Was macht eigentlich Schäuble?

Was macht eigentlich Schäublonen-Schäuble gerade so? Ist es nicht verdächtig ruhig um ihn? Ich habe sicherheitshalber eben nochmal in der Wikipedia nachgeguckt, ob er noch aktiver Innenminister ist, oder ich nicht doch etwas so gewichtiges wie einen Schäuble-Rücktritt verpasst habe. Also was gibt es Neues von unserem Lieblingsschäuble?

Springer kauft Transfermarkt.de

Transfermarkt.de ist in Wirklichkeit ein Spielplatz, auf dem sich Teenager darüber streiten, wie viel ein Fußballspieler denn kosten würde, wenn ihn ein Verein kaufen möchte. Das ist natürlich seit dem Bosman-Urteil ein arg theoretischer Wert, weil jeder Spieler absolut kostenfrei den Verein wechseln kann, wenn sein Vertrag ausgelaufen ist. Sein Marktwert fällt dann natürlich nicht bei Transfermarkt, und dass ein Marktwert auch von Angebot und Nachfrage abhängen kann – eben vom Markt – wird natürlich auch nicht berücksichtigt.

Jenes Portal eben hat sich nun von Springer kaufen lassen.

Naja, sämtliche Sportjournalisten gucken da mittlerweile rein, um den Marktwert eines Spielers zu erfahren, ist transfermarkt.de sicherlich ein wichtiger Kanal. Wenn man jetzt noch weiß, wie stark die Springerpresse Personalentscheidungen im Fußball beeinflusst und wer alles “drinhängt” an Spielern, Managern und vor allem Spielerberatern, erkennt schnell das Manipulationspotential. Ich bin gespannt wie lange es wohl dauert, bis Bildblog da was nachweisen kann.

Wahldebakel

Ich bin zugegebernermaßen stark konsterniert. Ich bereue zudem jeden einzelnen Euro, den ich als Urlauber vor einigen Tagen in Kärnten gelassen habe. Ich interpretiere auch die Bayernwahl übrigens als deutlichen Rechtsruck, auch wenn der kommende Mann der CSU Seehofer eher dem linken CSU-Flügel anzurechnen ist.

Am besten fasst es Joschka Fischer in seinem Zeit Artikel zusammen:

Es empfiehlt sich, diese beiden Wahlen im Zusammenhang zu analysieren, und zwar nicht nur wegen der engen Verwandtschaft von Bayern und Österreichern, sondern weil damit auch der hinter diesen Ergebnissen liegende Trend für die kommenden Bundestagswahlen sichtbarer wird.

Der bayrische Wahlsonntag hat klargemacht, dass die beiden großen Parteien im Bund einander in Schwäche verbunden sein werden, denn auch die SPD hat auf niedrigstem Niveau noch weiter abgenommen. Auch mit dem neuen Duo Steinmeier/Müntefering kann die SPD keine Wähler von der Linkspartei zurückholen. Der Kanzlerkandidat der SPD wird dies in nicht allzu ferner Zukunft negativ zu spüren bekommen.

Auch wenn in Bayern nunmehr eine schwarz-gelbe Koalition möglich ist, so verhüllt diese mutmaßliche Koalition mehr, denn dass sie erhellt. Guido Westerwelles Freude in der Wahlnacht war entweder gespielt oder er hat die machtpolitischen Konsequenzen dieses Bebens für Berlin noch nicht begriffen. Denn mit dem dramatischen Einbruch der CSU wird eine schwarz-gelbe Koalition im Bund nach 2009 noch unwahrscheinlicher, als sie es ohnehin schon war.

Die Parallelität zwischen Bayern und Österreich besteht in der Aufsplitterung des Parteiensystems und in der dramatischen Schwächung der Volksparteien zugunsten populistischer Alternativen. Die Grünen sind stabil geblieben, in Bayern mit einem leichten Trend nach oben, sie spielen aber bei der Machtverteilung keine Rolle. In Österreich sind es die beiden rechtsradikalen Parteien, in Bayern die Freien Wähler und – versteckt – Lafontaine, die als die eigentlichen Sieger aus den Wahlen hervorgegangen sind.

Angela Merkel aber wird sich fortan echte Sorgen machen müssen, denn 17 Prozent weniger für die CSU sind ein echter Hammer! In Hessen hat die CDU 10 Prozent verloren, und derselbe Verlust wird für das Saarland und Thüringen prognostiziert. Schlimmer noch, in Bayern hat sich jetzt zum ersten Mal eine rechte Alternative zur CSU herauskristallisiert. Es geht also was rechts von CDU/CSU, lautet die Botschaft und diese ist für die Kanzlerin hochgefährlich.

P.S.: Auf Robins Blog konnte ich schon den – zugegen interessanten – Gedankengang entkräften, die CSU könnte evtl. bei der Europawahl im Frühjahr 2009 die 5%-Sperrklausel verpassen. Klick!

Leseempfehlung: Der Ypsilanti-Komplex

Ich springe jetzt mal ein bisschen über meinen Schatten, denn zuletzt kam von der Frankfurter Rundschau ja eher grenzdebiles. Aber dieser Artikel verdient wirklich eine große Leserschaft. denn er fasst den medialen Themenkomplex Andrea Ypsilanti prima zusammen.

Aufgrund eines imponierenden Wahlerfolgs ist der Anspruch Andrea Ypsilantis auf den Sessel des hessischen Ministerpräsidenten nicht sonderlich weit hergeholt. Aber einem, der zäher als Pattex an seinem Stuhl klebte und trotz Wahlschlappe immer noch klebt, ausgerechnet diesen Mann, dessen politischer Körper nur aus Machtwillen besteht, diesen unheimlichen Mann verschont man, mehr noch, man hat ihn zum Gutmenschen stilisiert, hat ihm durchgehen lassen, dass er als geschäftsführender Ministerpräsident im Amt bleiben wolle, weil er sich in der “Verantwortung” für sein Land sehen würde.

Hessen 2008 – das ist nicht so ohne weiteres zu verstehen. Aber eines ist ziemlich sicher: Ypsilanti wurde ein psychologischer Mechanismus zum Verhängnis, den Männer für einen bestimmten Frauentypus erfunden haben, um sie zu verhindern. Politisch zu führen, das ist und war seit Menschengedenken eine männliche Angelegenheit.

Internetwahlkampf: Obama vs. McCain

• Eine Studie von der Marketing-Firma Adgooroo identifizierte 57% mehr Webseiten die sich auf Obama und seine Kampagne fokussieren als auf McCain.
• Mehr als fünfmal soviel Traffic wird jeden Monat von Obama-bezogenen Webseiten als von McCain-bezogenen erzeugt. Knapp 22 Millionen Personen besuchen Obama-bezogene Webseiten, McCain-bezogene Webseiten generieren nur 3,5 Millionen Besucher.
• Nahezu 93% des Obama Traffics geht direkt auf die Hauptkampagnen-Seite Obamas. Bei McCain sind dies nur 73% des Traffics.
• Trotz dessen, aggregiert McCain 11% mehr Traffic von unabhängigen (keiner offiziellen Kampagne zugehörigen) Webseiten, und das, obwohl es 3,5mal soviele Obama-bezogene Webseiten gibt.
• Im September ließ Obama 17 negative Suchmaschinenkampagnen laufen, während McCain nur 3 laufen ließ.

(via: Adgooroo)