Bedingungsloses Grundeinkommen

Die Stuttgarter Intelligenzia versammelte sich heute an der Uni um den wichtigsten lebenden Geisteswissenschaftler Noam Chomsky reden zu hören. Und in Darmstadt traf man sich in der Centralstation in der die Theatermacher geladen hatten und einen ganz besonderen Gast dabei hatten: Götz Werner. Tham war logischerweise – wie überall wo der dm-Drogerie-Gründer auftaucht – das bedingungslose Grundeinkommen.

Ich will das jetzt nicht im einzelnen erklären (wer will kann mal in der Wikipedia blättern), aber zwei bis drei Punkte will ich aus der Rede Werners aufgreifen.

1. Er begann mit dem Bonmot, er habe in einer vierten Klasse die Frage gestellt, was denn Arbeit sei. Und die 10 Jährigen waren sich recht schnell einig, dass Arbeit ist, was viel Geld bringt. So sind unsere Kinder nicht auf die Welt gekommen – das hat unsere Gesellschaft aus ihnen gemacht.

2. Arbeit und Einkommen müssen separat gedacht werden. Ein Mensch benötigt nicht die Arbeit, um seine Existenz zu sichern. Er benötigt ein Einkommen, damit er arbeiten kann (was er will).

3. Es bleibt dabei, dass ich die Refinanzierung nicht gerecht finde und mit seiner Radikalität der reinen Konsumsteuer unbefriedigend finde. Wie verhindert man eine zu hohe Sparquote. (Götz Werner würde das wohl beiseite schieben und darauf verweisen, dass man zu Altersvorsorge nicht mehr sparen bräuchte, wenn man das Einkommen garantiert bekommt.)

10 thoughts on “Bedingungsloses Grundeinkommen”

  1. Ne, das ist Götz Werner auf dem Bild. ;-)Ich bleib bei Chomsky – was der für die Linguistik geleistet hat hat so weitreichende Auswirkung auf Psychologie, Anthropologie und Informatik gehabt, da kommt einfach kein anderer mit. (Vielleicht bis zu seinem Tod Luhmann.)

  2. Nicht zu vergessen die Kognitionswissenschaft, da ist mir der gute zum ersten Mal über den Weg gelaufen. Aber das ist ein wenig getrickst, da stecken schließlich wesentliche Anteile an Psychologie und Informatik drin (;

  3. Gibt's in Frankfurt Kognitionswissenschaftler? Oder bist du grad in Tübingen?

  4. Mit hier mein ich den Facebook-Orbit (; Da finden sich auch meine Freiburger wieder. Aber sag mal, kannst Du mir sagen, ob diese Idee jemals über das Ideenstadium hinauskommen kann? Nur so als kleiner Diskussionseinstieg…

  5. Ja. Es ist bisher die einzige Antwort – und noch dazu ein höchst humanistische – auf die Frage, wie eine Gesellschaft damit umgeht, dass in ihr durch Technisierung die Größe Erwerbsarbeit deutlich deutlich schrumpfen wird.Als Denkanstoß: Was glaubst du wieviel Prozent der Bevölkerung aktuell ihr Einkommen durch Transferleistungen bezieht?

  6. Hui, ein großes Wort, werden da auch ODA und Geldtransfers von hier zur family auf den Philippinen reingerechnet? Das würde aber heißen, dass irgendwann der Tag hereinbricht, an dem alle Staaten dieser Welt gleichzeitig ihr System umstellen, oder? Die Insellösung würde an so vielen Ecken scheitern…?

  7. Unsere Erwerbsquote liegt bei was? 35%? Das heißt, dass derzeit schon knapp 2/3 der Bevölkerung von der Erwerbsarbeit anderer lebt. Warum sollte man das nicht intsitutionalisieren?

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