Jugenmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)

Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag befindet sich schon seit einigen Wochen und Monaten in der Ratifizierung, weitgehend unbeobachtet von der Öffentlichkeit. Zu Unrecht! Er wird neben der Laufzeitverlängerung der Risiko-Atomkraftwerke das größte Verbrechen dieser Zeit werden. Und das Problem ist: Keine Partei ist dagegen.

Und heute kristalisiert sich heraus, das auch die Grünen Landesverbände in NRW und Hamburg die Ideale des Internets verraten haben. Und dann noch so einen Tweet rausgehauen – da fehlen einem echt die Worte!

Bald wird es dann also deutsche Webseiten geben, die erst nach 22 Uhr verfügbar sind. Das große SchülerVZ hat schonmal angekündigt, dass sie dann evtl. dicht machen. Und was der JMStV noch bringt lässt sich u.a. hier erahnen.

Danke auch an die Hamburger Grünen, die das noch schnell durchgewunken haben, bevor sie die Koalition mit der CDU aufgekündigt haben. Prima gemacht.

Wer die Kritik am JMStV nachlesen will, kann das gerne unter http://ak-zensur.de/2010/05/forderungen-jmstv.html tun.

Drakensang Online (oder doch Diablo 2)

Mh, Bigpoint Berlin hat das neue Browsergame Drakensang Online vorgestellt, dass Q2/2011 rauskommen soll. (Also ca. ein Jahr vor Diablo 3. *grrrrr*) Und wie komme ich dabei nur auf Diablo? Seht selbst:

Und wer sich jetzt – so wie ich – freut, Das Schwarze Auge als Grundlage für das vielleicht erste relevante browserbasierte Action-Rollenspiel zu sehen, dem sei gesagt, dass Drakensang Online nicht auf DSA-Regeln beruhen wird. Schade.

(via: browsergames.de)

Project Award Day bei der Telekom

imageHeute war bei uns anlässlich des Project Award Day, an dem die besten Projekte innerhalb des Telekom Bereich Products & Innovations ausgezeichnet werden, zwei ganz nette Vorträge. Zum einen redete der Trend- und Zukunftsforscher Erik Händeler zum Theme “In Zukunft viel Arbeit”. Zum anderen sprach der Geschäftsführer von T-Systems Multimedia Solutions Peter Klingenburg unter dem Titel “Der Wikipedia-Irrtum” – was natürlich spannender klang als es war.

Als VWLer war es Erik Händele natürlich eine Herzensangelegenheit über Nicolai Kondratjew und seine Konjunkturzyklen-Theorie zu reden. Aber zwei entscheidende Aspekte in seinem Vortrag möchte ich hier paraphrasieren:

image1) Bisher beruhten alle wirtschaftlichen Auschwungszyklen auf technischen Innovationen (Dampfmotor, Eisenbahn, Automobil, Computer, etc.) der nächste Innovator wird seiner Ansicht nach nicht die Verknappung von Ressourcen und Rohstoffen sein, sondern der Mensch an sich in seiner Arbeitswelt und mit seinen sozialen Fähigkeiten. Die großen Innovationspotentiale entstehen durch eine Neuorganisation von Arbeit und Gesundheit. Hierarchien werden aufgelöst, so dass man guten Gewissens und ohne Karriereknick auch mal einen Schritt zurückdrehen kann, der Gesundheit zu liebe.
2) Früher waren die gut ausgebildeten Wissenträger diejenigen, die später in den Hierarchien nach oben kletterten. Das Wissen wurde dann Top-Down weitergegeben. Das hat sich komplett gewandelt und ist ein deutliches Symptom für die Notwendigkeit der Neuorganisation des Informationsfluss in einer Organisation. Die Wissensträger befinden sich derzeit allesamt auf der Fachebene und das mittlere und höhere Management ist damit beschäftigt Ressourcen zu allokieren.

image“Der Wikipedia-Irrtum” von Peter Klingenburg war jetzt nicht ganz so spannend, fand ich. Auch hier ging es um neue Wissenorganisation in Unternehmen. Dass es mit einem Wiki nicht immer geht, sollte da niemanden verwundern. Auf dem Bild: Die berüchtigte 90-9-1-Regel von Nielsen. 90% nutzen ein Web2.0-Medium, 9% kommentieren es auch, und nur 1% trägt auch aktiv zum gelingen bei.

Barcamp Darmstadt 2010 – Review

Am Wochenende fand das Barcamp Rhein-Main in Darmstadt (in den Räumen meines Arbeitgebers) mit über 250 Teilnehmern statt. Das hab ich mir natürlich nicht entegehen lassen, obwohl ich ahnte, dass das ganze sehr technisch zugehen würde und viele Webentwickler das Barcamp dominieren sollten. Angemeldet habe ich mich zum Barcamp übrigens schon bevor die Räumlichkeiten feststanden. 🙁

Aber ich muss sagen, ich bin begeistert, es gab zu jeder Zeit eine spannende Nischen-Session. Andreas Dittes von klickhelden.de sprach über Facebook Pages (ohne jetzt irgendwie größer was neues zu erzählen) und der Grünen-Kandidat fürs Stadtparlament Stefan Opitz versuchte in einer wirklich interessanten Session die Möglichkeiten des Kommunalwahlkampfs in den neuen Medien auszuloten (mit am Tisch übrigends der Netzkampagnen-Berater von Kristina Schröder).


Photo credits: Patrick Lenz

Und dann hab ich noch eine interessante Session in Erinnerung zu SocialMedia Vorbereitung von Urlauben, um vor Ort besser mit den Locals in Kontakt zu kommen. Wobei ich mich immernoch frage, warum ich potentielle Freunde auf diese Art und Weise im Vorfeld meiner Reise manipolieren soll – aber PR’ler sind da wohl schmerzfreier.
Und dann war Alex Boerger, einer der Macher des Mainzer Internetbrunnens, da. Bin gespannt, ob sich das durchsetzen kann. Und dann gab es noch das Highlight – eine Diskussion mit dem hr-info Radio-Macher Jan Eggers unter dem Motto “Walking with dinosaurs – die alten Medien und das Internet”. Auch wenn er auf großes Unverständnis stieß und selbst ich mich genötigt sah den öffentlich-rechtlichen Rundfunk vehement zu verteidigen.

Mein Fazit: Das Barcamp 2010 in Darmstadt war eine hochprofessionell organisierte Veranstaltung auf durchgängig hohem Niveau!

Fotos gibt’s bei Flickr und der Twitter-Haschtag war #bcda. Da kann man mal einen Eindruck gewinnen, wie’s war.

Peter Löwenstein hat außerdem noch einen ausführlichen Bericht über das Barcamp unter www.regioblog.de geschrieben, der sehr zu empfehlen ist. Und auch das Echo hat mittlerweile einen Artikel.

Weitere Artikel:
injelea-blog.de