Subtile Youtube-Zensur

Auf Youtube war heute morgen ein Video zu sehen, dass vielleicht zum Paradebeispiel wird, wie Internetzensur in Deutschland aktuell schon funktioniert. Zu sehen ist dort ein Übergriff eines Polizisten auf der Anti-Nazi-Demo in Berlin, der mit seinen (Stahlkappen-?)schuhen einem am Boden liegenden Jugendlichen mit voller Absicht gegen den Kopf tritt als wäre es ein Fußball. Dieses Video ist nun nicht mehr einsehbar.

Da beschwert sich also noch vor einigen Tagen die Bundesregierung, das Google ein Dokument veröffentlicht, dass zeigt, dass Deutschland am zweithäufigsten weltweit Inhalte von Google sperren lässt.

Das hier ist nun ein subtilerer Weg unliebsame Inhalte loszuwerden.

Aber das Internet vergisst nicht so schnell. Bei Pandur2000 kann man das Video mittlerweile wieder sehen.

6 thoughts on “Subtile Youtube-Zensur”

  1. Aber laut dem ScreenShot von YouTube scheint das Video doch lediglich als ein Video ab 18 deklariert worden zu sein… oder?

  2. Du brauchst einen Youtube-Account und musst versichern über 18 zu sein, um das anzugucken. Aber warum. Gehören unter 18-jährige nicht zum Volk, das seine Staatsgewalt auch mal kritisch kontrollieren darf?

    Oder anders herum: hätte kabel1-Nachrichten das vorhin gar nicht ausstrahlen dürfen, oder erst nach 22 Uhr?

  3. Ja aber deshalt ist das noch lange keine “Zensur”, sondern nur Jugendschutz. Und der ist ja wohl zu beführworten, oder???

  4. Klar ist Jugendschutz zu befürworten. Aber was hat ein prügelnder Polizist mit Jugendschutz zu tun? Und wenn man aus so einem Filmchen ein FSK-18 Inhalt macht, dann ist das Zensur.

    Wobei ich vermute, dass es eher Selbstzensur von Google ist. Schlimm ist es trotzdem.

  5. Richtige Zensur ist das natürlich nicht. Man muss auch berücksichtigen, dass Youtube keine Zeitung und keine Nachrichten sind, sondern zu einem Unternehmen gehören die sich natürlich einerseits schützen wollen, bspw. gegen Kritik (jugendgefährdende Videos wären frei zugänglich) und andererseits natürlich, da es privatwirtschaftlich ist, sehr wohl ihre eigenen Regeln etwas schärfer gestalten dürfen, als das woanders der Fall ist. Niemand kann Google dazu zwingen sich nur an die minimal Anforderungen aus dem Gesetz zu halten.
    Wenn Google findet, dass das Video nicht für unter 18-jährige geeignet ist, dann hat es das Recht, den Videozugriff einzugrenzen.

    Zum Video muss man allerdings sagen: Heftig! Das war total unnötig.
    Aber sicher nicht mit Stahlkappen. Soweit ich weiß, trägt die Polizei keine Stahlkappen-Stiefel.

    Zur Verteidigung der Polizei kann man vielleicht sagen, dass es auf solchen Demos nun mal auch nicht zimperlich zu geht. Die Demonstranten schenken den Polizisten auch nichts. Wenn die Polizisten dann voll unter Adrenalin sind, dann passieren auch solche Sachen. Womit die Sache natürlich nicht besser wird (also nicht das jemand denkt, ich will das entschuldigen).

Comments are closed.