Die Telekom hat heute eine Mitteilung zum Thema Netzneutralität verfasst. Ich werde das nicht ausführlich kommentieren. Allerdings ein paar Auszüge will ich dann doch zitieren.
Eine strikte Gleichbehandlung sämtlicher Datenpakete würde qualitätsempfindliche Anwendungen in ihrer Funktion einschränken beziehungsweise sie ganz unmöglich machen. Innovative Dienste würden so verhindert. Deshalb ist eine intelligente Steuerung des Internetverkehrs nötig. Dabei geht es nicht um Zensur oder die Frage, ob bestimmte Daten überhaupt transportiert werden. Es geht lediglich darum, welche Qualität beim Transport garantiert wird. Die Telekom wird den Zugriff auf Inhalte nicht beschränken und konkurrierende Dienste nicht blockieren.
Und weiter …
Wenn unterschiedliche Qualitätsklassen im Netz eingeführt werden, werden wir diese der Internetwirtschaft diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden wir den Kunden Netzmanagementmaßnahmen transparent kommunizieren.
Und dann heißt es …
Deshalb ist es Teil der Strategie der Telekom, neue internetbasierte Dienste anzubieten. Dazu gehören unter anderem auch Qualitätsklassen für besonders empfindliche Dienste. So tragen diejenigen Nutzer einen größeren Teil der Kosten, die besonders stark vom Netzausbau profitieren.
Ok, und nun kommt ein Trick. Wie schnell kommt man von einem Thema, das nicht reguliert ist, zum hochregulierten Wettbewerbsrecht?
Braucht es neue Gesetze, um ein offenes und freies Internet sicherzustellen?
Das EU-Recht erlaubt die Einführung von Netzmanagementmaßnahmen zur Qualitätssicherung. Die Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden können bereits heute bei wettbewerbswidrigem Verhalten einschreiten. Insofern besteht kein Bedarf für zusätzliche Regelungen.
Von Bushido kann man ja auch oft genug angeekelt sein, aber er ist weitestgehend authentisch. Ich habe gestern dieses Video entdeckt und ich finde es einfach erstaunlich, wenn so eine streitbare und nicht unprominente Person über das Computer-Spielen redet, wie ich es auch tun würde. Über durchgezockte Nächte, über die gleichen Blizzard Spiele, die man selbst so mag, über Realitäten und virtuelle Realitäten, und darüber wie man sich seine Zeit einteilt, wenn man in mehreren sozialen Zusammenhängen denkt.
Coole Aktion von Jens Best. Um der Street View Panikmache der Politik etwas entgegenzusetzen hat er ein Projekt entworfen, mit dem er die verpixelten Gebäude von Streetview doch noch in die digitale Welt holt. Einfach indem er sie abfotografiert und online stellt. (Alles weitere dürfte dann durch ein Mashup möglich sein.)
Die Aktion “Verschollene Häuser” findet man unter http://streetview.mixxt.de/. Argumentiert wird mit dem Recht auf einen digitalen Raum – was natürlich eine verquere Logik ist. Ich bleibe jedoch dabei, dass Privateigentum nicht mit Persönlichkeitsrechten geschützt werden kann und die Politik einmal mehr ein Sommerlochthema braucht, um von den eigentlichen Problemen abulenken und unsere Rechte ganz nebenbei weiter einzuschränken.
Google Street View startet endlich auch in Deutschland. Ab 14. September werden die größten 20 Städte online gestellt. Endlich!
Und während die Fortschrittspessimisten und Häuslebesitzer den Untergang des Abendlandes herbei reden (sorry Robin) hält Sascha Lobo ein Plädoyer für die Innovationskraft der digitalen Öffentlichkeit. Auf zwei Punkte möchte ich genauer eingehen:
1) schreibt Robin: “Ein wichtiger Punkt wird hierbei sein, dass jeder ein Recht auf einen Blick in ALLE! Straßen hat.”
Robin, ganz ehrlich. Das ist schon heute so. Gib mir doch mal bitte mal einen Grund, warum es mir als Person nicht erlaubt sein sollte auf dein Haus zu schauen. Und jetzt überleg dir mal die rechtlichen Konsequenzen, wenn dies wirklich verboten wäre.
Dann dürfte keine mehr irgendwelche Fotos online stellen, ohne die Hausbesitzer zu fragen. Nur weil Google alle Häuser fotografiert hat ist das noch überhaupt kein qualitativer Unterschied zu einer realen Person, die ein Foto macht.
Ich sehe ein, dass es ein Recht am eigenen Bild gibt. Denn mein Bild ist ein Teil meiner Persönlichkeit als Individuum. Ein Recht am Bild meines Eigentums kann es meiner Meinung nach nicht geben. Ich finde sogar, dass es kein Recht am Bild von Kunstwerken geben sollte, solange diese in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Denn was öffentlich ist, ist nun mal öffentlich.
2) carta.info schreibt: “Anders als Sascha Lobo vermutet, ist die digitale Öffentlichkeit also gar nicht so öffentlich, sie befindet sich in Privatbesitz einer Firma. Wenn es eine echte Öffentlichkeit wäre, müssten die Bilder unter einer CC-Lizenz stehen.”
Right. Das ganze ist tatsächlich der wunde Punkt. Erst vor ein paar Tagen ging eine Studie durch das Netz, dass Deutschland im 19. Jahrhundert gerade weil es kein Urheberrecht kannte, so einen großen Fortschrittssprung gemacht hat. Das ist tatsächlich kaum wissenschaftlich zu belegen und daher eher ein Credo, aber eines an das ich glaube.
Andererseits, wissen wir auch, wie Google mit seinen Daten (z.B. bei Google Maps) umgeht – großzügig. Man kann sie leicht und einfach verwenden und sie sind mashable. Eigentlich sind sie großartig aufbereitet für jeden, der sie nutzen will. Warum sollte es mit diesen Daten anders sein. Diese Daten mögen im Besitz einer Privatfirma sein, sie sind aber dank der speziellen Ethik Googles dennoch teil der digitalen Öffentlichkeit.
Dass dahinter Geschäftsmodelle stehen, die die Kosten des Vorhaltens der Daten wieder monetarisieren sollen, das kann man Google nun nicht wirklich böse nehmen. Ich sehe dennoch nicht gegen welches grundlegende Recht Google da verstoßen soll, das Persönlichkeitsrecht ist es ja wohl mal nicht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch nicht (steht ja nirgends wer da wohnt, oder wem es gehört).
UPDATE:
Passend dazu auch der Lacher des Tages von Fefe.
Was waren die Stopp-Schild-Debatten doch leicht und die böse Seite schnell und einfach zu erklären. Warum jetzt die relativ abstrakte Netzneutralität zum Thema der Netzaktivisten wird, ist nicht immer so einfach zu erklären.
Klar ist, dass wir alle im Sinne der Meinungsfreiheit ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe wollen. Wenn sich jetzt Google/Youtube in den USA beim ISP Verizon eine Vorfahrt ihrer Daten sichert, welche Auswirkungen hat das, wenn man das weiter denkt? Kann es sein, dass eine Telekom oder ein O2 einen Premium-DSL Zugang zum Internet anbietet, der dann auch Youtube und Facebook beinhaltet – ohne ist es günstiger. Und was kommt dann als nächstes: das gefilterte Internet ohne vermeintliche Pornographie und Gewaltdarstellungen? Da gehen einem natürlich die Alarmglocken an.
Unter pro-netzneutralitaet.de/infos gibt es noch eine ganze Menge Internetressourcen zu dem Thema, das ich jedem ans Herz lege. Ich habe die Erklärung der Initiative Pro Netzneutralität unterzeichnet, weil ich glaube, dass Deutschland – genau wie Chile – eine gesetzliche Garantie braucht, dass wir auch in Zukunft ein freies Internet haben. Nur so kann eine freiheitliche und innovationsfähige progressive Gesellschaft möglich ist.
Huch, eben noch über die 2,8 GB Facebook-Profildaten gebloggt. Jetzt ist schon getrackt worden, welche Firmen sich den Torrent gezogen haben.
A.C. Nielsen
Agilent Technologies Apple
AT&T – möglicherweise Macrovision
Baker & McKenzie BBC Bertelsmann
Boeing
Cisco Systems
Cox Enterprises
Davis Polk & Wardwell Deutsche Telekom
Disney
Duracell
Ernst & Young
Fujitsu
Goldman Sachs Halliburton
HBO & Company
Hilton Hospitality
Hitachi
HP
IBM
Intel
Intuit
Levi Strauss & Co.
Lockheed-Martin Corp
Lucasfilm
Lucent
Lucent Technologies
Matsushita Electric Industrial Co
Mcafee
MetLife
Mitsubishi
Motorola
Northrop Grumman
Novell
Nvidia
O’Melveny & Myers
Oracle Corp
Pepsi Cola
Procter and Gamble
Random House
Raytheon
Road Runner RRWE Scientology
Seagate
Sega
Siemens AG
SONY CORPORATION
Sprint
Sun Microsystems
Symantec
The Hague
Time Warner Telecom
Turner Broadcasting system
Ubisoft Entertainment
Unisys
Univision
USPS Vereinte Nationen
Viacom
Vodafone
Wells Fargo
Xerox PARC
Gut man muss sagen, die haben wohl nur die IPs aufgelöst. Das können natürlich auch einfach “interessierte” Mitarbeiter gewesen sein. Interessant aber, wer sich so alles unter den Facebook-Profil-Snatchern befindet … und wer nicht: Google.
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