Bonzen bei Maischberger … ähm … Illner

Maischberger Maybrit Illner war gestern ganz großes Kino. Finanzminister Peer Steinbrück grinste und grinste und weigerte sich richtigerweise dem Steuerhinterziehungslobbyisten – das es sowas überhaupt gibt *kopfschüttel* – überhaupt etwas zu entgegnen. Ganz großes Kino. Stattdessen schnappte er in die Kamera, als jener vom “gefräßigem Staat” sprach, vor dem man sich mit Steuerflucht nach Liechtenstein und Co. schützen müsse. Denn: 45% Spitzensteuersatz PLUS 19% Mehrwertsteuer, da ist man ja schon bei 64%. Weitere Argumentation gefällig? Wenn einer eine Millionen im Jahr verdient, dann verdient er die eine Millionen ja auch, er hat ja eine entsprechende Leistung gebracht – also er verdient dann diese Million und nicht nur 36% davon.

Der Mann war eine solche Groteske, dass das Publikum im Hintergrund gar nicht mehr aus dem Lachen herauskam. Und man glaubt es kaum: Politiker können im Fernsehen tatsächlich mit Verve und Charme eine gute Figur machen, sogar wenn man neben Attac-Mann und Steuerflüchtling ernsthaft über Steuergerechtigkeit diskutieren soll. Gibt es sie also doch noch, die Sozialdemokratische Partei?

4 thoughts on “Bonzen bei Maischberger … ähm … Illner”

  1. Steinbrück hat sich wirklich gut “verkauft” bzw. so will ich viel mehr Politiker argumentieren sehen.

    Der Steuerhinterzieher-Berater war ja einfach nicht ganz richtig im Kopf – aber als “buhmann” natürlich klasse für die Talkrunde inszeniert. Die anderen Talkgäste waren allerdings auch mehr Staffage als Diskussionsgeber. Steinbrück hat das so souverän durchgezogen, dass hat ihm wohl Pluspunkte gebracht. Und gegenüber den Empörungs-Attacken der letzten Tage von zig Politikern hab ich ihm seine Aussagen auch abgenommen.

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