Keine Stimme den Betroffenheitspolitikern!

Was muss ich lesen? Die Innenminister der Länder haben sich zusammen gesetzt und wollen ein Herstellungs- und Verbreitungsgebot von Killerspielen bewirken. Im Fahrwasser des Amoklaufes von Winnenden und der Internetzensur wegen Kinderpornographie, geben sich die Betroffenheitspolitiker die Klinke in die Hand.

Gut, sie schaffen es nicht den einzigen wirksamern Hebel nämlich das Waffengesetz wirksam zu beschränken. (Ja, liebe Politiker, das sind wirklich echte Waffen, die von jeden 12-jährigen aus Papas Schrank geklaut werden können. Nicht die lebensbedrohlichen virtuellen Waffen oder Paintball-Spielzeugpistolen, die ihr jetzt verbieten wollt.) Aber immer hin soll noch vor der Bundestagswahl (!) ein Zeichen von Willkür uns Aktionismus gesetzt werden.

Die Ressortchefs fordern “ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen”.
Verboten werden sollen nach Auffassung der Minister und Senatoren Spiele, in denen wirklichkeitsnahes Töten wesentlicher Teil der Handlung ist – oder auch “andere grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen”.
“Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt”, sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann zu “Welt Online”. “Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.”

Quelle: SpOn

Schon klar. Lasst uns noch dazu Mopeds verbieten, weil die Schüler damit in die Schule kamen und das knatternde Geräusch aggressiv macht. Oder Rücksäcke, darin werden wurden die Waffen der Amokschützen doch transportiert, oder? Aber Mopeds und Rucksäcke bringen ja keine Menschen um … warte … Computerspiele auch nicht.

Es ist wohl wirklich ein Generationenkonflikt und die Betroffenheitspolitiker nutzen den Umstand aus, dass die digitale Generation vermeintlich keine Vertreter im Parlament hat. Und sie nutzen die übergroße Mehrheit einer großen Koalition aus. Es wird Zeit sich nicht mehr ausnutzen zu lassen.

Vgl. auch: haseler.de

One thought on “Keine Stimme den Betroffenheitspolitikern!”

  1. Von der Zensur und der grundsätzlichen Sinnfrage solcher Ideen mal abgesehen, würde ich ja gerne sehen, dass sich einer dieser Menschen statt so Kram für solche Sachen einsetzt wie Programme an Schulen / in Jugendzentren, die darauf abzielen Mobbing zu verhindern oder Antiaggressionstechniken oder Konfliktmediation vermitteln und sowas. Aber das ist vielleicht weniger populär?

    Abgesehen davon ist mir auch nicht klar, warum irgendjemand, selbst wenn er Mitglied eines Schützenvereins sein sollte, seine Waffen zu Hause aufbewahrt …

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