10-15 Jahre längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke

Im ARD-Sommerinterview rückte Merkel endlich raus mit der Sprache. Nachdem sie sich nun schon seit Monaten weigert zu regieren, gab es nun eine Aussage zum Thema Atomkraft, die zwar nicht übberrascht, aber ob ihrer Deutlichkeit bemerkenswert ist.

(von Mathias Richel)

10 bis 15 Jahre sollen die bestehenden Atomkraftwerke in Deutschland noch länger laufen, als sie es eh schon dürfen. Bis 2032. Und dass, obwohl der Atom-Konsens (!) mit der Industrie beschlossen wurde, der ich nun Wortbruch vorwerfe, aber das wundert bei diesem Gipfel aller Unmenschlich- und Skrupelloskeit dieser BRanche eh niemanden mehr. Ob Merkel weiß, was sie da heraufbeschwört?

Ich gehe fest davon aus, dass Umweltminister Röttgen zurücktreten wird, soweit kann er nicht gegen den gesunden Menschenverstand und seine eigene Auffassung regieren. Ich hoffe ebenso, dass der Bundesrat das ganze abschmettert. (Das Argument, der Bundesrat hätte ja auch dem Austiegsgesetz auch nicht zustimmen müssen, ist übrigens so hirnrissig, dass man bei den Verfechtern dieser Logik schon fast Angst um deren geistige Verfassung haben muss. Denn dass auf die bundesländer Mehrarbeit zukommt, sollten die Laufzeiten verlängert werden, ist doch offensichtlich, und damit müssen die Länder auch am Entscheidungsfindungprozess teilhaben. Beim Ausstieg gibt es Weniger-Arbeit für die Länder, also auch keine Mitbestimmung.)

Und der Atom-Konsens hat eines der brenndsten sozialen Konflike in unserer Gesellschaft der letzten Jahrzehnte zu einem irgendwie versöhnlichen Abschluss gebracht. Und wenn man sich mal anschaut, wie die Leute bei so einem Sinnlos-Thema wie Stuttgart 21 Amok laufen, der sollte eigentlich gewarnt sein. Die aktuelle aktivistische Ruhe im Atomthema ist Folge des Atomkonsens – hebt man diesen auf, ist auch der Burgfriede vorbei. Schlimm, wenn man sich nicht konstruktiveren und der Zukunft zugewandten Themen beschäftigen kann.

Bushido über World of Warcraft

Von Bushido kann man ja auch oft genug angeekelt sein, aber er ist weitestgehend authentisch. Ich habe gestern dieses Video entdeckt und ich finde es einfach erstaunlich, wenn so eine streitbare und nicht unprominente Person über das Computer-Spielen redet, wie ich es auch tun würde. Über durchgezockte Nächte, über die gleichen Blizzard Spiele, die man selbst so mag, über Realitäten und virtuelle Realitäten, und darüber wie man sich seine Zeit einteilt, wenn man in mehreren sozialen Zusammenhängen denkt.

Persönliche Konferenz – Bundesliga Liga total

So, ein Wochenende mit dem neuen Feature von T-Entertain Liga Total!, der persönlichen Konferenz. Das ist ja das Feature auf das fast jeder Fußballfan gewartet hat – eigentlich. Endlich eine Live-Konferenz ohne das nervige Spiel Mainz gegen Freiburg. Gemütlich Fußball gucken. Man schaut der eigenen Mannschaft zu, und will vielleicht noch über die Spiele der 2-3 Topmannschaften oder des Top-Spiels informiert werden, mehr nicht. Kein Nürnberg, Kaiserslautern, Hannover.

Liga total! kann das jetzt. Man wählt einige Spiele aus und entscheidet sich für ein Hauptspiel (das ist optional). Das läuft dann erstmal, und immer wenn ein Tor fällt, bei einem Spiel, das man für die persönliche Konferenz ausgewählt hat, bekommt man ein Bild-im-Bild-Hinweis und sieht den Torjubel eingeblendet. Will man zum anderen Spiel rüberschalten, gibt es eine Kurzwahltaste, und genauso schnell geht’s wieder zurück.

Das ganze hat erstaunlich gut funktioniert, auch wenn es am ersten Spieltag (peinlich, peinlich) Tonprobleme gab und die Steuerung der persönlichen Konferenz mit der T-Entertain Fernbedienung erstmal ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Hat aber alles in allem gut funktioniert.

Das interaktive Angebot der Live-Konferenz wird also immer besser. Die Blitztabelle und die Zwischenstände gibt es nur noch, wenn ich sie sehen will. und so reduzieren sich das Spielfeld überlagernde Banderolen auf das wesentliche. Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Jede Minute Bundesliga-Fußball ohne Mainz ist toll.

Christoph Schlingensief gestorben

Mein Beileid den Angehörigen. Vor circa 10 Jahren hatte ich das Glück ihn leibhaftig erleben zu dürfen und es war beeindruckend.

In Gedenken an einen großen Künstler:

Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (2/7)
Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (3/7)
Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (4/7)
Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (5/7)
Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (6/7)
Durch die Nacht mit Schlingensief und Friedman (7/7)

Logo-Klau durch HSE [Update]

Die Darmstädter HSE (Heag Südhessische Energie AG) wollte sich ein neues Logo geben. Nachdem sie schon kräftig in ein neues Headquarter-Gebäude investiert hatte, waren die 400.000 € die sie der Kreativagentur Jung von Matt geben wahrscheinlich gar nicht so viel Geld. Nur die geleistete Arbeit (das Resultat seht ihr inklusive Slogan “Das Ganze sehen” oben) entspricht nicht ganz den gebotenen Qualitätsmaßstäben.

Vergleicht man es mit dem 20 Jahre alten Logo der ostdeutschen Henningsdorfer Stahl Engineering GmbH muss man schon arg an der Originalität zweifeln. Plagiarismus kommt eben auch in den besten Familien vor. JvM jedenfalls bot wohl jetzt nach Angaben von hr3 eine Preisreduzierung um 50% an. Das macht das Plagiat aber nicht wirklich ungeschehen, wenn ich das Urheber- und Markenrecht nicht falsch in Erinnerung habe.

Und über den Slogan kann ich ja echt nur lachen. Aber vielleicht kann mir jemand ja erklären wie die Jungs von Jung von Matt auf die Bilderwelt rund um “sehen” kommen, bei einem regionalen Energieversorger. Das alte Logo fand ich übrigens eigentlich recht gut – den Slogan ungefähr tausendmal besser:

(via: otr)

[Update] HSE trennt sich von Jung von Matt
http://www.wuv.de/nachrichten/agenturen/logo_panne_hse_trennt_sich_von_jung_von_matt

Street View – Reclaim the Streets

Coole Aktion von Jens Best. Um der Street View Panikmache der Politik etwas entgegenzusetzen hat er ein Projekt entworfen, mit dem er die verpixelten Gebäude von Streetview doch noch in die digitale Welt holt. Einfach indem er sie abfotografiert und online stellt. (Alles weitere dürfte dann durch ein Mashup möglich sein.)

Die Aktion “Verschollene Häuser” findet man unter http://streetview.mixxt.de/. Argumentiert wird mit dem Recht auf einen digitalen Raum – was natürlich eine verquere Logik ist. Ich bleibe jedoch dabei, dass Privateigentum nicht mit Persönlichkeitsrechten geschützt werden kann und die Politik einmal mehr ein Sommerlochthema braucht, um von den eigentlichen Problemen abulenken und unsere Rechte ganz nebenbei weiter einzuschränken.

(via: SpOn)

Weitere Meinungen:
sprachkonstrukt.de – warum Street View wichtig ist
parkrocker.com
gunnarsohn.wordpress.com – Burka für Fassaden