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Wahlrecht-Vergleich in der Zeit

Veröffentlicht am| Tuesday, 5. June 2012 | 2 Antworten |

Jan Schuster

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Zusammen mit den großartigen Machern der Seite wahlrecht.de hat die Zeit mal das Experiment gewagt und das Bundestagswahlergebnis von 2009 in andere Wahlrechte übertragen. Anlass ist die Reform das bundesdeutschen Wahlrechts, dass ja verfassungswidrig war (und wahrscheinlich nach der Neuregelung immernoch ist). Deshalb werden auch das neue Wahlrecht und die Vorschläge der einzelnen Oppositionsparteien miterrechnet.

Andere Länder, andere Wahlsysteme

Natürlich ist Großbritannien mit ihrem “First-Past-the-Post“-Mehrheitswahlrecht bitter. Auch wenn es in deren regional stark fragmentierten Gesellschaft mehr Sinn macht.
Spannend finde ich aber insbesondere auch die Darstellung der Wahlsysteme, die man nicht so häufig zu sehen bekommt. So bekommt man z.B. in Griechenland als stärkste Fraktion 50 Zusatzmandate, was ich bis zur letzten Wahl dort gar nicht wusste. Oder: In Italien gruppieren sich jeweils zur Wahl Rechts- und Linksbündnisse und ich fragte mich schon immer, warum eigentlich. Jetzt weiß ich es. Das Wahlbündnis mit den meisten Stimmen erhält automatisch 54% der Mandate im Parlament. Verrückt. Aber natürlich nur in unseren Ohren.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie entsetzt mich eine Österreicherin (hallo Christina) während meiner Eramsuszeit fragte, wer denn in Deutschland entscheidet, wer Bundeskanzler ist, wenn das nicht der Bundespräsident macht. ;)

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2 Antworten to “Wahlrecht-Vergleich in der Zeit”

  1. robin
    Tuesday, 5. June 2012 @ 9:40

    Gott. Heißt das, wir sind irgendwie noch relativ demokratisch… :)?

  2. Jan Schuster
    Tuesday, 5. June 2012 @ 10:09

    Schon. Aber wir sind halt sehr stark vom Verhältniswahlrecht geprägt. Ein großes Lob an dieser Stelle an den Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz vefasste.

    Nur ihm haben wir zu verdanken, dass wir ein solch demokratisches Wahlwerkzeug haben. Man hat aus den Erfahrungen der Weimarer Republik keine überharten Schlüsse gezogen. In Großbritanien ist immernoch eines der Hauptargumente gegen das Verhältniswahlrecht, dass das Verhältniswahlrecht Hitler an die Macht gebracht hat.

    Und wie demokratisch Wahlen in anderen westlichen Staaten funktionieren ist ja teilweise sowieso erschreckend, wie Fefe ja auch neulich mal anhand der Wählerverzeichnisse der USA explizierte.

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