Hartplatzhelden und das Recht am bewegten Bild

Die Bundesliga wird über die DFL vermarktet. Und auch die anderen Profiligen – also die 2. Bundesliga und die Regionalliga und ab nächster Saison auch die 3. Bundesliga – werden zentral vermarktet. Man spricht auch von Zentralvermarktung. Dieser gehören die Amateurmannschaften nicht an. Sie unterstehen die Landesfußballverbänden. Und genau um diesen Amateurfußball geht es.

Mit hartplatzhelden.de gab es ein Online-Plattform für all die kleinen Wunder und Dramen des Amateurfußballs. Ein Youtube für den unbekannten Fußballer. Aber die Landesverbände hatten etwas gegen dieses Portal. Denn als GmbH ist diese Webseite gewinnorientiert und das passt nicht zu den gemeinnützigen Grundgedanken des Amateursports. So weit so gut. ABER: einen faden BEigeschmack hat diese Argumentation, wenn man weiß, dass auch die Landesverbände ein weitaus spießigeres, aber ähnliches Portal umgesetzt haben. Unter fussball.de kann man Fotos hochladen und Berichte schreiben zu allen möglichen Jugend und Seniorenspielen – eine tolle Sache.

Aber warum genau musste seitens der Landesverbände eine Klage gegen die hartplatzhelden angestrengt werden? Und warum gibt ein Gericht ihnen sogar noch Recht? Warum ist man immer so abhängig von Richtern, die im Zweifel das materielle Internet und nicht die Idee der freien Information kennen? Und was unterscheidet ein Portal wie hartplatzhelden.de von einer Lokalzeitung, wenn beide von den Amateurspielen berichten?

“Es kann nicht sein, dass die Kosten des Spielbetriebes von den ehrenamtlich geführten Amateurvereinen selbst getragen werden müssen, mögliche Einnahmen aber von gewinnorientierten kommerziellen Unternehmen wie der Hartplatzhelden GmbH abgeschöpft werden”, sagte Koch. “Deren Ansinnen, auf Kosten und zu Lasten des Amateurfußballs Gewinne zu erzielen, hat das Landgericht Stuttgart erfreulicherweise nunmehr einen Riegel vorgeschoben.”
Oliver Fritsch, einer der Macher der “Hartplatzhelden”-Seite, muss schmunzeln, wenn man ihn auf die angeblich hohen Gewinne seiner Seite anspricht: “Um ehrlich zu sein, zahlen wir derzeit drauf. Ich finde es allerdings nicht verwerflich, dass wir eines Tages auch einmal eine Redaktion am laufen halten wollen”. Den Vorwurf, mit dem Amateurfußball Geld zu verdienen, könne man schließlich jeder Lokalzeitung machen, sagt der Gießener Journalist SPIEGEL ONLINE weiter.

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