Digger und Alder als Interpunktion

Ich nehme an, der Artikel über die verfallende (Hamburger) Jugendsprache ist witzig gemeint, aber ich vermute, da ist mehr Wahres dran als man erstmal glaubt. Warum sonst versteht man Sätze wie “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage” so gut?

Vielleicht ist das, was da gesprochen wird, gar keine niedere Sprache – sondern eine höher entwickelte. Eine, die aus Gründen der besseren Verständlichkeit in allzu lauten Umgebungen (Bus, Tankstelle, Schulhof) ihre Interpunktion mitspricht. “Digger” wäre ein Komma, “Alder” ein Punkt (“Diggeralder” folglich ein Semikolon), und “deine Mudder” stünde für das Ausrufezeichen.

Irgendwann werden vielleicht Bücher in dieser Sprache erscheinen, Neuauflagen von Klassikern, inklusive “Es irrt der Mensch Digger solang er strebt Alder” (Goethe), “Gott würfelt nicht deine Mudder” (Einstein). “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage Alder” (Shakespeare)

(via: Sven Stillich/Hamburger Abendblatt)

One thought on “Digger und Alder als Interpunktion”

  1. Guten Tag!
    Also ich muss sagen ich finde diese neuartige Sprache der Jugendlichen sehr amüsant. In Bussen, Bahn und auf der Straße höre ich immer wieder sehr lustige Formulierungen.
    Allerdings muss ich sagen, dass ich es manchmal auch gar nicht gut finde, wie sie sich ausdrücken. Teilweise wirkt die Ausdrucksweise schon recht aggressiv und einfach nicht nach einem freundlichen miteinander. Solange sie aber nur unter sich so Sprechen, ist das meiner Meinung nach in ordnung. Wenn die jungen Leute dann aber anfangen mit älteren Menschen anfangen genau so zu sprechen, wird es kritisch! Da muss man absolut aufpassen, da es schon schnell falsch verstanden werden kann.
    Naja, in soweit meine Meinung dazu :-)

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