In Österreich kommt es dagegen zu einer absoluten Premiere: erstmals dürfen auf Staatsebene auch 16- und 17-Jährige wählen. Ich weiß es jetzt nicht genau, aber das könnte sogar das erste Mal weltweit sein. Der Wahlkampf ist aber nicht nur deshalb sehr abstrus. Im Radio konnte man sich die Werbung für den neusten Spitzenkandidaten-Song (“Jetzt downloaden!”) anhören. Der singt echt selbst. Unfassbar. Aber vor allem die FPÖ ist ständiger Unruheherd, da sie sich vor einiger Zeit gespalten hat und Haider nun von Klagenfurt aus mit seiner BZÖ (“Österreich den Österreichern!”) mit Nazi-Attitüde wieder ins Spiel bringen will.
Die Grünen bekommen seit Jahr und Tag keinen Fuß in eine Koalition und wirken aus der Entfernung ziemlich hilflos. ‘Dafür hatten sie eine coole Wahlplakat-Idee, Stichwort User Generated Content.
Währenddessen macht die dortige Bildzeitung die Kronen-Zeitung mächtig Politik. Im Auto kann man wunderbar deren Radiosender empfangen und die sind sich ja noch nicht mal zu schade um Lügendetektortest mit Spitzenpolitikern zu machen. Boulevard allez! Jedenfalls scheint SPÖ Spitzenkandidat Faymann (der verdächtig nach Bambi Zapatero aussieht) den ÖVP Kandidat Molterer im TV-Duell geschlagen zu haben – oder auch nicht. Egal, was das schon bedeutet, wer weiß es?
Ich war gestern in Begleitung im Darmstadium um dem Forum der Vordenker der PR-Agentur Profilwerkstatt beizuwohnen. Mit dabei Hessens Blogger Nummer 1 Robert Basic. Die anwesenden PR’ler wollten natürlich abchecken inwieweit sich Blogs und Web 2.0 für ihre Messages instrumentalisieren lassen. Da war es für Basic und Prof. Pleil von der HDA gar nicht so leicht, diese Herrschaften auf den Boden des Grundgesetzes zurückzuholen.
Aus dem Publikum wurde eine Frage gestellt, die einem normal denkenden Menschen mal mindestens zu einem Kopfschütteln bewegt, wer oder was denn einen Blogger dazu autorisieren würde, wenn er über ein Produkt oder ein Unternehmen schreibt. Hallo? Menschenrechte? Meinungsfreiheit?
Spannend bleibt aus PR Sicht natürlich schon die Frage, was man denn mit einem Budget so machen muss, wenn man es im Web 2.0 (nicht zu verwechseln mit dem Web 5.0, von dem ich gestern zum ersten Mal hörte) verpulvern will, um eine Message rüberzubringen. Viel konkretes zu dieser Frage konnte der Geschäftsführer der Profilwerkstatt dann auch nicht wirklich sagen. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass es da wohl auch nur in Einzelfällen konkrete Möglichkeiten gibt.
Kai Diekmann: “Mich interessiert ja überhaupt nicht, woher eine Geschichte kommt, sondern wie gut eine Geschichte ist. [... Zum Beispiel bei Youtube und Flickr] sind dann eben auch Inhalte, die nicht rechtmäßig zustande gekommen sind und deren Veröffentlichung nicht rechtmäßig ist. [... Ein solcher Inhalt] wird aber eben nicht bei Bild veröffentlicht, weil das nicht rechtmäßig ist.”
Gestern Abend bin ich zurück gekommen von einem Urlaub mit meinem kleinen roten Corsa (Bj 1995), das erfolgreich seine Alpenüberquerung 5 und 6 meisterte, und das trotz seiner <40 PS. Dabei gab es doch einiges an Überraschungen.
Überraschung Nr. 1:
Es regnet an der Adria. Also Planänderung. Statt des von mir sehnlich gewünschten Strandurlaubs, muss umdisponiert werden. Erstes Ziel Salzburg. Mozart und so. Sehr schön, viel Regen und sehr teuer. Das GEfühl sich Mozarts Geburts-, Wohn-, Sterbehaus nicht unbedingt ansehen zu müssen überwiegt dann doch. Stattdessen Aussicht genießen auf Burg und Mönchsberg (hab bei der Gelegenheit natürlich auch gleich angefangen die Brenner-Romane wieder zu lesen, die ich vorsorglich dabei hatte). Sachertorte gibt’s im Café Sacher, Mozartkugeln gegenüber von Mozarts Geburtshaus.
Überraschung Nr. 2:
Doppelmaut in Österreich. Die 10-Tages-Vignette reicht also nicht aus, um über die Alpen zufahren. Lange Tunnel erfordern eine extra Maut, so dass eine Alpenüberquerung dann nochmal 10-13€ kosten. War mir nicht bewusst.
Überraschung Nr. 3:
Die kleine Venedig vorgelagerte Stadt Treviso ist wunderschön. Komplett frei von Touristen und auch das Wetter spielt auf einmal mit auch wenn es für einen Strandurlaub immer noch nicht reicht.
Überraschung Nr. 4:
Venedig. Unglaublich. Das hatte ich nicht erwartet. Trotz der vielen Touristen, einfach umwerfend schön und romantisch. Markusplatz stand knöcheltief unter Wasser, die Touris natürlich auf so Podestwegen gelaufen. Gegenplan: Schuhe aus und über den leicht ekligen Platz. Sehr witzig. Die San Marco Kirche war wirklich stark beeindruckend. Rialto-Brücke eher weniger. Insgesamt hatte ich nicht im Ansatz erwartet, dass VEnedig doch so schön sein könnte.
Überraschung Nr. 5:
Italiens Strände lohnen nicht. Eigentlich sind sämtliche Strände Privatstrände, d.h. gehören Hotels, die dann dicht auf dicht ihre Liegen platzieren. Nicht gut. Für einen Strandurlaub taugt Italien überhaupt nicht. Finger weg!
(Böse) Überraschung Nr. 6:
Kofferraum aufgebrochen. Aber Glück im Unglück, weil unfähige Italiener bekommen das 13 Jahre alte Schloss nicht komplett auf. Koffer waren also noch drin, Kofferraum ging nur nicht mehr auf. Das war ein Schreck und dann ging es natürlich schnell wieder zurück in die Zivilisation bzw. nein, erst nochmal nach Österreich.
Überraschung Nr. 7:
Überraschend richtige Entscheidung in Klagenfurt nach unserer Ankunft und dem Besuch eines ÖMTAC-Menschen (Ösi-ADAC) nicht in die Stadt zu gehen, sondern uns Minimundus anzuschauen. Eine Miniweltreise, die es schon seit 50 Jahren gibt. Also die wurde natürlich seit dem stark ausgebaut und zeigt derzeit 144 Exponate – von bestimmten Schiffen und Zügen bis zum imposanten Petersdom. Überraschend war dann auch die Klagenfurter Innenstadt, die ich mir imposanter vorgestellt hatte – immerhin UNESCO-Weltkulturerbe.
Überraschung Nr. 8:
Dann ging es noch zu einer Hochzeit in Neuhofen an der Ybbs – da wo die Heftchen herkommen. Und die Überraschung des Abends war für mich, dass ich gegen 2.30h tatsächlich zu Howard Carpendales “Hello Again” auf der Tanzfläche gesichtet wurde. Über die Umstände möchte ich nicht sprechen.
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