Dennis Scheck über Günter Grass’ Was gesagt werden muss

Dennis Scheck, der Macher des ARD-Literaturmagazins druckfrisch, hat die Worte gefunden, die ich nicht gefunden habe über Günter Grass, sein Gedicht Was gesagt werden muss und den Aufschrei in der nationalen Medienlandschaft.

In seiner letzten Ausgabe der druckfrisch-Sendung kommentierte Scheck wie folgt:

Dem deutschen Dichter Durs Grünbein fiel in all seiner Sprachgewalt ein subtiles “Weg du, Günter Grass!” ein. Und von Henryk M. Broder konnte man lernen: “Antisemiten suchen die Nähe der Juden, fühlen sich ihnen verbunden – etwa so, wie Kannibalen von Frischfleisch angezogen werden.” Auf diese Weise lässt sich jeder als Antisemit denunzieren. Das ist die Logik von George Orwells “Animal Farm”. (…)

Literaturkritisch ist in dieser Debatte um ein Gedicht jedoch etwas passiert, was nicht unwidersprochen bleiben darf: Statt für die Freiheit des Wortes Partei zu nehmen, hat die deutsche Literaturkritik auf Staatsräson gepocht. (…)

Keinem Abiturienten hätte man solche grotesken Unterstellungen, böswilligen Fehlurteile und absurden Konjekturen durchgehen lassen wie die, die über Grass’ Gedicht in vielen Medien verbreitet wurden.

Ich will hier nicht auf Ikonen-Schutz pochen – im Gegenteil habe ich Grass bei vielen Gelegenheiten kritisiert – der Spiegel schrieb mal über ihn zurecht, niemand sei vor seiner Solidarität sicher. Aber: politisch engagierte Literatur ist eben politisch.

Mobile Market Share – Apples schneller Weg zur Hegemonie

Einige erschreckende/erstaunliche Grafiken habe ich heute bei Fefe/Asymco gefunden. Der Untergang von einigen der bekanntesten Handy-Herstellern lässt sich an der Marktanteil-Analyse, die allein die Gewinne im Handyverkauf betrachtet, gut erkennen. Sony Ericsson, LG, Nokia, Research in Morion (Blackberry) – sie alle sind binnen kürzester Zeit verdrängt worden. Apple macht im Q4/2011 ca. 75% alle Gewinne in diesem Markt. Einziger verbliebener Konkurrent ist Samsung, evtl noch HTC (von denen hab ich mir gestern mein neues Handy ein HTC One X bestellt).

Das ganze kann man sich auch in einer +/–Darstellung anschauen. Dort erkennt man, dass die Konkurrenten auch nicht wahnsinnig viele Verluste eingefahren haben. Aber in die Gewinnzone hat es eben auch keiner mehr geschafft, der einmal rote Zahlen schrieb.

In Relation setzen muss man die Ertragszahlen natürlich mit der Zahl der verkauften Geräte und da wird es spannend. Da ist der Market Share von Apple auf einmal gar nicht mehr sooo gut. Mit einem Marktanteil von 15% dominiert Apple nicht wirklich. Nokia und Samsung verkaufen wesentlich mehr Endgeräte. Gewinne, die sich mit denen von Apple vergleichen ließen, können sie allerdings nicht erzielen.

Da lohnt sich auch mal ein Blick in ein paar Statistiken, die ich vor 3 Monaten gepostet hatte.