Die Ukraine, die UEFA und die Menschenrechte

No sports, please! Das diese Einstellung jung hält, wusste schon Winston Churchill. Ähnliches scheint auch Joseph Blatter umzutreiben mit seiner Vergabe von Fußball-Weltmeisterschaften in eines der autokratischsten und demokratiefeindlichsten Länder der Welt nach Katar.

Die UEFA versuchte sich gegen die FIFA und auch aus einem eigenen europäischen Selbstverständnis immer ein wenig anders zu positionieren und UEFA-Präsident Lennart Johansson (1990-2007) und Michel Platini (seit 2007) haben sich meist gegen Blatter und sein System der Korruption gestellt. Und doch hat die UEFA jetzt ein Problem.

Als in der Ukraine die Orange Revolution 2004 den liberalen Wiktor Juschtschenko an die Macht brachte, schienen alle Institutionen Europas diese Demokratisierung unterstützen zu wollen. 2007 wurde die EM 2012 von der UEFA an die Ukraine und Polen vergeben (Italien und die Doppelbewerbung durch Ungarn und Kroation waren die Konkurrenten).

Kühne Vergabepraxis der EM durch die UEFA

Die kühne Vergabe der EM 2012 an Polen und die Ukraine durch die UEFA war ein leider wohl verfrühter Versuch, die Bevölkerung der Ukraine noch stärker an Mitteleuropa zu binden. Das kann und will ich der UEFA und Michel Platini nicht vorhalten. Und da sie heute nunmal beginnt, die EURO 2012, wollte ich meine Gedanken doch nochmal loswerden – und dieses wunderschöne Zeitdokument der WM 1978 in Argentinien hervorkramen.

Dort wurde 1976 durch den Militärapparat die Regierung geputscht (mit moralischer Unterstützung der USA). Heute geht man von 30.000 Todesopfern aus, die in der Zeit verschleppt, gefoltert oder im Kampf gegen die Guerilla gestorben sind. Einen Boykott hat es damals nicht gegeben.