1. Mai in Berlin
Veröffentlicht am | Tuesday, 2. May 2006 | Keine Antwort
Nachdem der 1. Mai in Bayern (ähm … Franken) wohl ganz friedlich verlief, und ich auch aus Heppenheim und Worms noch keinerlei Informationen über das Ausmaß des rechtsradikalen Aufmarschs habe, berichte ich euch mal über meine Berlinerfahrungen. (Leider ohne Fotos, weil nur analoge Kamera und so …)
Jedenfalls war ich am Freitag in Berlin angekommen in einer wirklich sehr netten WG mit dem besten Döner Kreuzbergs direkt um die Ecke. Wobei das vielleicht auf jede Straße Kreuzbergs zutrifft. Erst als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, fiel uns auf, dass die Ladenbesitzer schon am Nachmittag des 29.4. ihre Läden mit Pressspanplatten verrammelten. Die Banken hatten “Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten. Von 28.4. bis 2.5. geschlossen” Schildchen an ihren Eingängen, weshalb ich jetzt keinen cent mehr in der Tasche hab. Und es war alles friedlich.
Auch am Oranienplatz, in dessen Nähe wir (die Eintrachtfans) am Samstag unsere Niederlage feierten als wäre es ein Sieg gewesen (hunderte Leute auf der Straße bis 3-4 Uhr nachts), war alles wahnsinnig friedlich. Am nächsten morgen hab ich dann also meine Marathon-Sightseeing-Tour durch Berlin gemacht. Dabei war ich auch im Mauerpark – sehr nett da – und dort war die Mauer doch tatsächlich mit so weiß-rotem Absperrband von der Polizei abgesperrt, hunderte Polizisten und so. Und ich, der Tourist, frage, ob da ein Fußballspiel in dem Stadion ist, das sich direkt nebenan befindet. Muss sich der Polizist innerlich gefreut haben. (Allerdings hab ich diesem Tag so einige Pollizisten nach dem Weg gefragt, und kein einziger kam aus Berlin, also hatten die vermutlich auch von gar nix ne Ahnung.) Naja, abends hab ich dann gewusst, wieso das abgesperrt war. In ganz Prenzlau waren Leute auf der Straße und dieser Park war im Prinzip der Zentrum des Geschehens. ^^
Mittlerweile waren noch viel mehr Polizisten da, haben Straßensperren aufgebaut, die man nur ohne Waffen passieren durfte (*respekt*), und es war immernoch friedlich. Auf dem Heimweg bin ich wieder durch Kreuzberg gelaufen: auch immernoch ales friedlich. Und dann komm ich gestern Mittag nach Hause und lese das. Und ich hab’s verpasst.
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