9. November

Ich bin ja großer Anhänger der Idee vom 9. November als nationalem Gedenktag. Kein anderer Tag hat das Schicksal der deutschen Nation seit über 100 Jahren derart geprägt. Da kommt einem der 3. Oktober so künstlich wie eine dieser Grenzen vor, die irgendwelche Kolonialherren in Afrika oder Amerika auf der Landkarte gezogen haben mögen.

Gestern fand der 25. von dem Langener Antifaschistischem Aktionsbündnis organisierte Gedenkmarsch für die Opfer der Nazizeit in Langen statt. Vom Bahnhof aus gingen rund 100 Menschen bis vor die Ruinen der alten Langener Synagoge. Dort hörte man den Reden einer Zeitzeugin und von Martina Becker sowie der Organisatoren, zu denen ich dereinst ja auch zählte und unter der sich immernoch Verwandtschaft von mir befindet. Und auch in diesem Jahr gab es wieder genügend Anlass an die Greuel zu erinnern, denn erst vor einigen Tagen wurde eine brisante Studie zu der Salonfähigkeit nationalsozialistischen Gedankengutes in der deutschen Gesellschaft veröffentlicht.

Guardia Civil jagt Eintrachtfans durch Vigo

Ich möchte kurz einen Augenzeugenbericht aus dem Forum der Frankfurter Eintracht zitieren, die ja am letzten Dinnerstag in Vigo, Spanien ein 1:1 rausholen konnte:

FLH_RULEZ / 03.11.06 05:39
So, bin aus Vigo zurück. Was sich da abgespielt hat, war schon extrem krass. Diese Herren in Blau sind das Allerletzte.
Der Auslöser, war so ein dummer spanischer Zuhälter, der wie ein Penner aussah. Er hat einem Frankfurter wohl irgendwelche Mädchen angeboten. Jedenfalls fand der das nicht so prickend und hat dem Typ mal die Meinung “gezeigt”.
Nach dem er weg war und alle damit gerechnet haben, das er mit Kumpels wieder kommt haben zwei unserer Jungs einen Ball gekauft, damit wir bisschen auf dem Platz kicken konnten, wie in Bröndby. Das war richtig cool, wie der Ball die ganze Zeit durch die Dächer geflogen ist. Keine 5 Minuten später, landete der Ball auf einer Säule und ein Frankfurter hat ihr versucht wieder runterzuholen. Im gleichen Moment kamen die “Blauen” von hinten, was der Frankfurt nicht sehen konnte. Ohne zu zögern nahm einer der Blauen seinen Knüppel und schlug ihm auf den Rücken. Der Frankfurter drehte sich um, um zu fragen was das soll. In dem Moment hat der gleiche Polizist ihm mit seinen Knüppel in´s Gesicht geschlagen. Das war der Auslöser dafür, das der Platz danach aussah, wie nach einem Krieg. Die Polizisten haben sich schnell wieder verzogen, weil sie mit 5 Mann sowieso unterlegen waren. Wir Frankfurter haben uns fertig gemacht und sind richtung Hafen gelaufen, weil wir wussten, das die Herren mit Unterstützung wieder kommen. Und so war es dann auch. Kurze Zeit später, als alle am Hafen waren, sah man von 100 Metern entfernt die Hass-Leute mit Helm und Schutzschild auf uns zu rennen. Alle Frankfurter sind gerannt so schnell es ging. Plötzlich gab es einen riesen Knall und so ein Gummigeschoß flog ganz knapp an meinem Kopf vorbei. Unglaublich! Wir wurden mit Gummigeschossen gejagt. Ca. 20-30 Minuten lang wurden die Frankfurter durch die Stadt gejagt und gesucht. Die Blauen standen ganz stolz am Hafen mit ihrer Gummigeschoß Waffe am Hafen und haben nur gehofft, irgendjemanden zu erwischen.
Danach hat sich die ganze Situation wieder beruhigt und die Blauen sind nur noch alle 5 Minuten in ihren gepanzertern Fahrzeugen an den Hafencafes vorbeigefahren.
Nach Spielende wurden die FuFa Busse Minutenlang sinnloserweise aufegehalten. Über uns kreiste ständig ein Hubschrauber und auch die Lokale Presse hat uns gefilmt.
Unglaublich, was da gestern los was
Seit 4:30 Uhr sind die FuFa Mitreisenden wieder in FFM

Besonders pikant an der Sache ist, dass in den soanischen Medien herumgeisterte, dass deutsche Behörden (also die Frankfurter Polizei) darauf aufmerksam gemacht hätten, dass von den 2000 mitgereisten Fans 200 gewalttätig wären. Danke, danke, danke! Woher diese zahlen stammten, weiß nur Herr Moog, der Gottseidank nach Offenbach weggelobt wurde allein.

EDIT: Vgl. dieses Foto.

Pfungstädter Telekommander

Also gestern im 603qm war ja einer der Hauptvertreter der im Moment spannendsten deutschen Musikrichung überhaupt – zumindest neben Liedermaching. Ich meine jetzt die unter anderem durch Google Idol zu einer kleinen Netzwelt-Berühmtheit gewordene Mediengruppe Telekommander und die Musikrichtung Techno-RiotPop, so zumindest stand es im Programmheft. Und ich muss zugeben, dass obwohl die Songs in ihren Grundstrukturen sich eng an den 3 1/2-Minuten-Popsong anlehnen, muss man wohl wahrscheinlich doch ein klein wenig auf die harten Technobeats stehen. Soundeindrücke gibt’s hier oder eben bei Google Idol. Jedenfalls war die Stimmung fantastisch (automatisch), eigentlich hat so ziemlich alles und jeder getanzt und die Bühnenshow, die ich ja schon vom Folklore im Garten dieses Jahr kenne, war auch prima.

Hab mich bei der Gelegenheit auch mit Leuten aus der TUD Asta unterhalten. Es gibt da ne sehr coole Zusammenarbeit mit Pfungstädter. Die haben jetzt Bierdeckel mit dem “Gegen Studiengebühren” Logo und verlosen zwei einsemestrige Stipendien, wenn die Studiengebühren nicht zu stoppen sind. Allerdings habe ich erfahren, dass es wohl einige Beschwerdemails von verblödeten Spießern ob dieser Aktion gab und die Marketingabteilung bei Pfungstädter stark unter Druck geraten ist. Also seid doch so lieb und lobt die Jungs, ist nämlich echt ne geile Aktion.