Es ist Deutschland hier (Nachtrag)

Ich will mich auch kurz im Nachgang zu Guido Westerwelle und seiner Weigerung, einem BBC Reporter auf englisch zu antworten, äußern. Im ersten Augenblick war ich schon schockiert, dass er so wenig gut englisch kann. Aber ich erinnere mich nur zu gut, dass Joschka Fischer da auch so seine Probleme hatte anfangs – das hat ihn auch nicht abgehalten ein guter Außenminister zu sein – auch weil so gute Unterstützung durch meinen Prof hatte.

Was allerdings gar nicht geht, und was mich nachhaltig ärgert ist die Art und Weise wie Guido Westerwelle nachtritt und mit welchen Plattitüden.

Und damit das nur gleich klar ist, wir können auch außerhalb einer Pressekonferenz fabelhaft auch uns zum Tee treffen und dann sprechen wir nur Englisch. Aber … es ist Deutschland hier.

Anatol Stefanowitsch vom Bremer Sprachblog hat das ganz richtig zusammen gefasst:

Auf jeden Fall hat Westerwelles Weigerung einen gewissen (wenn auch typisch jungliberal verklemmten) Stil — allerdings nur, bis er in stereotypisierte Vorstellungen von teetrinkenden Engländern abgleitet, nachdem die Frage auf Deutsch gestellt und auf Deutsch beantwortet ist und es eigentlich keinen Grund mehr gibt, auf der Sache weiter herumzureiten
(…)
Das sollte er noch ein bisschen üben, damit er bei seinem Antrittsbesuch in Paris den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nicht aus Versehen als käsefressenden Kapitulationsaffen bezeichnet…

One thought on “Es ist Deutschland hier (Nachtrag)”

  1. Das ist schon ziemlich dreist, ja.
    Dass Westerwelle angeblich nicht so gut Englisch kann, hört man öfters.
    Ich vermute mal, dass er dem (Vor)Urteil, dass er kein Englisch können damit entgegnen wollte, dass er noch mal nach getreten hat. Die Sache mit dem Tee war nur für die Leute, die im Nachhinein lästern, dass er ja kein Englisch könne.
    Was es nicht besser macht, da ja nun umso mehr Leute drüber reden, weil das schon keine nette Art und Weise war.

    Womit er allerdings recht hat:
    Wir hier in Deutschland sind die einzigen, die immer meinen sich auf das gegenüber einstellen zu müssen, egal wo es her kommt oder wo man ist.
    Dass man in D auch deutsch redet, ist nicht so selbstverständlich wie in England englisch gesprochen wird.
    Vielleicht sollten wir im Gegenzug auch noch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein üben.

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