Robert Gernhardt ist tot

Einer der größten komischen Dichter Deutschlands, der Frankfurter Robert Gernhardt ist tot.

Bekannt geworden ist er unter anderem als TITANIC-Mitbegründer, Schriftsteller (“Wörtersee”, “lichte Gedichte”, “Ich, Ich und Ich”, zahlreiche fantastische Tiergedichte) und Zeichner. Erste Nachrufe finden sich auf den Seiten der FAZ, der Tagesschau, der heute-Sendung und bei Spiegel online. Ein etwas längerer Nachruf findet sich in der Süddeutschen.

Wer seiner Anteilnahme Ausdruck verleihen möchte, kann dies im virtuellen Kondolenzbuch der Titanic tun.

Brussels for Parliament

As you may know (or not) there exists a stubborn ritual within the European Parliament which consists of moving the whole Parliament from Brussels to Strasbourg a couple of days each month. The only reason for this is that France wants it so much. The cost of this procedure, approximately 200 million euros a year is largely paid for by the other member states anyway, or actually, by the European taxpayers.

This is why a couple of Member of Parliament from different parties and different countries have launched a campaign to put a stop to this ridiculous waste of money. They will need one million signatures on their petition to be able to get this item on the agenda of the European Commission.

Please go to: www.oneseat.eu and place your signature so we can put a stop to this ridiculous waste of funds and the circus of moving the parliament to Strasbourg. At the moment of writing this mail there are already 716.091 European citizens who have signed the petition.

Bundesweite Demo in Wiesbaden

Heute war bundesweite Demo der Studenten und der GEW (die die ganze Veranstaltung vergeblich in großem Ausmaße versuchte für sich zu instrumentalisieren) in Wiesbaden und ich war dabei. Ich bin viel gerannt und werd nicht so viel darüber schreiben, denn der Feind liest mit … jedenfalls hab ich vom vielen (weg)rennen Muskelkater. 😉 War aber sehr witzig, gerade in der Fußgängerzone und dort haben wir Studenten auch viel Zuspruch von Passanten erfahren. Und das in einer Bonzenstadt wie Wiesbaden.

Bilder könnt ihr hier sehen und da kommen dann ab 1. Juli noch ein paar dazu.

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Mahnwache gegen Polizeigewalt gegen Studierende

Nach der Demonstration am Mittwoch gegen Studiengebühren während des WM-Spiels in Frankfurt fand am Abend eine Soli-Party im Studierendenhaus der Frankfurter Asta statt. Die Polizei bekam eine Meldung, dass einige Personen Scheiben eingeschmissen hatten und kam mit einer Hunderschaft an das Studierenden aus und wollte die Party mit über hundert Menschen … ja was wollte sie … gute Frage. Die Studenten jedenfalls verbarrikadierten sich. Und die Polizei stellte ein Ultimatum, die Studenten sollen herauskommen, dann stürmte sie das Haus. Es flogen wohl Bierflaschen und die Polizei setzte massiv Pfefferspray und Knüppel ein. Mehrere dutzend Verletzte Studenten und 49 Festnahmen, darunter auch die Pförtner des Uni-Gebäudes, waren die Folge. Ein Interview mit einer Sprecherin des Asta Frankfurt hört ihr hier. Artikel zum dem Thema hier, hier , hier (inkl. extrem negativen Artikel aus der Washington Post) und hier.

Heute mittag um 12 Uhr gab es dann eine Mahnwache von ca. 100 Studenten, Schülern und Eltern vor der Polizei im Schloss in Darmstadt. Es wurde mit den Polizeibeamten über das Vorgehen der Polizei in Frankfurt diskutiert und danach ging es in einer Spontandemo einmal durch die darmstädter Fußgängerzone, unter anderem auch durch das Luisencenter. Fotos.

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Holland – Argentinien Impressionen II

Gegen 17.05 Uhr wollte ich in Darmstadt in die S3 nach Frankfurt steigen. Pustekuchen, ich weiß jetzt nicht, ob es an den Studenten lag, aber alle S-Bahnen hatten um die 20 Minuten Verspätung. Nagut, also rein in den Zug, in dem schon einige Holländer und mit Argentinientrikots und T-Shirts ausgestattete Deutsche waren, und ab zum Hbf Frankfurt. Dort sind wir dann auf Nadjas Empfehlung erstmal in die Innenstadt gelaufen. Der Bahnhofsvorplatz war wirklich gerammelt voll. Oranje überall – sehr beeindruckend. Die Kaiserstraße war gesäumt von Essensständen und Merchandisingartikeln. (Ich bin jetzt im Besitz eines 5€ Oranje-T-Shirts *g* quasi als Antwort auf Nadjas Argentinien-Shirt) Auf dem Weg in die Innenstadt konnte man auch fast nicht von dem MExikospiel verpassen, da quasi alle 3-Meter riesige Fernseher standen, kaum war man an einem vorbei konnte man den nächsten schon sehen. Und so gingen wir auf die Hauptwache und in die Freßgasse um uns kulinarisch auf das Kommende vorzubereiten.

Um 19 Uhr machten wir uns auf in die S-Bahn zum Waldstadion. Der Bahnsteig war sehr, sehr, sehr voll. (Ich hoffe unten kommt davon noch ein Video hin.) Die Holländer waren ganz klar in der Überzahl und waren schon gut am Singen. Als dann endlich eine S8 kam, war das Gedränge groß. Einem deutschen in Argentinien Shirt fiel unbemerkterweise sein Ticket fast auf die Schienen, ein Holländer hob es für ihn auf. In der Bahn standen wir gepresst wie früher in Darmstadt wenn mal wieder die Busse für die Studenten nicht kamen. Die Holländer waren durchgängig und lautstark am Singen (“Schade Deutschland, alles ist vorbei” und ähnliches), woraufhin die Deutschen in Argentinientrikots sangen “Ohne Holland fahr’n wir nach Berlin”. Vor uns standen 3 Kinder, die ständig darauf aufpassen mussten nicht erdrückt zu werden und sicherlich froh waren, als wir dann endlich da waren.

Auf dem Fußweg zu Stadion kaufte ich uns beiden dann noch je eine Holland-Schirmkappe, die im Dunkeln leuchtet, wenn die Batterie gehen würde. Egal. Dutzende Schwarzhändler standen mit Suche-Tickets-Schildern da, die nichts anderes sagen wollten als “Tickets zu verkaufen”. Die Einlasskontrollen waren zwar – wie gewohnt – lascher als bei Eintrachtspielen. Dennoch musste jeder seine Werbegeschenke (Hüte, u.ä.) in die Mülltonne werfen, wenn diese nicht von offiziellen Sponsoren waren. Erstaunlich viele Leute hatten gerade frisch eingekaufte Textilien dabei. Auf dem Stadiongelände selbst hatten die Sponsoren einige Stände aufgebaut, auch wenn diese – bis auf Coca Cola und Hyundai eher enttäuschend waren. Das Stadion war jedoch trotz der ungewohnten WM-Beflaggung immernoch das alte. Wir saßen in 43L (Oberrang Westkurve) und somit nur unweit von meinem Dauerkartenplatz 42 (Unterrang) entfernt in einer neutralen Gruppe mit doch einigen Argentiniern, die nicht verstehen konnten, warum sie zu Anpfiff die Treppe räumen sollten, dies dann aber leider ohne zu klagen taten. Überhaupt waren beide Fangruppen sehr brav. Fast braver als das Spiel, über das ich hier nicht reden werde, auch wenn es besser war als das Ergebniss aussagt und Messi wohl auf längere Zeit der beste Spieler sein wird, den das Stadion gesehen hat (es sei denn Brasilien spielt im Viertelfinale in Frankfurt).

Die Stimmung war erwarteterweise enttäuschend. Gut, es gibt da viele Gründe dafür. Aber fest steht eine Clubmannschaft wird wohl immer eine bessere, weil organisiertere Stimmung erzeugen können als Nationalmannschaften, selbst während der WM. (Eine Passantin meinte, die Engländer wären lauter gewesen.) Die Argentiniener trommelten über 90 Minuten. Die Holländer waren sehr still und versuchten sich ab und zu an der Laola. Als in meinem Block einige “Steht auf, wenn du Deutscher bist” sangen, breitete sich dies wie ein Lauffeuer durch das ganze Stadion aus. Das “Eintracht Frankfurt” hatte dagegen einen sehr viel schwächeren Widerhall. Gut neben mir saß ein Absteiger aus Kaiserslautern (mit Trikot und Schal in der Höhle des Löwen ^^), der war merklich angepisst, aber egal. Auffällig war, dass beide Fangruppen gesanglich weit mehr zu bieten hatten als “Deutschland, Deutschland”, “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berln” und “Steht auf, wenn ihr Deutsche seid”. Die Argentinier hatten richtig lange Gesänge (“ole ole ole, ole ole ole ola, ole ole ole, cada dia te quiero mas, oh argentina, es un sentimiento, que no puedo parar”), auch wenn sie nicht an die griechischen Basketballfans heranreichen.

Nach 90 WM-Minuten war also Schluss. Am Mainufer tranken wir dann an einer ruhigen Ecke – und die gab es tatsächlich ein wenig abseits des großen Fanfestes – einen Äppler. Irgendwann bemerkten wir einen nach Hilfe japsenden Franzosen, der besoffen im Main umhertrieb, und den ich mit anderen Umstehenden aus dem Wasser ziehen konnte. Idiot.

Auf dem Fanfest war noch richtig was los und am Römer war ne richtige Party am Start (Siehe Video unten). Ich hatte mich ja schon neulich über die feiernden Serben nach ihrer 0:6 Niederlage gewundert. Naja, auch ein 0:0 kann man überschwänglich feiern. Natürlich blieb alles friedlich und noch ein großen Dank an den RMV, der auch um diese Uhrzeit noch zahlreiche Fans wie auch mich nach Langen und Darmstadt brachte.