Absolute Mehrheitswahl mit Alternativstimmen (Instant Runoff Voting)

Gut, das ist jetzt sogar mal ein Wahlverfahren, von dem selbst ich als Politikwissenschaftler noch nicht gehört, geschweige denn nachgedacht habe. Absolute Mehrheitswahl mit Alternativstimmen nennt sich das Wahlsystem-Ungeheuer über das es wohl in Großbrittannien einen Volksentscheid geben wird. Es ist das Kompromisangebot der Tories gegenüber den Liberaldemokraten. Aber es ist immernoch ein Mehrheitswahlsystem – eines dass mehrere Wahlgänge in einem simuliert.

In der Wikipedia heißt dieses Verfahren auch Instant-Runoff-Voting (IRV) und – ich nehme es vorweg – es ist genauso beliebig wie das sonstige absolute Mehrheitswahlrecht auch.

Rechts seht ihr wie so ein Wahlzettel dann aussehen könnte. Wenn die Stimmzettel ausgewertet werden, wird geguckt, welcher Kandidat am wenigsten 1er bekommen hat. Dieser Kandidat wird gestrichen und die Wahlzettel auf denen er auf 1 gewählt wurde, werden nun für den jeweiligen Kandidaten mit der 2 gewertet. Nun wird solange der Letzte gestrichen, bis nur noch zwei übrig bleiben und das Ergebnis eindeutig ist.

Dass das ganze zu etwas zufälligen Ergebnissen führen kann, war jetzt mein allererster Eindruck. Sowohl das Monotonie-Kriterium (eine Partei kann davon profitieren, dass ich sie schlechter werte) als auch das Condorcet-Kriterium (Periphere Positionen setzten sich evtl. gegen Mainstream Positionen durch) scheinen u.U. verletzt zu werden.

Achja, die Pro-Seite für Instant-Runoff-Voting würde so argumentieren:

Aber ich bleib dabei: IRV equals shit!