Christian Wulff und die Tagesschau

Franz Richter
© Franz Richter

In einem aktuellen Bericht über den immer dubioseren Bundespräsidenten Christian Wulff verlinkt die Seite tagesschau.de auf einen Beitrag der gestern (21.12.11) in der 20 Uhr Tagesschau gelaufen ist. Dieser Beitrag ist spannender als ich dachte. Denn mitten im Satz bricht Bild und Ton ab – für ca. 10 Sekunden, danach geht es normal weiter. Der Bildschirm zeigt: “Kurze Unterbrechung. Diese Aufnahmen dürfen im Internet aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden.” ???

Ist das jetzt schon Zensur, oder was? Was dort gesagt wurde konnte ich eben über die Mediathek rekonstruieren, allerdings fehlt auch hier das Bild (womit ich leben kann).

Aber was lief auf der Tonspur, dass da unbedingt raus musste? Noch zu hören war folgendes:

“In der Debatte um den Hauskauf der Familie Wulff vor drei Jahren eine neue Information: Wulffs Anwalt bestätigt gegenüber einer Zeitung …”

Und weg ist Bild und Ton. Und hier ist der zensierte Teil:

“…, dass der Unternehmer Geerkens als Freund und Fachmann mitgewirkt habe. Den 500.000-Euro-Kredit aber habe allein seine Frau gegeben.“

Mh, klingt harmlos. Warum schneidet man das raus? Es steht doch heute in allen Zeitungen. Oder war das mal wieder vorauseilender Gehorsam der ARD?

Dem Wahlbetrug in Russland auf der Schliche

Marie-Luise Beck war als Wahlbeobachterin in Moskau. Und sie berichtet hr-info, dass in ihrem Wahllokal alles korrekt abgelaufen ist. Das ist nicht erstaunlich, denn würde man als Regime die Wahlbeobachter in Wahllokale schicken, in denen man manipulieren will?

Tatsächlich aber war das korrekte Wahlergebnis in diesem Wahllokal doch erstaunlich anders als im Landesdurchschnitt: Kommunistische Partei 28%, die liberale und einzige noch zugelassene demokratische Partei Jabloko 21%, dann erst Einiges Russland 20%.

Im Vergleich das landesweite Wahlergebnis:
Einiges Russland 49,4%
Kommunistische Partei 19,2%
Gerechtes Russland 13,2%
Liberal-demokratische Partei 11,7%
Jabloko 3,4%

238 von 450 Mandate konnte sich Einiges Russland damit gerade noch sichern, aber die Bevölkerung ist empört und clever. Sie hat nun die Mathematik als Kronzeugen der Wahlfälschung ins Rennen gebracht. Denn was im folgenden Graph zu sehen ist, ist die Wahlbeteiligung in den Wahlkreisen. Was eigentlich eine Gauß’sche Normalverteilung zeigen sollte, offenbart stattdessen eine auffällig große Häufung an Wahllokalen mit hohen Wahlbeteiligungen bis hin zur 100%.

Und dann gibt es noch diese schöne Grafik. Auf der Y-Achse sind die Anzahl der Wahllokale und auf der x-Achse die Wahlergebnisse der Parteien. Was man erkennt: auch hier gibt es bei allen Parteien quasi-Gauß’sche Peaks (dort liegt wohl das wahrscheinlich realistische Wahlergebnis der entsprechenden Parteien), der braune Graph von Einiges Russland sieht aber ganz anders aus. Er hat einen Peak bei ca. 25% (evtl. könnte das das wahscheinlich realistische Wahlergebnis sein) und einen Peak bei 50-55% (hier könnte das durch Wahlfälschung gewollte Ergebnis liegen).

(via: Antonni Kolenko und Scienceblog)