Sebastian Deisler beendet Karriere

Das muss schon ein ungewohnlicher Spieler sein, der es schafft trotz seiner Zugehörigkeit zum FC Bayern München an dieser Stelle einen Blogeintrag zu seinen Ehren zu bekommen. Und das ist er tatsächlich auch. Uli Hoeneß – mit dem ich ja so ungefähr zu keinem seiner sonst allzu widersinnigen Gedankenergüsse einstimmen konnte – wird im Spiegel zitiert Deisler sei “einer der besten Spieler, die es in Deutschland je gegeben hat”, und ich muss ihm da tatsächlich zustimmen. Schade, dass seine ständigen Knieverletzungen ihn um seine Karriere und seine Karriere ihn um seine Gesundheit brachte. Auch seine seelische: Allzu gerne ließ der ein oder andere CSU-Politiker am Stammtisch ein paar höhnische Worte in Richtung Deisler fallen, seit er vor gut einem Jahr wegen psychischer Probleme nicht auflaufen konnte und in Behandlung ging. Und als ich neulich während der Arena-Konferenz in der – im Wortsinne – proletarische Martinsstube einkehrte nannten ihn zwei Bazi-Fans tatsächlich “den Psycho”, wobei dieser Titel dem brasilianischen Brutalo-Verteidiger Lucio wohl eher entspräche.

Wie dem auch sei. Ich hoffe inständig darauf, dass Sebastian Deisler seinen Weg findet und nicht allein als ewiges Fußballtalent, dessen Körper und Seele zu schwach für das Business waren, in Erinnerung bleiben wird. Mit 27 Jahren hat er sein letztes Bundesligaspiel gemacht, jetzt hat er ein Einsehen und der Vertrag mit dem FC Bayern München wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst.