Wes Geistes Kind. Wie Walter und Everts die Hessen SPD kaputtmachen wollten.


Das, was heute in der FAS steht, ist für mich – wenn das so stimmen sollte – der parteipolitische Skandal des Jahres.

Anscheinend plant ein Teil der hessischen SPD-Rebllen um Walter und Everts die Gründung einer neuen Partei. Das ist angesichts des Verhaltens der beiden im Parteiauschlussverfahrens, wo sie sich immer wieder echauffierten und in der SPD bleiben wollten, absurd. Nun gut, das soll ihr gutes Recht sein. Aber jetzt kommt’s…

Schon im letzten November hatte Walter darauf gedrängt eine eigene Fraktion zu gründen.

Am Sonntag, dem 26. Oktober, zwei Tage nachdem Walter erzürnt abgelehnt hatte, Verkehrsminister in Ypsilantis Kabinett zu werden, hatte der hessische Regierungssprecher Dirk Metz die Abgeordnete Tesch im Haus seiner Mutter in Siegen mit der Idee einer Fraktionsgründung konfrontiert. Tesch wies das zurück. Am nächsten Tag trafen Walter, Everts und Tesch sowie der Landtagsabgeordnete Michael Paris dann im Steigenberger Airport Hotel bei Frankfurt zusammen; nun brachten Walter und Everts das Thema der Gründung einer eigenen Fraktion auf, und wieder lehnte Tesch ab. Trotzdem verfolgten Walter und Everts den Plan zunächst weiter, obwohl alle vier Dissidenten auf der anschließenden Pressekonferenz bekundeten, in der SPD bleiben zu wollen.
(…)
Bis zuletzt hatte er [Walter] darauf gedrungen, dass die vier Abgeordneten auf der bundesweit übertragenen Pressekonferenz am 3. November 2008 demonstrativ ihre Parteibücher auf den Tisch werfen und sagen sollten: „Hier liegen achtzig Jahre Parteigeschichte.“ Das Vorhaben war aber damals daran gescheitert, dass Metzger, ihr Ehemann und schließlich auch Tesch dabei nicht mitmachen wollten.

Eine eigene Fraktion also, und trotzdem musste ich mir monatelang anhören, dass die fünf unbedingt in der SPD bleiben wollten. Aber es wird noch besser. Der Plan einen zweiten Anlauf mit der Linkspartei in Hessen zu machen kam aus der Gruppe um Walter!!!

Am Rande der Plenarsitzungen am 4. und 5. Juni 2008 trafen sich Everts, die Abgeordnete Nancy Faeser und der Sprecher des hessischen SPD-Netzwerks, Gerrit Richter, in Wiesbaden: die drei Personen, die schon Walters Kampf um die Spitzenkandidatur gegen Ypsilanti zwei Jahre zuvor gemanagt hatten. Auf dem Treffen wurde beschlossen, einen zweiten Anlauf mit der Linkspartei einzuleiten.
Kurz nach der Sommerpause, am 16. Juli, fand dann in der Wohnung von Everts in Riedstadt ein Treffen der Walter-Gruppe statt, zu dem auch die Bundestagsabgeordnete Nina Hauer kam. Hier wurde bereits ein Fahrplan für den zweiten Anlauf Ypsilantis erstellt, der alle wesentlichen Stationen enthielt, welche die SPD später tatsächlich anlief. Gewissenskonflikte wegen der Linkspartei äußerte in dieser Runde […] niemand.

2 thoughts on “Wes Geistes Kind. Wie Walter und Everts die Hessen SPD kaputtmachen wollten.”

  1. Es ist wohl wirklich ein Skandal des Jahres und man würde sich wahrscheinlich wünschen, dass es nicht stimmt – Rein des guten Glaubens halber.
    Aber ehrlich gesagt könnte ich mir das sehr gut vorstellen, dass es sich hierbei um die Wahrheit handelt!

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