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Mehr Studienanfänger?

Zum Wintersemester 2008 gab es einen neuen Rekord der Studienanfänger. 385.000 Studenten in einem Semester. Die konservative Politik jubiliert und lässt sich von der Presse feiern.

Dass Blödsinn ist, hat mit einem einzigen Anruf beim Statistischen Bundesamt der Jobblogger Thorsten aufgedeckt. Denn – neben der Tatsache, dass aktuelle die Geburtenstärksten Jahrgänge Abitur machen und noch dazu Jahrgänge auf 12-Jahre-Abitur verkürzten – die Zahlen beziehen sich auf die Bewerbungen für Studiengänge ist sind als solche vorläufig. Denn die Tendenz, dass Studienanfänger sich immer häufiger für mehrere Studiengänge bewerben hat stark zugenommen, wie die Universitäten schon vor Monaten jammerten.

So bleibt die von vielzuvielen Medien unhinterfragte PR-Meldung nur eine Luftblase von Annette Schavan.

Studiengebühren, ach was!

Seit Wochen liegt Bildungsministerin Anette Schavan anscheinend eine Studie vor, die ihr wissenschaftlich belegt, was jeder gesunde Menschenverstand schon lange weiß: Studiengebühren hält junge Menschen vom Studium ab. Bisher dachte ich ja, das hätten selbst die Witzfiguren der CDU/FDP Bildungspolitiker kapiert und nur die Prioritäten anders gesetzt als ich es tun würde. Ob sich der Bildungsstandort Deutschland das leisten kann, ist nämlich die eigentliche Frage. Andere Rohstoffarme Länder wie Schweden und Finnland sind da anderer Meinung.

Annette Schavan jedenfalls behielt die Studie des HIS unter Verschluss, die dpa veröffentlichte nun Auszüge. Verschleierung unliebsamer Tatsachen aus politischen Gründen nennt man das wohl. Soll wohl alles in der Finanzkrise untergehen. Mal sehen welche Auswirkung die Studie auf die Bildungskonferenz haben wird, die ja ansteht. Der Spiegel schreibt:

Insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern verzichten offenbar wegen der Gebühren häufiger auf das Studium. Dagegen lassen sich Kinder aus Akademikerfamilien “deutlich seltener in ihrer Hochschulwahl beeinflussen”, stellt das HIS in der Studie laut dpa fest. Die Gebührendebatte habe unter Abiturienten und jungen Menschen mit Fachhochschulreife zu “erheblicher Verunsicherung” beigetragen – auch in Ländern, die noch keine Gebühren verlangen.