Sloot Digital Coding System

Weil ich in den letzten Tagen auf ein Buch aufmerksam gemacht wurde, das die Möglichkeit eine Datenkompression beschreibt, das einen Spielfilm auf 8kb verkleinern würde. (Danke Thomas, ist wirklich interessant!) Poste ich der Technik begeisterten Leserschaft dieser Seite mal ein paar Infos dazu.

Das englische Wikipedia kennt den Erfinder dieser Technologie, der am Vorabend eines Investordeals an einem Herzinfarkt starb und einen leeren Safe, der eigentlich den Quellcode enthalten sollte, hinterließ.

Romke Jan Bernhard Sloot (died 1999) was a Dutch electronics technician, who claimed to have developed a revolutionary data compression technique, the Sloot Digital Coding System, which could compress a complete movie down to 8 kilobytes of data— this is orders of magnitude greater compression than the best currently available technology.
Despite the seeming impossibility of such a technique there were investors that saw potential. However, Sloot died of a heart attack one day before an attractive deal was signed with Roel Pieper, former CTO and board member of Philips. Pieper first heard about this “invention” when he was still on Philips’ payroll, and it is said that he left Philips because he believed he could invest in a lucrative deal.

Wie mir ein befreundeter Mathematiker versicherte, gab es durchaus Bemühungen zu einer solchen Komprimierungsrate zu kommen. Die Idee dieser Gödelisierung ist hier nachzulesen. Idee ist dabei Daten anhand von Primzahlen zu zerlegen und dann eine effizientere Darstellung dieser entstehenden wahnsinnig großen Zahl zu finden. Nette Idee, aber die zu komprimierende Datenmenge müsste wohl angepasst werden UND die Rechnerleistung des Codierens und Decodierens ist wohl enorm.

8 thoughts on “Sloot Digital Coding System”

  1. Klar kann ich einen film auf 8 kb kompriemieren … kommt halt nur auf den gewünschten qualitätsverlust an 😉

    Das ganze verlustfrei hinzubekommen halte ich auch für recht utopisch ..

  2. @Jan: Was meinst du mit einem kleinen Teil von sehr großen Zahlen?

    Klar, wenn ich eine Tabelle mache:
    1 -> Fluch der Karibik 2
    2 -> Matrix 3
    3 -> Final Destination
    4 -> Sleepy Hollow

    Dann kann ich in nur zwei Bit (!) einen ganzen von vier Filmen komprimieren. Gut, der Empfänger muss die Tabelle dann haben, und die enthält die Filme und macht das ganze Unternehmen recht zwecklos, und außerdem sind die Filme ziemlich mies — aber es geht 😉

  3. Naja, es wäre praktisch, wenn man die riesig große Zahl die beim Gödelisieren entsteht, einfacher darstellen könnte. Etwa als 24×10^187 – 45×10^13, so kann man eine große Zahl (=Datenmenge) komprimiert darstellen. Allerdings geht dies nur mit sehr, sehr wenigen Zahlen – zumindest wäre das meine Vermutung.
    Gedanklich bin ich noch bei der Kompremierung von Texten. Gödelisierung heißt ja, dass jede Stelle im Text für eine Primzahl steht, die dann hoch der Wertigkeit des jeweiligen Buchstabens genommen wird, alles zusammen multipliziert gibt halt diese riesigen Zahlen. Beispiel: Jan = 2^10 x 3^1 x 5^14 = 18750000000000 = 1,875×10^13 = benötigt also zur Darstellung nur 11 Zeichen. Gut, im Original nur 3, aber das hier hab ich grad im Kopf gerechnet. *nureinwitz*

  4. Du weckst gerade böse Erinnerungen an meine Informatik 4 Vorlesung.
    Ich hatte damals, glaube ich, Alpträume, in denen Gödelnummern eine Rolle spielten…

  5. Hä? Was ich mir in der Richtung noch vorstellen könnte, ist andersrum: wenn ich 1,875*10^13 enkodieren möchte, dann mache ich die Primfaktorenzerlegung und finde heraus, dass das halt 2^10 * 3 * 5^14 ist – und dass ich das dann als “Jan” übertragen kann ohne Informationsverlust…?

    Und etwas Ähnliches scheint mir der Herr Sloot auch vorgehabt zu haben (siehe auch den Artikel, den ich oben verlinkt habe).

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