TUD führerlos

Gestern Abend ist der einzig verbliebene Präsidentenkandidat der TU Darmstadt, Elektrotechnik-Professor Thomas Weiland, durch die Universitätsversammlung NICHT gewählt worden. Der Grund hierfür war vor allem das Nominierungsverfahren durch den vom Kultusministerium allein bestimmten Hochschulrat, der den Kandidaten auswählt. Heute Abend soll ein neuer Anlauf unternommen werden.

Die FNP schreibt:

Der Hochschulrat hatte ursprünglich aus den Bewerbern drei Kandidaten ausgewählt, doch schon vor dem ursprünglichen Wahltermin im April sprang einer von ihnen ab. Daraufhin verlangten Universitätsversammlung und Senat, der Rat möge mindestens einen Kandidaten nachnominieren. Das Gremium lehnte ab. Vergangenen Woche zog schließlich ein weiterer Bewerber seine Kandidatur zurück. So blieb an diesem Mittwoch allein der vor allem bei den Studentenvertretern unbeliebte Darmstädter Elektrotechnik- Professor Thomas Weiland (55) übrig. Er fiel in vier Wahlgängen durch.

Einstiegsgehälter

Ich habe gerade auf Spiegel Online den ersten realistischen Gehaltscheck seit Ewigkeiten gelesen. Ich schlüssel das mal nach Relevanz auf. 😉 Demnach können Informatiker im Durchschnitt 2951€ brutto verdienen , BWLer sind mit 3161€ tatsächlich deutlich höher. Hätte ich nicht gedacht.

Kommen wir zu den Normalverdienern: Biologen 2019€ (nur 55% mit Vollzeitstelle), gefolgt von *tata* Politikwissenschaftlern 1998€ – abgeschlagen auf dem letzten Platz die Germanisten mit 1598€. Finde ich schon spannend, weil der Spiegel die Zahlen ja tatsächlich durch Arbeitnehmer/Studenten/Alumnibefragungen gewinnt. Die sollten also realistisch sein. Abstrus wird es jedoch bei dieser Statistik der Gehältermodifikation bei Praktika und Auslandsaufenthalt. Es gibt auch einen sehr spannenden Artikel zu der Umfrage online.

FC Bayern Kommerz

Man hört ja hinlänglich oft von so ca. jedem Fußballfan, auch den härtesten, dass der FC Bayern ein Kommerzverein ohne Fans. Abfällig spricht man von den Sympathisanten als “Kunden”. Leider stimmt dies auch zum aller größten Teil, aber auch beim FC Bayern gibt es eine kleine Zahl von Fußballfans, nicht annähernd so groß wie in allen anderen Stadien. Vielleicht hat sogar der VFL Wolfsburg ein paar mehr. Aber es gibt sie.

Sie sind ca. 700 – 200-250 davon regelmäßig im Stadion – organisieren sich in dem Fanclub Schickeria, sind die Stimmungsmacher in der sonst so leisen und langweiligen AllianzArena und waren auch mit die lautesten, wenn es darum ging, bundesweit gegen willkürliche Stadionverbote aufzubegehren. Sie kennen das Problem, denn die Fanbetreuung der Bayern würde gerne auch die letzten Fans aus ihrem Stadion vertrieben wissen. Nun, der FC Bayern München hat diesen Schritt nun getan. Sämtliche Dauerkarten, die über den Fanclub Schickeria vergeben wurden, werden nicht verlängert. Es gab einfach eine Kündigung ohne Begründung. Grund ist ein grausamer Vorfall vor einigen Wochen, bei dem einige Schickeria-Mitglieder wohl einen Fanbus des 1. FC Nürnberg angriffen und einige Menschen verletzt wurden. Die Gruppe distanzierte sich sofort von den Tätern und begann damit, Geld für die Opfer zu sammeln.

Aber Uli Hoeneß und der Moloch FC Bayern München sahen ihre Chance gekommen und drängen die Gruppe nun aus dem Stadion. Hoeneß spricht nun öffentlich von einer “ganz neuen Südkurve” in der nächsten Saison. Derweil solidarisieren sich die anderen Fanclubs des FC Bayern und auch bundesweit gegen das Vorgehen dieses Vereins gegen ihre Schickeria. Ich bin gespannt, was sich an diesem letzten Spieltag in München tut. Hoffentlich artet es nicht in Gewalt aus.

Studentenendspurt

Natürlich bin ich dem Aufruf zur Demo gegen das Mainzer Kohlekraftwerk nicht gefolgt, denn in Darmstadt wurde gegen die Studiengebühren mobilisiert. Eine Bühne vorm Schloss mit einigen Bands (u.a. Mollwert, die ja auch einige Male am Langener Gedenkmarsch auftraten) und Rednern und drum herum SPD, Grüne, Die Linke, DGB, Eltern gegen Studiengebühren, Asta und Attac. Alle in gutem Abstand zu einander, was ja der linken Art entgegen kam, und alle im Kampf gegen Regen und Wind. Unterschreiben gegen die Gebühren konnte man auch. Allerdings nur vorm Luisencenter . Da gabs einen kleinen Asta-Stand neben einem Polizeiauto und einem CDU-Stand, neben dem wiederum – und kurioserweise – ein Flipchart stand auf dem die CDU allen Ernstes Ideen sammeln wollte, wie die Stadt für Jugendliche attraktiver gestaltet werden könne. Ohne Studiengebühren wäre die Stadt Darmstadt jedenfalls ein ganzes Stück attraktiver für junge Menschen, soviel kann ich der CDU verraten.

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P.S.: Es fehlten am 07. Mai noch gut 5.000 Unterschriften. Das scheint mir tatsächlich schaffbar.

Kohlekraft nein Danke!

Ein KKW ist jetzt kein Kernkraftwerk, sondern in neuer Diktion ein Kohlekraftwerk. Und das nun speziell gemeinte, hab ich hier schonmal erwähnt. Am 12. Mai läuft nun also eine Demonstration gegen dieses Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue. Und die Frage, ob der Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden die Demo in Mainz oder Wiesbaden stattfinden lassen wird, hat sich auch beantwortet: Beides.

In dem Aufruf heißt es:

Gemeinsam tragen wir den Protest gegen das geplante Kohlekraftwerk auf die Strasse. Auf der Theodor-Heuss-Brücke, zwischen Mainz und Wiesbaden, demonstrieren wir gegen die Ignoranz der KMW beim Thema Klimaschutz. Ihre Entscheidung für Kohleverstromung muss zurückgenommen werden. Kein Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue!