Isch abe gar kein Deutschland-Fahne

Die Zeitschrift Öko-Test hat in ihrer Juni-Ausgabe über krebsbelastete WM-Fanartikel berichtet. Unter anderem war dort die Rede von einer Deutschlandfahne, die im Fanshop von Eintracht Frankfurt gekauft wurde.

Da zum Zeitpunkt unseres Einkaufs noch keine Fifa-Deutschland-Fahne zu bekommen war, kauften wir dieses unerlässliche Requisit im Fanshop der guten alten Eintracht Frankfurt ein.

Dazu äußert sich der Eintracht-Fanshop folgendermaßen:

Mitteilung von Eintracht Frankfurt

In ihrer Juni-Ausgabe hat die Zeitschrift “Öko-Test” WM-Fanartikel untersucht und dabei u.a. eine “Deutschlandfahne ohne Bundesadler aus dem Angebot der Frankfurter Eintracht” untersucht, die mit “krebserregenden verbotenen Farbbestandteilen” behandelt worden sei.
Hierzu erklären wir, dass der offizielle Eintracht Frankfurt Fanstore am Riederwald keinerlei Deutschlandfahne anbietet oder in der Vergangenheit angeboten hat Der von Öko-Test untersuchte Fanartikel kann also nicht dort erworben worden sein, sondern muss aus einem anderen Einzelhandelsgeschäft stammen.

Ich frage mich ernsthaft, wie eine solche journalistische Fehlleistung zu stande kommt. Haben die nen wahrscheinlich unbezahlten Praktikanten losgeschickt und der ist lieber zu Karstadt gegangen und hat danach nen Eis gegessen, als an der Riederwald zu fahren?

Schöne Neue Welt mal anders

Die fortschreitende Technisierung der westlichen Gesellschaften hat ja sogar dazu geführt, dass ich bald ein Walkman-Handy besitzen werd: das SonyEricsson W810i (wobei das i wohl keine besondere Bedeutung hat ^^). Aber eben diese Technisierung hat ja auch negative Auswirkungen. Es können z.B. Terroristen nicht mehr durch Zuruf ihre Anschläge koordinieren, sondern Handys benutzen. Wahnsinn.

Das denkt sich auch der Gesetzgeber und will in Gefahrenzonen (man denkt dabei an Gefängnisse und Großveranstaltungen insb. Fußballstadien !) Störsender, sog. “Jammer”, installieren. Das ist (noch) nicht so wirklich legal. Aber kein Problem, da wird halt eine Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) beschlossen, die das erlaubt. Der Branchenverband Bitkom hatte im März die Pläne des Bundesrats scharf kritisiert. Der Einsatz von Handy-Störsendern in Gefängnissen sei “rechtlich und technisch nicht realisierbar”.

Dabei bin ich momentan noch wenig beunruhigt. Möglich wird der Einsatz in Fußballstadien nämlich erst, wenn man es technisch einrichten kann, dass die Logen, die sich in Frankfurt auf dem mittleren Balkon-Rang befinden davon ausgenommen sind. Denn VIPs verärgern, dass möchte nun mal wirklich niemand.

Bild dir deinen Bundestrainer

Nachdem diese Woche schon durchgesickert ist, wer nach Willen der DFB-Spitze Nachfolger des Bundestrainer Klinsmann werden soll (nämlich Matthias Sammer, den man schon den Job des Team-Managers geschaffen und zu geschanzt hat), beschreibt die Zeitschrift RUND uns die wahren Hintergründe der Trainerpostion der deutschen Nationalmannschaft. Bild versucht seit Jahrzehnten, und sehr häufig höchst erfolgreich, Bundestrainer ins Amt und aus dem Amt zu schreiben und sich damit Vorteile in der Exklusivität ihrer Berichterstattung zu verschaffen. Dabei kann man vieles über die Bild-Methoden lernen. Aber lest selbst …

(via: Bildblog)

Frühreife Jugend

Spiegel-Online zitiert eine Studie zur sexuellen Entwicklung der Jugend. Dabei greift diese Studie auf Daten zurück, die bis in die 1860er Jahre zurückgehen.

Lag das Durchschnittsalter bei deutschen Mädchen zum Zeitpunkt der ersten Periode im Jahr 1860 noch bei 16,6 Jahren, verschob sich dieses Alter in den folgenden Jahren kontinuierlich nach vorn: 1920 lag es bei 14,6 Jahren, 1950 bei 13,1 Jahren und 1980 bei 12,5 Jahren. Für 1994 konnten Wissenschaftler ein Durchschnittsalter von 12,2 Jahren ermitteln. Kluge hat hochgerechnet, dass die Mädchen im Jahr 2010 im Durchschnitt bereits im zehnten oder elften Lebensjahr zum ersten Mal ihre Tage bekommen werden.

Einen ähnlichen Trend beobachten Wissenschaftler auch bei der Geschlechtsreife von Jungen. So lag das Alter zum Zeitpunkt des ersten Samenergusses 1994 bei 12,6 Jahren, während es 1980 noch bei 14,2 Jahren gelegen hatte. Die Zahlen belegen auch, dass der Entwicklungsunterschied zwischen Jungen und Mädchen im Lauf der Zeit immer geringer geworden ist: Inzwischen liegen zwischen der Geschlechtsreife von Jungen und Mädchen im Durchschnitt nur noch wenige Monate.

Spannend ist an dieser nicht neuen Entwicklung die soziologische Komponente. Die ‘Erfindung der Kindheit’ setzte im frühen 19. Jahrhundert ein. Zuvor gab es Kindheit nur im biologischen Sinne: Kinder mussten arbeiten ab dem Zeitpunkten, der ihnen das erlaubte. Doch seit dem Entstehen des Bildungsbürgertums wurde Kindheit immer mehr als romantischer Raum der Zwanglosigkeit konstruiert, gleichsam bedeutete dies auch eine Degradierung vom jungen Erwachsenen zum Kind und ein Zementieren von ihrer sozialen Rolle in Familie und Gesellschaft. Leider kann man nun nicht sagen, wann die Sexualisierung der Kindheit einsetzte, jedoch stelle ich jetzt mal die These auf, dass der für die Kindheit geschaffene Raum von ihren Subjekten nach und nach neu gefüllt wird. Mit was? Ja klar, mit etwas, dass ihnen weggenommen wurde: einem Stück Erwachsensein.