Google und der Datenschutz

Gmail” – muss ich mir ja des Öfteren anhören – “wie kann man nur? Die lesen deine Emails.” Mal abgesehen davon, dass ich Google vieles zutraue, so dumm werden sie nicht sein. Und deshalb gibt es seit Jahren immer wieder von deren Seite den Satz zu hören: “Wenn die Web-Gemeinde uns nicht mehr glaubt, dass wir mit ihren Daten sorgsam umgehen, sind wir ganz schnell weg vom Fenster.”

Im Gegensatz zu Gmail, dass gar keine persönlichen Daten von mir hat, setzt web.de und GMX auf ein ganzes Bündel an persönlichen Daten und fragt jährlich bei ihren Kunden Konsumvorlieben ab. Einen neuen Emailaccount kann man nur erhalten, wenn der Brief mit einem Aktivierungscode auch ankommt und die Adressdaten somit validiert.

Google geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter und setzt sich aktiv gegen das Gesetzesvorhaben zur Vorratsdatenspeicherung ein, das Brigitte Zypries erst vor Kurzem in einem öffentlichen Spiegel-Gespräch in Darmstadt verteidigte.

Diese Pläne seien ein “schwerwiegender Schlag gegen die Privatsphäre”, kritisierte Peter Fleischer, weltweit zuständig für den Schutz der Google-Nutzerdaten, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. (…)Die Gesetzesinitiative widerspreche Googles Grundsatz, anonyme E-Mail-Konten anzubieten. “Viele Anwender rund um den Globus nutzen diese Anonymität, sei es, um sich vor Spam zu schützen, sei es, um sich beim Veröffentlichen ihrer Meinung vor staatlicher Repression zu schützen”, erklärte Fleischer.

Google droht sogar mit der Schließung von Gmail in Deutschland.

4 thoughts on “Google und der Datenschutz”

  1. Aus dem Gmail Privacy Statement:

    The Gmail service includes relevant advertising and related links based on the IP address, content of messages and other information related to your use of Gmail.

    Denkst Du wirklich, dass die nicht ein Benutzerprofil von dir aufgrund der E-Mails erstellen, die Du schickst und bekommst? Dass sie nicht versuchen, das zu kombinieren mit Deinem Suchverhalten und Deiner Benutzung von diversen anderen Services, die Du bei Google verwendest?

  2. Ersteres Zitat bezieht sich ja nur auf die eingeblendete Werbung. Die wird dynamisch erzeugt. (Die IP ist dabei übrigens nur für die Ortsbestimmung von Nöten.)

    Sicherlich haben die ein Benutzerprofil von mir. Das hat GMX (oder auch Web.de) von mir auch. Nur dass die das weiter verkaufen, Google nicht. Und bei Gmail bin ich erstmal anonym.
    Die Kombinierung mit dem Suchverhalten und anderen Services ist da schon eine andere Qualität. ABER: Ich behaupte, die wird eingesetzt um Googles zwei Hauptprodukte d.h. Relevanz der Google Suchergebnisse und Google Adwords hinsichtlich besserer Clickraten zu optimieren.

    Damit kann ich leben. Mit dem vorauseilenden GMX-Gehorsam weniger.

  3. Problem ist vor allem, dass GMAIL nicht nur deine emails “liesst” und katalogisiert(niemand weiss wo, niemand weiss wirklich wofür, niemand weiss wie lang)sondern macht google das auch mit eingehenden mails von leuten die dir schreiben- und gar nichts davon wissen.

    Die werden dir in 20 jahren nachweisen, warum du wo und wie mit welchen “terroristen” zu tun hattest. Oder die mit dir. Dank provider biste auch nicht wirklich anonym.

    Zwar nur lauwarmes halbwissen …aber ich weiss nicht ob das ok ist ..

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