Facebook erreicht Ausgabe-Börsenkurs, warum eigentlich?

Im Mai 2012 ging Facebook an die Börse. Mit einem Ausgabepreis von 38$. Mit 421 Millionen Aktien, die Facebook mit seinem Börsengang auf den Markt brachte, hat das Unternehmen bis zu 18 Milliarden Dollar eingenommen. Die TAZ schrieb damals:

Der angestrebte Unternehmenswert von 100 Milliarden Dollar beträgt das Hundertfache des im vergangenen Jahr erzielten Gewinns – eine wahnwitzige Bewertung. Zum Vergleich: Der Marktwert des Konkurrenten Google beträgt das 17-Fache seines tatsächlichen Jahresgewinns. Dabei verdient Google jährlich zehnmal so viel Geld wie Facebook.

Der Tiefpunkt des Facebook-Papiers war erreicht, als der Kurs des Papiers auf 17,55 US-Dollar rutschte. Nun erreichte die Facebook-Aktie also am 31.07. neue Höchstewerte und endlich wieder den Ausgabepreis. Grund hierfür waren erstaunlich gute Quartalszahlen. Zwischen April und Juni verbuchte Facebook Umsatzerlöse in Höhe von 1,81 Mrd. US-Dollar. Von einem Verlust in einer dreistelligen Millionenhöhe im Vorjahr ergab die Bilanz nun einen Gewinn von 333 Millionen Dollar. Der Aktienkurs schoss nach oben.

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Quelle: OnVista

Die Monetarisierung von Facebook-Inhalten ist nach wie vor nicht so gut. Auch wenn zuletzt 41 Prozent der Werbeeinnahmen von Smartphones und Tablet-Computern kommen, was eine deutliche Verbesserung ist. Die Zahl der aktiven Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat bei Facebook anmelden, konnte zwar auf 1,15 Milliarden gesteigert werden, hochgerechnet komme ich da aber nur auf magere 6,30$ Umsatz pro aktiven Nutzer im Jahr. Im Vergleich zu Google sieht das nicht ganz so gut aus, denn die dürften im Verhältnis Umsatz zu Nutzer des Kernprodukts Google Suche nach meinen Berechnungen bei merklich über 40€ liegen. Und das, obwohl die durchschnittliche Nutzungsdauer von Facebook gegenüber Google deutlich höher sein müsste.

Der Grund für die schlechte Monetarisierung ist dabei immer noch die schlechte Ausspielung der Werbung. So habe ich heute folgende Werbung gesehen. Na, ob ich da wohl wirklich die Zielgruppe bin?

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Quellen:
taz.de
wallstreet-online.de
handelsblatt.de
Statista (1) (2)