Estland und das Kriegerdenkmal

Estland kommt nach dem Wahlsieg der Rechtsliberalen nicht zur Ruhe. Ein heißes Wahlkampfthema war nämlich ein Ehrenmal der Sowjetunion, das an die Befreiung Estland von den Nazis erinnert. Gut, die Esten haben wie die anderen Balten auch die Nazis gar nicht so ungern in ihrem Land gehabt und fleißig an der Deportation baltischer Juden mitgewirkt aber das ist ein anderes Thema.

Nun also ein Ehrenmal nahe der Innenstadt Tallinns. Die neue Koalition hatte im Wahlkampf damit geworben es abzubauen und gestern war es soweit. Die Meldung der mehr oder weniger gewalttätigen Gegendemonstration schaffte es sogar in die 20-Uhr-Tagesschau. (Video) Aber in der Nacht folgten noch weitere Ausschreitung, die auch ein Todesopfer forderte. Was die Statue so besonders macht, könnt ihr in einem zwei Jahre alten Artikel der Baltic Times nachlesen. Der wie immer super-konservative “Itching for Estimaa“-Blog kann übrigens die Aufregung um ein Denkmal, das der Toten gedenkt und nun von einem Platz auf ein Friedhof verfrachtet wird, nicht nachvollziehen. Eine deutlich neutralere Sichtweise gibt es auf dem deutschen Estland-Blog. Auch der Eintrag auf indymedia ist lesenswert. Und zu guter Letzt gibt’s hier noch aktuelle Fotos aus Tallinn.

3 thoughts on “Estland und das Kriegerdenkmal”

  1. Nein, Giustino ist nicht super-konservativ. Er ist Amerikaner mit italienischen Wurzeln und einer estnischen Frau und Bushgegener, ich glaube er hofft auf Obama. Ich habe ihn beim Bloggen beobachten koennen und wie er zu seinen Posts kommt. Er befindet sich auch in einer Immigratensituation in Estland. Er hat auch mehrmals erwaehnt, wie oft er missverstanden wird, von nicht Native Speakern.
    Kurz gefasst, er war es, der mir Ansip beschrieben hat: wie, daemlich und stur er im Fernsehen auftritt, er sieht die politischen Fehler auch. Dass er nicht super konservativ ist, zeigt auch sein letzter Post ueber Ethneticy in Estonia.
    Er aendert auch oefters seine Meinung, wenn man seinen Blog genau verfolgt. Zu schade, dass man sich unter Bloggern nicht auch ab und zu treffen kann.

  2. Ja, war vielleicht ein wenig übertrieben formuliert. Es ist wohl vor allem seine latent polemische eben amerikanische Art Themen anzufassen.

    Ehrlich gesagt würde ich gerade Giustino gerne mal persönlich treffen. Mal sehen, wenn ich das nächste mal im Baltikum bin …

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