Digger und Alder als Interpunktion

Ich nehme an, der Artikel über die verfallende (Hamburger) Jugendsprache ist witzig gemeint, aber ich vermute, da ist mehr Wahres dran als man erstmal glaubt. Warum sonst versteht man Sätze wie “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage” so gut?

Vielleicht ist das, was da gesprochen wird, gar keine niedere Sprache – sondern eine höher entwickelte. Eine, die aus Gründen der besseren Verständlichkeit in allzu lauten Umgebungen (Bus, Tankstelle, Schulhof) ihre Interpunktion mitspricht. “Digger” wäre ein Komma, “Alder” ein Punkt (“Diggeralder” folglich ein Semikolon), und “deine Mudder” stünde für das Ausrufezeichen.

Irgendwann werden vielleicht Bücher in dieser Sprache erscheinen, Neuauflagen von Klassikern, inklusive “Es irrt der Mensch Digger solang er strebt Alder” (Goethe), “Gott würfelt nicht deine Mudder” (Einstein). “Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage Alder” (Shakespeare)

(via: Sven Stillich/Hamburger Abendblatt)

Scrum Poker

Scrum ist ja die neue agile Softwareentwicklungsmethode, die auch nach und nach bei meinem Arbeitgeber Einzug erhält. Um die Einführung zu erleichtern gibt es ein Agile Transition Team, das uns Schulungen gibt. Und eine solche Schulung hatte ich vor kurzem. Sehr spannend.

Und als Giveaway hatte die Kollegen für uns dieses süße Scrum Poker Spiel. (Also natürlich ist das kein Poker-Kartenspiel im herkömmlichen Sinne.)

Die Spiel, das natürlich in Wirklichkeit gar kein echtes Spiel ist, und seine Regeln sind recht einfach – es ist ein gemeinsames Schätzen. Verdeckt schätzt jeder Teilnehmer die Größe oder im Softwareentwicklungsfall den Aufwand von etwas ein und zwar abstrakt in Form einer Fibonacci-Zahl. Dann hält man die Zahlen hoch und vergleicht. Anschließend wird diskutiert und es geht von neuem los, bis man eine gemeinsame Schätzung erhält.

Wichtig auch die Kaffee-Karte, mit der man eine Kaffee-Pause vorschlägt. 😉
Ob ich das zu Hause auch mal als Spiel einführen soll?

Die Sache mit der Anonymität im Internet

“Das Telemediengesetz verpflichtet die Internetdiensteanbieter, eine anonyme oder pseudonyme Nutzung des Dienstes anzubieten.”
Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar 

Anlässlich des Starts von Spotify in Deutschland, deren Service man nur in Kombination mit einem Facebook-Account nutzen kann, fällt mir nur folgendes ein: Ach, und wie ist das bei der Vorratsdatenspeicherung? Und wie ist das mit den dynamischen IPs im IPv6-Standard? Gibt’s da bitteschön auch ein bisschen Lobbyarbeit, Herr Schaar?

Derweil macht die Musikindustrie und Contentindustrie weiter Druck auf die Politik. Mittlerweile wird hinter den Kulissen schon ein 2-Strikes-Modell (sic!) beraten – von der Bürgerrechtsversagern der FDP natürlich.

Achja, und warum gilt eigentlich für die ISPs nicht, was für Diensteanbieter im Internet gilt?

Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.
TMG §13 Abs.6 

(via: Neue Osnabrücker Zeitung)

Recap Webmontag #36 in Frankfurt

Ich war gestern zum ersten mal auf dem Webmontag in Frankfurt in der Brotfabrik im Rödelheimer Ghetto. Da wollte ich schon seit langem endlich mal hin – den Organisator Darren Cooper hatte ich schon mal auf dem vorletzten Rhein-Main BarCamp kennengelernt. Die Vorträge waren jetzt auf den ersten Blick für mich nicht so übermäßig spannend.

  • SASS – Ein Werkzeug zur CSS-Gestaltung

  • Der erste Vortrag über SASS von Daniel Fitzpatrick war wohl der, der mir beim Daily Doing am meisten weiterhilft. SASS ist eine tolle Möglichkeit seine CSS besser zu programmieren. SASS steht nicht umsonst für Syntactically Awesome Stylesheets. Da empfehle ich jedem Webentwickler, der noch nichts davon gehört hat einen Blick drauf.

  • #hackffm on Stage

  • Als nächstes stellten sich die Jungs vom hackerspace Frankfurt vor. Die hatten auch zwei wirklich coole Projekte mitgebracht. Einmal ihren 3D-Drucker, der einen großen Teil seiner Bauteile selbst drucken kann, und der echt coole Sachen aus einem Stärke-basierten Grundstoff drucken kann – natürlich alles Open Source. Leider hab ich nur einen gedruckten Frosch bekommen und keinen Star Trek Communicator:

    Im April macht der hackerspace einen Workshop, in dem man sich in zwei Tagen selbst einen solchen Drucker bauen kann. Materialkosten liegen bei 750€ plus eine Workshopgebühr von 100€.
    Und als zweites Projekt hatten die Jungs buntich dabei. Eine Riesen-LED, das tolle Farbsachen machen kann und modular ist. Aber das konnten sie definitiv besser erklären als ich jetzt. 😉

  • Internet Videos – gestern, heute, morgen

  • Christian Zengel von Sysops.tv hielt da ein Wahnsinnsvortrag über Videoaufnahmen und Streaming. Ich glaube, wenn man da ein wenig mehr Grundwissen (und deutlich mehr Apple-Equipment) als ich gehabt hätte, könnte man morgen als Profi Videos aufnehmen. Wirklich eindrucksvoll. Christian wollte den Vortrag noch online stellen, leider ist er es bisher noch nicht.

  • DFS & Facebook

  • Florian Schrodt von der Deutschen Flugsicherung aus Langen ist PErsonalreferent dort und hat deren Personalmarketingmaßnahmen ins Soziale Netz getragen. Vor allem in Facebook ist die DFS nun aktiv, denn sie brauchen jedes Jahr 150 neue Kollegen und dafür brauchen sie 6.000 Bewerber. Denn: man kann da zwar mit 68.000€ Einstiegsgehalt super verdienen, aber die Eingangsbedingungen sind schwierig. Zwar muss man nur Abitur haben und unter 24 sein, aber man muss sich extrem gut konzentrieren können und Stress gut kompensieren.
    Florian jedenfalls zog ein sehr positives Fazit über die Personalrekrutierung und -bindung via Facebook, obwohl ich ein wenig skeptisch bin, ob das für dieses nicht gerade sehr sexye Unternehmen in meiner Heimatstadt Langen wirklich ein guter Kanal ist.

    #wmfra