Pro Reli oder Anti Ethik?
In Berlin startete unlängst die Kampagne “Pro Reli” (von Publicis Frankfurt entworfen), die sich wie im Sprachblog von Anatol Stefanowitsch aufgeschrieben mit der Abschaffung des Pflichtfaches Ethik in Berlin auseinandersetzt.
Soso, um Freiheit geht es der Kampagne laut Presseerklärung also. Ehrlicher wäre jedoch folgender Kampagnentext:
Anatol schreibt “Wenn Toleranz bedeutet, dass Schüler nach den Religionen ihrer Eltern segregiert werden, und wenn Zwang Freiheit ist, dann stimmt auch diese Aussage.” Dem kann ich mich nur anschließen.
Anatol Stefanowitsch schreibt in einem Kommentar:
Ein Verein, der sich „Pro Reli“ nennt und für die „Freiheit“ wirbt, ein „Wahlfach Ethik/Religion“ einzuführen, obwohl beide Fächer bereits existieren, missbraucht das Wort Freiheit, denn die einzige „Freiheit“, um die es geht, ist die „Freiheit“, den Ethikunterricht nicht besuchen zu müssen. Der Verein sollte sich dann, und das wäre ehrlich, „Anti Ethik“ nennen.
Wie wenig es dem Verein im übrigen um die Freiheit an sich geht (also quasi eher um das Gegenteil), haben sie auch wunderschön offengelegt, in dem auf ihrer Webseite wohl fleißig zensiert wird. So wie die taz schreibt, kann man wohl auf einer Berlinkarte unter www.freie-wahl.de virtuelle “Freiheitslichter” entzünden. Das nutzten Gegner der Kampagne um ein “NO” ins Stadtbild zu malen. Kurze Zeit später wurde es zurückgesetzt. Ein Fanal für die Freiheit sieht wohl anders aus.
Tags: Ethik, Religion
21. March 2009 | Politics | 4 Kommentare
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nina schrieb:
22.03.2009 at 15:08
Und wer hat’s erfunden ? …. http://www.messitschbyburns.de/archives/554
kein Wunder
Der Herr Wambach von der CDU « Ulgurath schrieb:
22.03.2009 at 15:24
[...] Naja vielleicht übertrieben. Aber lesenswert. Auf jeden Fall ist mit Hilfe der Publicis Werber etwas daraus geworden, was Berlin ganz sicher nicht dem Religionsunterricht näher bring, weil es sprachlich doch arg [...]
Jan Schuster schrieb:
22.03.2009 at 16:08
Mmh, Matthias Wambach sagte mir als Südhesse gar nix. Aber wenn er sich schon mit der Bild- ähm … Tempelhof-Kampagne so blamiert hat fügt sich das ja tatsächlich nahtlos ins Bild eines scheußlichen – und gottseidank (sic!) erfolglosen – Polit-Prolls.
Pro Reli und die Landser « Schluss … mit allem ! schrieb:
06.04.2009 at 11:49
[...] Pro Reli seltsame Sachen. Suspekt war mir das schon immer mit gutem Grund (siehe hier, hier, hier und hier). Nicht nur, dass das Motto deren Kampagne für Religionsunterricht mit “Tag der [...]