Webportale, die die Welt nicht braucht

Heute: Cruisr.de

Sieht komisch aus, klingt auch komisch. Man kann sich da mit seinem Autokennzeichen anmelden “und Freunde finden”. Hammer!

UND! Man kann nach Kennzeichen suchen, und wenn, ja wenn, der jenige bei cruisr.de angemeldet ist, kann man dann sein Profil angucken und ihn als Freund hinzufügen.

Klingt nach einer wenig erfolgsversprechenden Startup-Idee? Stimmt!
Aber Aussehen wie StudiVZ ist natürlich wichtig, denn “cruisr.de bietet dir die Möglichkeit Freunde interaktiv auf deinen Bilder zu markieren”. Interaktiv, muahahaha!

Wer hat uns verraten? (Nachtrag)

In dem leider viel zu kurzem, aber großartigen Artikel von Die Zeit zum Thema Online-Überwachung, befinden sich ein bemerkenswerter Gedankengang, den ich hier kurz wiederkäuen muss:

Es dürfe keine rechtsfreien, meint: unkontrollierbaren Räume geben, lautet beim Thema Internet das Mantra der Sicherheitspolitik. Das soll nun auch für die nicht digitale Welt gelten. Dummerweise aber lautet ein Grundgesetz der Demokratie, dass genau solche Räume notwendig sind, damit sich freie Meinung und freier Geist entfalten können. Demokratie ist per definitionem unsicher. Ihr Schutz entsteht aus der Überzeugung, dass die demokratischen Kräfte überwiegen und sich – auf demokratischem Wege – durchsetzen. Das aber lässt nur einen Schluss zu: Die derzeitige Sicherheitspolitik ist im Kern antidemokratisch.

Absolut richtig. Überwachung ist per se nicht nur undemokratisch, sondern anti-demokratisch. Sogar der überstrapazierte Begriff der wehrhaften Demokratie kann keine Entschuldigung für das aktive Abschaffen demokratischer Grundprinzipien sein. Und der Autor Kai Biermann findet auch ein großartiges bild hierzu:

Wenn sich jeder jederzeit beobachtbar weiß, wird die Zahl der Straftaten womöglich sinken. Im Gefängnis ist die Mordrate auch nicht so hoch wie auf der Straße. Frei aber ist dort niemand. Und wirklich sicher auch nicht. Denn langfristig bedingen Unfreiheit, Überwachung, Drohung und Zwang ganz eigene gesellschaftliche Prozesse. Es mag viele Generationen dauern, aber der Weg führt nur in eine Richtung, hin zur Unfreiheit.

Crytek findet einen Schuldigen

Nicht etwa die Tatsache, dass überhaupt nur ein Bruchteil der Computerspieler den Ego-Shooter Crysis spielen können, weil ihr Computersystem die hohen Systemvorraussetzungen nicht schafft, nein, jemand anderes ist nach Meinung der Frankfurter Produktionsfirma Crytek an den schlechten Verkaufszahlen (140.000 in Deutschland, ca. 1 Millionen weltweit) schuld. Klar: Die Raubkopierer sind unterwegs.

Anno 1603 hat sich vor Jahren schon eine halbe Millionen mal in Deutschland verkauft – gut da gab es auch schon Raubkopierer – da hinkt man doch gewaltig hinterher und muss den Investoren eine leicht verdauliche Geschichte auftischen, warum man mit einem Spiel, das 16 Millionen Euro gekostet hat, nur 45-50 Millionen Umsatz macht. Das man das auf eigene Fehlentscheidungen – evtl. die, ein Spiel für Computer programmiert zu haben, die der Normal-User sich erst in 3 Jahren leistet – kommt natürlich gar nicht in die Tüte. Hybris!

Nach Informationen von WELT ONLINE hadern Electronic Arts und Crytek mit dem schlechten Kopierschutz von Crysis und einer undichten Stelle im Vertrieb. Folge: Crysis hatte sich bereits eine Woche vor dem Verkaufsstart rasend schnell über das Internet verbreitet. „Wir erwägen, künftig Produkte auf den Konsolen raus zu bringen, da hier die Raubkopien wesentlich geringer sind und der wirtschaftliche Erfolg größer als bei PC-Spielen ist“, sagte ein Sprecher WELT ONLINE. Möglicherweise werde man Crysis noch nachträglich für Spielekonsolen veröffentlichen. Derzeit arbeitet das Frankfurter Studio an mindestens zwei weiteren Projekten. Die sind zwar noch geheim. Fest steht aber: Die PC-Versionen sollen einen besseren Kopierschutz erhalten.

(via: welt.de)

Wer hat uns verraten?

Zypries Stasi 2.0Da war sie wieder. Die SPD wie man sie kennt. Was hat Frau Zypries nicht alles an Antipathie gegen Schäuble und dessen Ideen zum Überwachungsstaat geheuchelt, auf ihrem Mist wuchs aber schon die Vorratsdatenspeicherung. Die nicht das Justizministerium, sondern das Verfassungsgericht – u.a. dank meiner und Robins Unterstützung – verhindern wird. Nun soll auch die wahrscheinlich ebenso gegen die Verfassung verstoßende Online-Überwachung Schäublicher Prägung kommen. Danke Frau Zypries!