hessischer rundfunk besetzt

Heute wurde von Studierenden im Anschluss an eine Vollversammlung an den Frankfurter Universitäten das Redaktionsgebäude des Hessischen Rundfunks wegen unfairer und nicht-objektiver Berichterstattung für über eine Stunde besetzt gehalten. Derweil schweigt sich Videotext und das Fernsehprogramm über dieses Ereignis aus. Stattdessen gibt es demnächst ein Stadtgespräch-Spezial über den tollen Sturm Kyrill, den die Studenten stundenlang trotzten.

Die Frankfurter, unter die sich auch Studenten anderer hessischer Unis und Schüler gemischt hatten, kritisierten die einseitige und stark eingeengte Wiedergabe der Argumente der Studiengebührengegner zumindest im HR und forderten zu Aktuellen Stunden auf. Darauf hin erklärte der Pressesprecher des HR, dass man, wenn man das Gelände nun verlasse, nicht als Hausfriedensbrecher strafrechtlich verfolgt werde. Erst nach dem Zugeständnis wenigstens ein kurzfristig anberaumtes Rundfunk-Interview mit drei Deligierten der Studentenschaft zu arrangieren, zogen die Studenten friedlich ab.

Weitere Themen der vorherigen Vollversammlung war der Vorschlag des Präsidenten der Frankfurter Goethe-Uni die Universität zur Stiftungsuniversität umzubauen. Dies würde den Handlungspielraum weiter einengen und einen noch größeren Einfluss wirtschaftlicher Interessen bedeuten. Zudem wurde gegen die Einführung einer RFID-Chipkarte argumentiert, die in jüngster Zeit mit recht martialischen Mitteln vom Präsidium beworben wurde.

Edit: Mittlerweile gibt es einen kleinen Artikel auf hr-online. Und auch ein 20-Sekunden-Beitrag war in der Hessenschau zu sehen.

Auch der Artikel der FAZ ist online und durchaus positiv. Und auch in der FR gibt’s jetzt was.

Videos.






Fotos:

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8 thoughts on “hessischer rundfunk besetzt”

  1. Klingt nach einer ziemlich überflüssigen Aktion. Glaubt Ihr ernsthaft, dass Ihr damit irgendetwas erreicht oder dass das irgendjemanden interessiert? Schon heute erinnert sich niemand mehr daran – außer Euch. Mit solchen Aktionen erreicht Ihr überhaupt nichts!

  2. Nachdem ich den Artikel in der FAZ gelesen habe, habe ich von Eurer Veranstaltung folgendes Bild: Eine Horde unmotivierter Studenten rennt ziel- und planlos durch Frankfurt, ohne wirklich zu wissen, wo sie eigentlich hin will und was sie dort machen will, um dann im hr zu landen, wo man so gnädig ist, ihnen zuzuhören und sie nicht wegen Hausfriedensbruch zu verklagen. Das nennst Du einen “durchaus positiven” Artikel???

  3. Wenn man weiß, was von der FAZ sonst so kommt, ja! Journalistischen Standards entspechen die von der FAZ ja sowieso in den seltensten Fällen. Ich gehe mal davon aus, dass wenn man – wie oben in den Videos zu sehen und zu hören – eine vier-seitige Resolution an der HR verliest wohl ganz genau wusste, wo man hin will.

    Wenn man dies als Studentenvertreter dies jedoch als geplante Aktion zugeben würde, würde man sich damit gleichsam der Staftat des Landfriedensbruches bezichtigen. Das will niemand, und deshalb macht das auch niemand. Und wenn es dann nach außen so aussieht als sei das alles ein wenig unorganisiert, dann ist das durchaus gewollt und könnte daran liegen, dass man nicht unbedingt wegen Landfriedensbruchs für 5 Jahr ins Gefängnis will.

    … könnte ich mir vorstellen.

  4. Im Übrigen sehe ich ja Kommentare, die aus dem Netzwerk des Hessischen Rundfunks kommen (also die von Andreas und Thomas Müller), nicht unbedingt ungern. Und ich handel auch nicht so gern nach der Devise “Don’t feed the troll!”, weil ich doch einen didaktischen Anspruch hege.

    Grundsätzlich hoffe ich aber, dass der Versuch der Diskreditierung der hessischen Studentenschaft vom HR aus (und ich gehe jetzt ersteinmal weiterhin davon aus, dass die beiden Kommentare privater Natur sind) keinen Grad an Organisiertheit erreicht, wie man sie von Axel-Springer-Medien gewohnt ist.

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