Bücher #1

Ich hab mir überlegt, wenn ich schon so viel lese, dann kann ich ja auch ein paar Buchempfehlungen weiter geben. Und das werde ich jetzt auch ab und an tun. Das heutige Buch habe ich gerade vor zwei Tagen zu Ende gelesen:

Wolf Haas – Das Wetter vor 15 Jahren

erschienen bei Hoffmann und Campe für 18,95€ im Hardcover

Dieses Buch war eines der Bücher wegen derer ich auf die diesjährige Buchmesse gefahren bin und es hat sich gelohnt, dieses Buch dort zu erwerben. Wolf Haas ist oder sollte uns allen ja bekannt sein als Autor der Brenner-Kriminalromane, von denen zwei hervorragend mit Josef Hader verfilmt wurden (Komm, süßer Tod, Silentium). Da die Brenner-Romane im letzten Band (Auferstehung der Toten) einen genialen Abschluss fanden, war klar ein Kriminalroman kann nun nicht mehr kommen und auch die Vermischung von Popliteratur und Populärliteratur die Haas auf seine lakonische Brenner-Art perferktioniert hatte, schien unwahscheinlich.

Tatsächlich ist Das Wetter vor 15 Jahren ein literarisches Experiment, denn das Buch handelt von dem neuen Buch Wolf Haas’ Das Wetter vor 15 Jahren und ist ein 250 Seiten währendes Interview einer Feullitonistin mit dem Autor. Gekonnt werden die Handlungsstränge und die Hintergrund Informationen dieser fiktiven Geschichte als wahre Begebenheiten konstruiert und das Gespräch der deutschen Journalistin mit dem österreichischen Autor spiegelt auch den Plot dieses deutsch-österreichischen Dramas wider. Das Buch, das in dem Buch besprochen wird, handelt von dem Ruhrpott-Nerd Vittorio Kowalski, der alle Wetterdaten seit 15 Jahren auswendig kennt, allerdings nur aus dem österreischichen BErgdorf, in dem er mit seinem Eltern Urlaub zu machen pflegte. Als dieser bei Wetten dass …? einen Auftritt hat und Thomas Gottschalk ihn nach dem ersten Tag seiner mentalen Aufzeichnungen und somit dem letzten Tag seines Jugendlichen Aufenthaltes befragt, findet sich Vittorio wieder in eine alte Liebesgeschichte zurückversetzt. Um einen Kuss zu bekommen, den er nie erhalten hat, fährt er spontan in das Bergdorf, um dort eine schreckliche Entdeckung zu machen … und der Autor hat sich ihm an die Versen geheftet.

Wolf Haas spielt wieder mit der Erzählperspektive, und das auf beiden Ebenen des Buches. Während er mit der Feullitonisten die Perspektivwechsel des fiktiven Romans noch expliziert, wird der Leser etwas ratlos mit dem Sujet zurückgelassen. Ein Interview als Roman? Ein gewagtes Experiment, das mir jedoch einen Heidenspaß machte und zu keinem Zeitpunkt langweilig wurde. Leicht zu lesen, viel zu staunen gibt es also bei Wolf Haas Das Wetter vor 15 Jahren.

Studidemo in Frankfurt

Gestern war mal wieder Studidemo gegen Studiengebühren in Hessen und anderswo. Zu der bundesweit in mehreren Städten stattgefunden Großveranstaltung – mitveranstaltet von DGB und GEW – versammelten sich an drei verschiedenen Orten Frankfurts Demonstrationszüge zu einem Sternmarsch auf den Römer. Ich war um 11.30 Uhr mit ca. 3.000 Leuten am Südbahnhof und ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen (aus bekannten Gründen): ja, es gibt eine ganze Menge neuer Sprüche, die mit der Masse sehr geil wirkten, ja, wir waren zu keinem Zeitpunkt auf dem Römer, sondern am Bahnhof und im Westend, und ja, die Polizei setzte mehrfach Tränengas ein.

Alles in allem eine gute Demonstration auch wenn einem in Frankfurt irgendwie das Feindbild fehlt. Also das nächste mal vielleicht doch wieder in Wiesbaden…

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Ein erster Bericht hier:

hr-online

Darmstädter Studienabbrecher gewinnt Million

Der Darmstädter Studienabbrecher, quasi Kommolitone von mir weil er Sport und Geschichte auf Lehramt studierte, gewinnt bei Günter Jauchs “Wer wird Millionär?” die fünfte Millionen. Ohne auf die Frage, die ich mit drei Ausnahmen nicht hätte beantworten können, hier aufzählen zu wollen verweise ich auf RTL, dort kann man das ganze nachspielen.

Der Spiegel schreibt:

Lang lebt gemeinsam mit seiner Frau und deren beiden Kindern in Darmstadt. Vor seiner Ausbildung zum Aufzugmonteur studierte er Sport und Geschichte auf Lehramt, brach das Studium aber wegen drohender Studiengebühren und dem Wunsch nach einer praktischen Ausbildung ab. Von 2004 bis 2006 absolvierte er eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker.

Ja, Herr Koch, es gibt sie, und es gab sie schon vor 2 Jahren: hochqualifizierte junge Menschen, die nicht in der Lage sind fertig zu studieren auf Grund Ihrer Politik. Der volkswirtschaftliche Schaden der Studiengebühren lässt noch gar nicht absehen. Aber hauptsache in den Landeskassen stimmt es wieder. Vielen Dank, dass Sie dabei sind unser Land kaputt zu machen.