartei zu 48% – 48%. Gleichstand. Da ist er wieder der Bandwagoning-Effekt. Ob es wirklich für schwarz-gelb reicht, ich wage es zu bezweifeln. Das Momentum schwappt derzeit vielleicht erstmalig in diesem Wahlkampf zur SPD.

Web-Wahlkampf Web 2.0/09?

Torsten Schäfer-Gümbel hat es ja mit seinem Hessenwahlkampf angedeutet und im Jahr 1 Obama ist es auch nicht verwunderlich: Deutschland droht im Superwahljahr ein Wahlkampf wie er noch nie Web 2.0iger (webzwonulliger) war. Nun muss man sich als Wähler, der sich online bewegt auch irgendwie darauf vorbereiten, sich vielleicht sogar in Acht nehmen, oder zumindest seine Neugier kanalisieren.

Das Medium twitter (halte ich ja für den ineffektivsten Weg mit dem Wähler in Kontakt zu treten) hat ja auch schon Torsten Schäfer-Gümbel eingesetzt – und auch Koch hatte so etwas wie ein jugendliches, micro-bloggendes PR-Team. Zusammengefasst werden die twitter-Aktivitäten der Parteien nun auf der Webseite Parteigeflüster, die bereits 215 aktive Accounts von Parteien und Politikern bei twitter auf dem Radar hat.

Und dann gibt es da noch einen Wahl-im-Web-Monitor, der einen Index der Parteiaktivitäten bei den drei Web 2.0-Plattformen Youtube, Twitter und Facebook zusammenfassen soll. Im Moment ist das ganze noch als Blog organisiert, obwohl man die Ergebnisse auch als PDf bekommt – mal sehen ob da noch was kommt.

(via: off the record)